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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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DCXXI1I. Borägo 1 ) L. Borretsch, Gurkenkraut.

Ein» und mehrjährige Kräuter. Blüten in beblätterten Wickeln. Keldizipfel lineal.Krone radförmig, mit kurzer Röhre, spitzen Zipfeln und meist weit vortretenden Schlund»schuppen. Staubfäden mit Anhängseln und bespitzten, die Schlundschuppen weit überragendenAntheren. Nüsschen dem flachen Griffelpolster mit konkaven Ansatzflächen aufsitzend.

Die durch ihren Blütenbau ziemlich isolierte Gattung umfasst ausser unserer Art nur noch B. laxiflöraDC. auf Korsika und Sardinien und B. longifölia Poiret in den Atlasländern, ist somit rein westmediterran.

2336. Borago offkinälis L. Borretsch, Boretsch, Burres, Borgelkraut, Gurkenkraut,Wohlgemutkraut. Franz.: Bourrache, bourroche; in der Westschweiz: Bourratse, boratse;engl.: Borage; ital.s Boragine, borana, borrandella ; im Tessin: Boresena. Taf. 220, Fig. 2;

Fig. 3089 a, b und 3165.

Borretsch (spätmittelhochdeutsch barretsch, borretsch) ist entlehnt aus dem ital. boragine (franz.bourrache), das auf das mittellat. borago (vgl. Anm. 1) zurückgeht. Mundartliche Formen sind z.B. Purg,Porg, Porich (rheinisch), Boragi, Boradi (Obersteiermark), Boragefn] (schwäbisch), Burrasch (Loth«ringen), Burätsch, Borätsch (Schweiz). Da das Kraut eingemachten Gurken beigegeben wird, heisst die PflanzeGurkenkraut (z. B. Gotha), Gu (g o)m e a n bl er er (Oberhessen), Gu gg um er echr u t (Thurgau). AndereNamen sind Beinlfutter [= Bienen»] (Steiermark), Küchlikrut (Elsass), Jungferegsichtli (Churfirsten).

Einjähriges Kraut mit schwacher, ± stark verzweigter Wurzel. Sprosse sehr saftig,frischgrün, locker, mit starren, abstehenden, auf Knötchen sitzenden Borstenhaaren besetzt, vonsäuerlichem, schwach gurkenähnlichem Geruch und Geschmack. Stengel aufrecht, einfach oderästig, + 1^2 bis 6 dm hoch und am Grund */2 bis gegen 1 cm dick, dicht rauhhaarig. Laub»blätter wechselständig, die untersten rosettig gehäuft, mit ± 2 bis 8 cm langem, an den oberenStengelblättern oft undeutlichem Stiel und elliptischer bis eiförmiger, ± 3 bis 10 cm langerund 2 bis 5 (V 2 bis 8) cm breiter, ganzrandiger oder etwas ausgebuchteter, oft welliger undetwas runzeliger, fieder» und netznerviger, beiderseits behaarter Spreite. Blüten an V2 bis2 cm langen, kräftigen Stielen abstehend bis nickend, in etwas beblätterten, ziemlich arm»blütigen, aber oft zu umfangreichen Doldenrispen zusammengesetzten Wickeln. Kelch fast biszum Grund in lineale, ziemlich spitze, dicht rauhhaarige Zipfel geteilt, zur Blütezeit ausgebreitetund l 1 / 2 cm breit, nach dem Abfallen der Krone sich schliessend und bis zu gegen 2 cmLänge heranwachsend. Krone rein himmelblau, selten weiss, IV2 bis 2 1 /2 cm breit, mit sehrkurzer Röhre, lanzettlichen, spitzen Zipfeln und abgerundeten, weissen, vorragenden Schlund»schuppen. Staubblätter (Taf. 220, Fig. 2 a bis c) mit verbreitertem und aussen mit einemspornähnlichen, oft violetten Fortsatz versehenem Filament und linealer, ± 7 mm langer,kurz bespitzter, die Schlundschuppen weit überragender, schwarzvioletter Anthere. Griffelfädlich, mit kleiner, kopfiger Narbe, dem ziemlich flachen Griffelpolster aufsitzend. Nüsschen(Taf. 220, Fig. 2d bis f) länglich=eiförmig, ± 7 bis 10 mm lang, gekielt, gerippt und warzigrauh, hellbraun, um die von einer halbkugelig vorgewölbten, als weisser Oelkörper ausgebil»deten Pseudostrophiole eingenommene Ansatzfläche ringförmig verdickt. V bis IX.

Alte Kulturpflanze aus dem Mittelmeergebiet. Häufig in Bauerngärten gezogen undsich daselbst auch durch Selbstaussaat erhaltend, in Gemüsegärten, auf Komposthaufen, anSeeufern, auf wüsten Plätzen usw. im ganzen Gebiet häufig verwildernd (im Inntal noch bei

') Die Ableitung dieses spätlateinischen, zuerst anscheinend beiAlbertusMagnus, der die Pflanzeauch ausführlich beschreibt, Henrik Harpestreng und in den Sumerlaten (als Bofrago oder Scarleige) vor»kommenden Namens ist unsicher. Am wahrscheinlichsten ist die von spanisch und spätlateinisch borra oderburra = struppiges Barthaar, Scherwolle. Am gebräuchlichsten ist die z.B. von Bauhin und Tourneforteingebürgerte Schreibweise BorragOj Linn6 schrieb jedoch, wie schon Albertus Magnus, Brunfelsund Hieronymus Bock Borago, weshalb diese Schreibweise beizubehalten ist. Bei C.Bau hin heisst unsereArt Buglossum latifolium.