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Das an diesen Stellen vorhandene Gewebe ist dünner als dasjenige der Umgebung und wird von den Ameisen durch«bohrt, während der dahinter liegende Hohlraum zur Wohnungsstätte gemacht wird. Näheres vgl. z. B. Schimper(Botanische Mitteilungen aus den Tropen), Beccari (Malesia LL), Ridley (Journal of Botany, XXXIII, 1895).
Die Zahl der vom Menschen in irgend einer Weise verwendeten Verbenaceen ist nicht bedeutend.Von den Gattungen und Arten der beiden durch ährige oder traubige Blütenstände ausgezeichneten Unter,familien der Sti 1 boideae (Samen mit Nährgewebe) und Verbenoideae (Samen ohne Nährgewebe) kommtnur die letztere dafür in Betracht. Ueber die Gattung Verbena L. vgl. pag. 2240. — Aus der vorwiegendtropisch und subtropisch.amerikanischen, aber durch Lantana viburnoxdes auch in Arabien und Abessinienund durch L. älba in Vorderindien vertretenen Gattung Lantana 1 ) werden einige Arten in Gärten gezogen,so besonders L. Camdra L. (= L. aculeäta L.). Bis 1 m hoher, sparrig.ästiger Strauch mit eilänglichen bis fastherzförmigen, gekerbt-gesägten, netzig.ranzeligen, behaarten Laubblättern und doldigen Blütenständen. Krön,blätter während der Blütezeit die Farbe wechselnd, beim Aufblühen meistweiss oder gelb, beim Abblühen feuerrot, orange, lila, rosenrot usw.
Samen zur Reife vollkommen voneinander getrennt. Heimat •. Brasilienund Westindien. Seit langem — schon zur Zeit der Renaissance inSchlesien — in Kultur und im Freien und als Topfpflanze in zahlreichenSpielarten gezogen. Verwildert auf Schutt beim Friedhof von Mannheim(Pfalz, 1910). Auf den Hawai-Inseln, wo die Art dank ihrer fleischigenFrüchte durch Vögel sehr ausgiebig verbreitet wurde und ein wahresUnkraut darstellte, ist sie mit Hilfe einer aus Mexiko eingeführten Fliegenart(Agromyce), deren Larven die Samen zerstören, erfolgreich zurückgedrängtworden. — L. involucräta L. Grauweiss behaarter, drüsig punktierterStrauch mit verkehrt.eiförmigen, rautenförmigen oder länglich.lanzettlichen,gekerbten, netzig.runzligen Laubblättern und dichten, kugeligen, mit eineraus grossen Brakteen gebildeten Hülle versehenen Blütenständen. Blüten«kröne helllila mit gelbem Grunde. Samen am Grunde zusammenhängend.
Heimat: Westindien. Ebenfalls häufig gezogen. Verwildert in der Stadt»gärtnere! Ludwigshafen. — In Gewächshäusern ist nicht selten Lantananivea Vent. anzutreffen (Fig. 3167). — Aus der grossen Gattung Lippia 2 ) L.werden kultiviert: L. triphylla (L'Herit.) O. Kuntze (= L. citriodöra') [Lam.]
Kunth, = Aloysia citriodora Ort. et Pal.). Zitronenstrauch, Aloysie(Fig. 3168). Angenehm duftender Strauch mit zu 3 bis 4 quirlständig stehenden,lanzettlidien, ganzrandigen, unterseits reichdrüsigen Laubblättern. Blüten inzahlreichen, i rispig gestellten Aehren. Heimat: Chile, Peru, Argentinien. Einnamentlich früher (seit 1781), gern gezogener Strauch, der sich durch feinenzitronenartigen Duft auszeichnet und z. B. in Bozen in den Orangerien vielzusammen mit Ficus pumila, Passiflora caerulea, Myrtus communis, Ros«marinus officinale, Lavandula dentata usw. zu sehen war. Als Zimmer-pflanze wird er unter umgestürzten Weingläsern aus Stecklingen leichtgross gezogen. Das namentlich in den Laubblättern enthaltene ätherischeOel besteht aus Citral, l.Limonen, Geraniol, Sesquiterpen usw. undkommt als „Spanisches Verbenaöl" zu Würzzwecken in den Handel. Vielfachwird es in neuerer Zeit durch das Ostindische aus Gräsern gewonnene Citro«nella. oder Lemongrasöl ersetzt. Die Pflanze lässt sich sehr leicht ziehen, auch durch Stecklinge unschwer ver»mehren, bedarf aber eines winterlichten Schutzes. In Brasilien dient die Art gleich der L. pseüdo.th^a Schauerals Teepflanze. — Ebenfalls nur für südliche, wärmere Gebiete für das Freiland geeignet ist L. can 6scens Humb.,Bonpl. et Kunth. Halbstrauch mit unterwärts verholzten, niederliegenden, behaarten, weissgrauen Stengeln.Laubblätter verkehrt.eiförmig, grob gezähnt. Hochblätter H/s« bis 2«mal so lang als breit, gegen die Spitzesehr allmählich verjüngt. Blütenköpfe 9 bis 12 mm im Durchmesser, dicht, eiförmig, zuletzt zylindrisch, einzeln,achselständig, auf fadenförmigen Blütenstielen. Kelch kaum bis zur Mitte eingeschnitten. Krone 5 mm lang,mit sehr ungleichen Abschnitten, meist helllila. Heimat. Peru, Chile, Süd-Brasilien, Uruguay und Argentinien.
') Wahrscheinlich von lat. lentäre = biegen, abzuleiten. Der Name dürfte von Viburnum Lan»tana L. (vgl. Bd. VI/ 1, pag. 242) übernommen worden sein.
2 ) Benannt nach dem Pariser Arzt und Botaniker Auguste Lippi (geb. 1678), der mit einer Expeditionnach Abessinien ging und dort 1703 ermordet wurde.
') Zusammengesetzt aus lat. Citrus = Citrone und odörus = riechend, duftend.
Hegi, Flora. V, 3. 344
Fig. 3168. Lippia triphylla (L'Hgrit.).O. Kuntze. a Blühender Spross. b Blüte.