Druckschrift 
5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
Entstehung
Seite
2210
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

2210

deutlich gestielt. Hierher P. angustifolia und von ihr abzuleitende Sippen, worunter auch geflecktblättrige, dieoft als P. saccharäta Miller (= P. grandiflöra DC.) zusammengefasst werden, sich aber nach Rouyauf (abgesehen von P. Kernen Wettst.) mindestens 3 Sippen verteilen i P. pj'cta Rouy (= P. saccharataKerner non Mill., = P. officinälis var. saccharata Arcang.) aus Mittelitalien (Fig. 3151 b), seit dem 16. Jahr»hundert (zuerst in Bologna) öfters kultiviert und verwildert, so beim Friedhof von Ludwigshafen in der Pfalz,bei Spaa in der Rheinprovinz und in Beigten. — P. Ion gif 61 ia Bastard (= P. saccharata Miller p. p., = P.angustifolia var. maculäta Gaudin)(Fig. 3150e bis h) in Westeuropa von Portugal bis Holland und Belgien, angeblichauch in der Schweiz (von C. Bauhin in Basel und von Mural t in Zürich gefunden, an beiden Orten wohlnur verwildert). — P. c o n f ü s a Rouy. Der P. tuberosa stärker genäherte Sippe aus Mittel» und Ostfrankreich.— Äsperae. Sprosse rauhhaarig. Sommerblätter mit deutlich abgesetztem Stiel. Hierher der Formen»kreis der P. officinälis mit der den vorgenannten genäherten P. affi'nis Jordan (= P. saccharata Gren. etGodron non Mill.) in Frankreich und Belgien. — Mölles. Sprosse weich und dicht drüsig behaart. Sommer«blätter mit deutlich abgesetztem Stiel. Hierher P. montana (inkl. P. mollissima und den wohl Bastarde derselbendarstellenden P. Stiriaca und P. Vallarsae), ferner die ungarische P. Filarszkyäna Jävorka und die ziegelrotblühende, auf die Ostkarpaten (Süd.Ungarn, Banat, Siebenbürgen und Moldau, besonders in Buchenwäldern)beschränkte, in Mitteleuropa zuweilen als Zierstaude gezogene P. rubra Schott (= P. Transsilvänica Schur,= P. Ddcica Simonkai). — Godron fasste P. angustifolia und P. montana als P. variabilis, M6rat P. angustifolia

und P. officinälis als P. vulgaris zusammen,während namentlich Kern er eine grössereZahl von Arten unterschied. — Die Pulmo»narien zeichnen sich durchwegs durch früheBlütezeit und starke postflorale Umwandlungsowohl der Laubblätter wie der Kelche aus.Die Heterostylie macht sich nach W. Bally(in Archives Sc. phys. et. nat. Genf 1909,pag. 192) erst kurz vor dem Aufblühen be»merkbar; die mikrostylen Stöcke sollen zurBlütenentfaltung mehr Nährstoffe brauchen alsdie makrostylen. Die Myrmekochorie ist schonvon Ludwig erkannt und von Sernanderexperimentell untersucht worden. Bastardie«rung ist ausserordentlich häufig und viele Ba»stardderivate haben sich seit dem Tertiär überdas Areal der Eltern hinaus ausgebreitet, so»dass sie heute als selbständige Arien oder Unter«arten erscheinen. Vielleicht lassen sich alle heutelebenden Pulmonarien auf nur 4 alte Tertiär»Arten zurückführen. die eurosibirische P.azurea (angustifolia), die submediterrane P. ma«culosa (officinälis), die sarmatisch»pontisch.pan»nonische P. mollissima und die karpatische P.rubra. Vgl. hiezu das Diagramm am Schlussder Gattung (Fig. 3157).

1. Wurzelstock ziemlich dünn. Rosettenblätter und untere Stengelblätter mit scharf abgesetztemStiel und i herzeiförmiger, meist deutlich fiedernerviger, ziemlich rauh behaarter Spreite. Auch der Bluten-stand rauhhaarig, wenig drüsig. Krone meist violett, nie rein blau P. officinälis nr. 2331.

1*. Wurzelstod: dick walzlich. Stengelblätter alle sitzend, ohne deutliche Fiedernerven. Spreite derRosettenblätter meist nur unscharf vom Blattstiel abgesetzt, nie herzförmig 2.

2. Stengelblätter zu 4 bis 7, nur 1 bis 2 cm breit. Rosettenblätter lanzettlich, sehr allmählich inden Blattstiel verschmälert, l 1 / 2 bis 3 (bis 3 l /a) cm breit, meist ohne deutliche Seitennerven und ohne Drüsen,ungefleckt (ausser bei der Rasse Kerneri, wenn mit grossen, verwaschenen Flecken, vgl. P. saccharata oben).Blütenstand nicht klebrig, dicht. Kelch lO.nervig. Krone nach der Entfaltung azur» bis kobaltblau, seltenweiss P. angustifolia nr. 2330.

2*. Stengelblätter zu 5 bis 8, 2 bis 4 cm breit, gleich den Rosettenblättern ± dicht weich behaartund oberseits drüsig. Rosettenblätter mit langem Stiel und eiförmiger, rfc 4 bis 6 (3 bis 8) cm breiter Spreite.Blütenstand dicht drüsig, bald locker. Kelch 5=nervig. Krone nach der Entfaltung blauviolett (wenn bleibendrot, vgl. P. rubra oben) P. montana nr. 2332.

Fig. 3150. Krone, schematische Blattquerschnitte und Stengelstücke vonPulmonaria: a bis d P. angustifolia L. subsp. azurea (Besser).e bis h P. longifolia Bast, i bis m P. tuberosa Schrank, n bis q P.Vallarsae Kerner (nach Kern er).