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Hirudo.
ein Abwaschen und alle 10 —12 Wochen eine Erneuerung der Moorerde, inder kalten Jahreszeit ungefähr im Ganzen zweimal ein Abwaschen erforderlich-Das Abwaschen geschieht in der Weise, dass man das Gefäss mit reinem weiche»Wasser füllt, sanft umrührt, mit der Leinwand tectirt und auf die Seite legt;damit das Wasser langsam abfliesst. Jene niedrigen Glashäfen lässt man be-sonders anfertigen, denn man trifft sie sehr selten im Handel.
Hat man einen grösseren Vorrath Blutegel aufzubewahren, so nimmt manein mehr flaches als tiefes, oben offenes, gut ausgelaugtes Holzgefäss, welchesman mit lockerer Leinwand schliesst, legt in dasselbe lockere, mit weichemWasser ausgewaschene, von Eisenkies und Kalkmergel freie, feuchte Torferdeoder mergelfreien Thon oder Moorerde oder Stücke einer frischen schwarzenErde, in welcher sich Egel aufzuhalten pflegen, und stellt in das Gefäss eineSchale mit weichem Wasser. Dieses wird wöchentlich erneuert, die Torferde3wöchentlich untersucht, von etwa vorhandenen Egelcadavern befreit und mitweichem Wasser abgewaschen. Faulende vegetabilische und ammoniakalischeSubstanzen, stinkende, ätzende oder starkriechende Gasarten, wie Ammoniakgas,Schwefelwasserstoff, Chlor, Chlorwasserstoff etc. hat man von den Egeln entferntzu halten. Auch hüte man sie vor Berührung mit Seife, Fetten, Alkalien,Säuren etc. Solche Stoffe machen sie krank und unfähig zum Saugen odertödten sie.
Krankheiten , welchen der in Gefangenschaft lebende Blutegel bei unsunterworfen ist, sind:
1. Knotenkrankheit (nodositas) auch Knorpelkrankheit, metallischeKrankheit genannt. Der Blutegel ist schlaff, zieht sich beim Drücken in derHand nicht kugelig zusammen, und sein Körper zeigt unregelmässige knotigeVerdickungen. Im Anfange der Krankheit ist der Egel nur etwas schlaff;beim sanften Drücken zwischen Daumen und Zeigefinger fühlt man aber deutlichin seinem Körper kleine Verhärtungen. Diese nehmen in wenigen Tagen inMenge zu und wachsen nach und nach oft zu so grossen Knoten, dass derEgel eine ganz widerliche Gestalt annimmt. Diese Krankheit ist contagiösund tödtlich.
2. Die Schleimkrankheit ( clysblennia ) ist gleichfalls contagiös undbesteht in einer übermässigen Schleimabsonderung, die so überhand nimmt, dassdie Egel in wenigen Tagen an Entkräftung sterben.
3. Hungertyphus (Gelbsucht) tritt in sehr verschiedenen Formen oderim Verein mit anderen Krankheiten auf. Der Blutegel kann allerdings ohneNachtheil über ein Jahr, der ausgewachsene sogar 1 1 j 2 Jahr lang ohne Nahrungexistiren, nach dieser Zeit aber, besonders in der Gefangenschaft, in welcherre häufig durch übermässige Schleimabsonderung sehr erschöpft ist, wird dieDarreichung von Nahrungsstoffen nothwendig. Den hungrigen, oder richtigernahrungsbedürftigen Egel erkennt man daran, dass sein Körper nicht rund undvoll ist, die Seiten etwas faltig und wellig gerunzelt sind und er beim Drückenin der Faust nur ein geringes Bestreben zeigt, sich kugelig zusammenzuziehen-Aus Mangel an Nahrung wird er schwach und zum Saugen wenig tauglich-Die lebendige oder kräftige Farbenzeichnung seiner Haut wird häufig matterund heller. Er stirbt plötzlich. Sobald einige Tliiere erlegen sind, gesellsich gemeiniglich die Schleimkrankheit hinzu und es entwickelt sich ein con'tagiöses Leiden, welches auch die gesunden und kräftigen Egel nicht ver-schont. Das beste Mittel ist, die nahrungsbedürftigen Egel abzusondern undzu füttern. Die Nahrung besteht in Fröschen, von welchen ein mittelgrosser