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Tamarindus.
Besondere Heilkräfte wohnen diesem Harze nicht bei und findet es nurselten m Pflastern und zu Räucherungen Verwendung. Für letzteren Zweckwird es zuweilen vom Publicum benutzt.
Tamarindus.
Tamarindus Indien Linn , ein in Ostindien, Arabien und Aegypten ein-heimischer, in Westindien cultivirter Baum aus der Familie der Leguminosen,dem Tribus der Cassiaceen angehörend.
Pulpa Tamariudornm ernda, Tamarindi, Fructas Tamariiidi, rolics Tainarin-deiimiis, Tamarinden. Die Früchte des Tamarindenbaumes sind 10—13 Ctm.lange, 2,5— 2,8 Ctm. breite, circa 1,3 Ctm. dicke, längliche Hülsen (Glieder-hülsen), welche in Trauben bis zu 10 Stück stehen, inwendig ein braunesMark mit 2 bis 8 braunen, glatten, glänzenden harten Samen enthalten, inder Gegend der Samen angeschwollen und zwischen denselben mehr oder we-niger zusammengeschnürt sind. Das Mark besteht aus lockeren parenchyma-tösen Zellen, gefüllt mit einer körnigen Materie und dazwischen abgelagertenWeinsteinkrystallen.
Das gemeiniglich von der Hülsenschale und auch mehr oder weniger vonden Samen befreite Mark kommt zu uns in unregelmässigen dichten Massen.Die Ostindische Sorte ist die beste. Sie bildet eine weiche zusammen-hängende braunschwarze Masse von stark saurem Gesclimacke. Verwerf-lich sind die aus der Levante und Aegypten kommenden braunen oderschwarzen, gewöhnlich in flache, 10 — IG Ctm. breite Kuchen zusammenge-drückten Tamarinden, welche mit vielem Wasser zu einem teigigen Breie auf-quellen. Die Westindische (abendländische) Sorte ist eine sehr verwerf-liche. Sie ist schmierig, hellgraubraun, von herbsauremGeschmacke und meist mit Zucker versetzt. Es sindauch schimmlige, dumpfig riechende, süsslich schmeckende,mit weichen Samen vermischte oder zu trockne Tama-rinden zu verwerfen. Endlich sollen künstliche Ge-mische aus Tamarindenmus, Pflaumenmus und Wein-steinpulver vorkommen. Da Pflaumenmus im Gross-handel denselben Preis wie Tamarindenmus hat, selbstnoch theurer bezahlt wird, so ist heute eine Verfäl-schung damit nicht anzunehmen. Die Droguisten habengewöhnlich zwei Sorten auf Lager, Ia oder Primasorteund IIa oder Secundasorte; der Apotheker entnehmeimmer nur die erstere.
DieWaare soll zuweilen mitKupfer verunreinigt sein,was sehr unwahrscheinlich ist. Vor mehreren Jahrenfand man im südlichen Deutschland ein (wahrscheinlichkünstliches) rohes Tamarindenmus im Handel, welchesallerdings kupferhaltig war. Das Kupfer findet man durch Hineinstellen einerblanken Eisenklinge in das mit Wasser aufgeweichte Mus.
Fig. 271. Unterer Theil derHülsenfrucht von Tama-rindus Indica.