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Südfrankreich (Korsika, lies d'Hyeres, Marseille usw.), auf den Balearen und in Südspanienwie in Mitteleuropa (bis Dänemark) wohl nur eingebürgert.
In Mitteleuropa scheint diese orientalische Art, die im Gegensatz zur vorigen keine eigentlicheSteppenpflanze ist, zumeist aus botanischen Gärten verwildert zu sein. Dank ihrer reichlichen und rasdienFruchterzeugung und ihrer Myrmekochorie (Verbreitung durch Läsius- und Formica«Arten) dürfte sie sich immerweiter ausbreiten.
DCXXI. Plllmonäria 1 ) L. Lungenkraut. Franz.: Herbe aux poumons,pulmonaire; engl.: Lungwort; ital.: Polmonaria.
Stauden mit kriechendem, oft ästigem, dicke Wurzeln, im Frühling Blütensprosse undhernach Laubblattrosetten treibendem Wurzelstock. Rosettenblätter lang gestielt. Stengel auf»
recht. Stengelblätter wenig zahlreich, spiral»
ständig, nicht oder undeutlich gestielt, ganz»randig, weichhaarig, bei mehreren Artenmit Silberflecken. Blüten deutlich gestielt,in meist armblütigen, beblätterten Doppel»wickeln. Kelch mit glockiger Röhre und± halb so langen, stumpf dreieckigenZähnen, postfloral sich stark vergrössernd.
Krone trichterförmig, anfangs karminrot,dann meist violett bis rein blau, seltenerbleibend rot, mit auf Haarbüscheln redu»zierten Schlundschuppen und abgerundetenZipfeln. Staubblätter meist unter dem Haar»ring sitzend, mit sehr kurzen Filamenten.
Griffel fädlich, mit kopfiger oder kurz zwei»lappiger Narbe, meist heterostyl. Nüsschenaufrecht, eiförmig, meist glatt, mit rund»licher, von einer als Elaiosom ausgebildetenPseudostrophiole eingenommener und voneinem nur schwach entwickelten, glattenRingwall umgebener Ansatzfläche.
Die morphologisch wie ökologisch recht ein.heitlidie Gattung ist auf Süd«, Mittel, und Osteuropa,
Vorderasien und Sibirien beschränkt. Die Umgren»zung der Arten wird recht verschieden vorgenommen(„De Pulmonariis quot capita tot sensus" De Can.
dolle) und bereitet bei dem häufigen Vorkommen Fig. 3149. Nonnea lutea (Desr.) Rchb. eingebürgert bei der Klus-von Bastarden grosse Schwierigkeiten. Die 4 bis 7 burg ' Zurich - Phot - Emil Ganz, Zürich.
(nach Kerner 10, nach den neueren österreichischen
und ungarischen Autoren mindestens 12) Arten verteilte A. Kerner in seiner Monographia Pulmonariarum (Inns,brück, 1877) auf die folgenden 3 Gruppen, die bei der nahen Verwandtschaft aller Arten kaum den Rangvon Sektionen verdienen: Strigösae. Sprosse rauh-borstig, nicht drüsig. Sommerblätter lanzettlich, nicht
*) Von lat. pulmo = Lunge, für unsere Gattung zuerst bei Fuchs (Lungwurz schon bei derHeiligen Hildegard). P. officinalis wird seit dem Mittelalter (im Altertum anscheinend noch nicht) gegenLungenleiden gebraucht (1 lerba Pulmonariae maculösae). Mit den anderen Hustenmitteln (z. B. den FlechtenLobaria pulmonaria und Cetraria Islandica, die wohl auch den Hauptbestandteil von solchen Präparatenwie „Pulmonin" usw. bilden), kann sie kaum konkurrieren. Als Pulmonaria arborea, Lungenmoos oder Lungen,flechte ist seit dem Altertum (pulmonaria herba liehen bei Plinius, Pulmonaria arborea der Pharmakopoen)die Blattflechte Lobäria pulmonaria (L.) Hoffm. (= Sticta pulmonäcea Ach.) bekannt.