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mit gefüllten Blüten (f. flöre pleno hört.) werden überhaupt keine Nüsschen gebildet. Audi die Spielart ohneAnthozyan (f. alba hört.) mit rein weisser Krone wird kultiviert; doch ist die im 18. und 19. Jahrhundertsehr beliebte Pflanze in den letzten Jahrzehnten in den meisten Gegenden ganz aus der Mode gekommen. Anihrem Rüdegang mag auch Schuld sein, dass sie nach Osterwalder stellenweise stark unter dem Befall vonSclerotinia Libertidna Fuckel leidet und dass sie in den meisten Gegenden Mitteleuropas nicht fruchtet.
DCX1I. CynoglÖSSUm') L. Hundszunge. Franz.: Langue de chien, herbeau diable; engl.: Hound's tongue; ital.: Lingua canina, cinoglossa.
Ein*, 2= und mehrjährige Kräuter mit spiralständigen, meist lanzettlich=zungenförmigen,i stark behaarten Laubblättern. Blüten gestielt, in meist reichblütigen, unbeblätterten (seltenbeblätterten) Wickeln. Kelch ± tief 5»teilig, postfloral etwas vergrössert, mit abstehendenoder zurückgeschlagenen Zipfeln. Krone braunrot, blau oder weisslich, mit kurzer Röhre,stumpfen Schlundschuppen und abgerundeten, in der Knospe sich dachziegelig deckendenZipfeln. Staubblätter 5, klein, von den Schlundschuppen überragt. Griffelpolster gewölbt bisstampf kegelförmig. Nüsschen konvex, i abgeflacht, ringsum mit geraden oder gekrümmten,vorn widerhakigen Stacheln besetzt, mit kleiner Ansatzfläche.
Die Gattung umfasst nach Ausschluss der seit Linn6 zu besonderen Gattungen erhobenen Gruppennoch etwa 50 Arten, die über die gemässigten und subtropischen Zonen beider Hemisphären weit verbreitet,in den Tropen auf die Gebirge beschränkt sind. Die weite Verbreitung und zugleich die Unbeständigkeit desAuftretens vieler Arten hängt mit ihrer Epizoochorie zusammen, die vermittelst der Klettfrüchte sehr leichterfolgt. — Mehrere mediterrane und südasialische Arten werden als Zierpflanzen gezogen und verwildern zuweilen,so C. cheirifölium L. (= C. argönteum Lam., = Anchüsa argentea L.) aus dem westlichen Mittelmeergebietbis Süditalien und Dalmatien, das sich von den meisten andern Arten durch fast filzige Behaarung und beblätterteWickel unterscheidet, C. glochidiätum Wallich (= C. vesiculösum Wallich, = C. coelestinum hört, non Lindl.)aus Nepal mit am Grund blasig erweiterten Haaren und leuchtend himmelblauer Krone (adventiv in Erfurt)und das sehr ähnliche, oft mit ihm verwechselte C. Wallichii G. Don gleichfalls aus Nordindien. Dieseswurde wiederholt adventiv gefunden, so in Königsberg (mehrfach seit 1889), im Hafen von Mannheim 1905,bei einer Brauerei in Ried (Oberösterreich), in Oberdorf bei Solothurn 1909 und bei Windisch im Aargau 1914/15,(wahrscheinlich auch bei Klein »Döttingen im Aargau 1893). — C. N e b r o d 6 n s e Guss. aus dem südlichenMittelmeergebiet, das dem C. Creticum nahesteht, sich aber in Behaarung und Färbung dem C. Germanicumnähert, trat 1876 im Bahnhof Zürich auf. — Ueber C. Hungäricum Simonkai vgl. pag. 2151.
Von l.jährigen Arten sei das mediterrane C. Colümnae Ten. genannt, das im Habitus dem C. Cre»ticum, in den Fruchtmerkmalen dem C. officinale gleicht und bis Istrien (Beilay, Arsatal, Albosa usw.) reicht. —Aus den mit Cynoglossum nahe verwandten Gattungen werden gleichfalls als Zierpflanzen gezogen: Lindelöfialongiflöra (Bentham) Gürke (= L. spectäbilis Lehm., = Cynoglössum longiflörum Bentham, = Omphalödeslongiflora DC., = Anchusöpsis longiflöra Bisch.). Von Cynoglossum durch die längere (etwa 1 cm lange) Röhreder blauen oder violetten Krone und die aus dieser vorragenden, aber gleich langen Staubblätter verschieden.Fruchtkelch weniger vergrössert. Nüsschen wie bei Cynoglossum. Zierstaude aus dem Himalaya (in 3000 bis5000 m Höhe). Als Gartenflüchtling in Ludwigshafen. — Paracäryum 2 ) coelestinum (Lindley) Voss (= Cyno«glossum coelestinum Lindley). Von Cynoglossum hauptsächlich durch Nüsschen mit grösserer Ansatzfläche undhäutigem, gezähntem Rand versdiieden. Gleichfalls aus dem Himalaya. Der himmelblauen, weissrandigen,vergissmeinniditähnlichen Kronen wegen seit 1838 öfters kultiviert und zuweilen verschleppt, so am Hafen vonMannheim 1906, in der Kiesgrube von Ilversgehofen bei Erfurt, bei Seelbach in Westfalen 1883 und auf Helgoland.
1. Haare spärlich, weich. Laubblätter dünn, gelblichgrün, oberseits fast kahl, glänzend. Kronerotbraun. Nüsschen unberandet (wenn die Krone himmelblau und die Nüsschen mit gezähntem Rand, vgl.Paracaryum oben) C. Germanicum nr. 2302.
1*. Haare dicht, starr. Laubblätter graugrün (wenn weisslichfilzig, siehe C. cheiri folium oben) 2.
*) Gr. xi(or [kyon] = Hund und yXwaoa [glössaj = Zunge, also Hundszunge. xvvöyhooooi> [kynöglossonjoder (bei Nikandros) xvvoy'kmaaoq [kynöglossos] bezeichnete im Altertum eine ganze Reihe verschiedenerPflanzen. Dioskurides führt es als Synonym für 3 verschiedene Pflanzen an, worunter Plantago und eineWasserpflanze (wohl Alisma), aber sicher keine Boraginee. Dagegen könnte die Cynoglossos oder lingua caninades Plinius (Nat. bist. 25, 81) sehr wohl Cynoglossum sein.
2 ) Gr. naqa [parä] = bei, daneben und xdqvov [käryonl =Nuss; wegen der abweichend gestalteten Nüsschen.