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Laubblättern. Blüten in endständigen, langgestielten, anfangs doldenförmigen Aehren. Krone gross, scharlachrotbis zinnoberrot. Heimat : Südbrasilien. Seit 1827 in Kultur und in verschiedenen Formen gern als Gruppen»pflanze oder auf Gräbern (z. B. in St. Johann im Pongau, Salzburg) gehalten. Verwildert bei Strassburg undauf dem Friedhof von Mannheim. — Aehnlidi, aber durch länger gestielte und breitere Laubblätter undgrössere Blüten unterschieden ist V. ph 1 ogif 1 öra Cham., die mit voriger gekreuzt die zu Blumenteppichenund Gruppen gern verwandte Hybride „Verbena Defiance" oder „Scharlach «Verbene" ergeben hat. Einestattlichere Form davon ist die Sorte „Nordlicht*. — V. teucrioides Gill, et Hook. Bis 30 cm hohe,halbstrauchige, weisslich behaarte Pflanze mit anfangs niederliegenden und wurzelnden, später aufstrebenden,stielrunden Zweigen. Laubblätter eirund bis länglich'3.eckig, stumpf und fast buchtig gesägt, am Rande zurück'gekrümmt, stark aderig»runzlig, oberseits drüsig kurzhaarig, unterseits kurzhaarig-filzig. Blütenstände endständig,drüsig behaart. Krone weiss oder fast rosa, aussen kahl, im Schlünde an der Mündung fast pinselartig bebartet.Kronröhre doppelt so lang als der Kelch. Heimat: Südamerika. 1839 aus Chile nach Europa eingeführt und
namentlich als Ausgangsmaterial für die Züchtung einer Anzahl von Bastard»formen benutzt, unter denen die mit V. phlogiflöra gekreuzten — aurikel»blütige Verbenen — sehr schön blau oder rot gefärbt sind und in der Mitteein grosses, weisses Auge aufweisen. V. teucrioides wurde ruderal beiIlvesheim (Pfalz 1919) adventiv beobachtet. —V. Bo n ar i & nsis L. Bis 1 mhoher Halbstrauch mit straff aufrechten Stengeln. Laubblätter lanzettlich, amGrunde halbstengelumfassend, undeutlich geöhrt, in der oberen Hälfte gesägt,am Rande umgerollt, beidseitig rauhhaarig. Blüten in dichten Doldenähren.Hochblätter lanzettlich, bewimpert. Krone lila oder violett, aussen feinzottigbehaart. Heimat: Südamerika, aber in allen Erdteilen eingeschleppt und z. B.am Kap, in Australien und auf den Hawai eingebürgert. Adventiv auch beiBlankenese auf Kaffeeabfällen bei den Wasserwerken. Die Art ist wenigerbekannt, obgleich sie in milderen Gebieten vollständig winterhart ist und sichzur Ausfüllung von Rabatten sehr gut eignet. — Sehr ähnlich ist V. venös aGill, et Hook. (Fig. 3173), die sich durch zierlichere, verlängerte, lila» oderblaufarbene Krone unterscheidet. Aus Gärten bisweilen verwildernd (Seengenim Aargau) oder adventiv (Güterbahnhof Zürich [1913], in einer var. parvi.flöra Thell. et Fr. Zimmermann auf Schutt beim Friedhof von Mannheim [1913]).— Als seltener gezogene Arten seien genannt :V. urticiföliaL. (Laubblätterungeteilt. Blüten klein, alle weiss, in zierlichen, schmalen Aehren) aus Mittel»amerika, die bereits zur Zeit der Renaissance nach Schübe in den Schlesi»sehen Gärten gepflegt wurde, V. Peruviana, V. bracteösa Michx. (1864von Stocker eingeschleppt bei der Baumwollspinnerei Feldkirch gefunden), V.Lamberti Ker aus Mexiko (verwildert in der Mark Brandenburg unweitNauen). — Als V. hybrida hört, werden z. T. Züchtungen von V. cha»maedrifolia und V. phlogifolia, z.T. Bastarde zwischen V. teucrio»ides und V. phlogif 1 ora (aurikelblütige oder geäugte Verbenen) oder vonV. tenera und V. incisa und V. erinoides Lam. (bunte oder italienischeBlumisten «Verbenen) bezeichnet. Diese Kreuzungen oder Fortzüchtungen sind vielfach farbenfreudiger, längerblühfähig und anspruchsloser als die Ausgangsformen und werden in Gärten, auf Friedhöfen, Anlagen allerArt, in Töpfen usw. als Hausschmuck viel verwendet. Die Vermehrung durch Stecklinge geht ungemein leichtvor sich. — Medizinische Bedeutung kommt nur wenigen Arten und auch diesen nur in beschränktem Massezu. So dient V. urticaefölia gegen Ausschlag, als Tonicum, Fiebermittel usw., V. erinoides Lam., solldie Menstruationen fördern, V. ca 1 licarpiaeföIia Kth. wird wie Salvia benützt, V. br ac teösa Michx. undV. litoralis Kunth werden gegen Scrofulose verwendet.
2337. Verbena offici'nälis L. Eisenkraut, Eisenbart, Katzenblutkraut, Heiligkraut, Sagen»kraut. Franz.: Herbe de verveine, herbe saeree, herbe a tous maux; engl.: Verain, peristerianwort, holy wort; ital.: Berbena, herba di San Giovanni (in Loearno Erba de San Giovann,in Mendrisio Erba Trona, in der Toskana herba santa). Taf. 222, Fig. 5; Fig. 3174 und 3175.
Der Name Eisenkraut (althochdeutsch isarna [ergänze chrüt], mittelhochdeutsch isenkrüt) istzunächst eine Uebersetzung des griechischen sideritis (Pflanzenname bei Dioskuridis; griech. sideros =Eisen). Er ist in vielen Gegenden dem Volke wohlbekannt und dürfte hauptsächlich durch Fachkundige
Fig. 3173. Verbena venosa Gill,et Hook. Blühender Trieb.