Druckschrift 
5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
Entstehung
Seite
2139
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Einjähriges oder häufiger überwinternd 1 »jähriges, schwach mäuseartig riechendes, imHabitus zwischen Cynoglossum und Myosotis arvensis stehendes Kraut. Wurzel meist wenigverzweigt, verbogen. Sprosse von angedrückten, auf weissen, sich später vergrössernden Knötchensitzenden, ziemlich starren Haaren graugrün, in der Jugend fast filzig. Stengel starr, aufrecht,1 bis 4 (selten bis 8) dm hoch, meist erst im oberen Viertel, seltener schon vom Grund an± sparrig verzweigt, derb, unterwärts rauhzottig, oberwärts mehr flaumig behaart, dichtbeblättert. Laubblätter spiralständig, die derüberwinternden Rosetten im Frühling ver=trocknend, spatelig, die oberen fast lineal, un»deutlich stielartig verschmälert, ± 2 bis 5(bis 7) cm lang und 3 bis 6 (bis 12) mm breit,abgerundet, flach, ziemlich dünn, beiderseitsrauh behaart, ohne deutliche Seitennerven.

Blüten an sehr kurzen, aufrechten, postfloralsich verdickenden und bis zu 3 oder 4 mmverlängernden Stielen, in der Achsel blei»bender, lanzettlicher, i 1 /2 bis 1 cm langerHochblätter, zur Blütezeit gedrungene, zurFruchtzeit V 2 bis über l 1 /« dm lange, Hbsparrig abstehende Doppelwickel bildend.

Kelchzipfel elliptisch, rauhhaarig, zur Blüte»zeit 2 bis 3, zur Fruchtzeit 4 bis 5 mm lang.

Krone den Keldi ein wenig überragend, 2bis 4 mm breit, helbhimmelblau, mit kleinen,warzigen, gelblichen Schlundschuppen. Fruchteiförmig, 3 bis 4 mm lang, in 4 abgerundettetraedrische, hellbraune Klausen mit anden Kanten je 2 bis 3 Reihen widerhakigerStacheln (Fig. 3098 b, c) und dazwischen stumpfen, seltener gleichfalls stadieiförmigen Warzenzerfallend. VI, VII (VIII, IX).

Auf Kies» und Sandboden in Weinbergen, auf Brachen, an Acker» und Wegrändern, aufGartenmauern, Schutt, Bahndämmen, Kiesalluvionen, Dünen usw. sehr zerstreut, nur in ein»zelnen Weinbaugebieten häufiger, anderwärts oft nur vorübergehend mit Getreide oder Kleeeingeschleppt, auf kalkarmem Boden eher häufiger als auf kalkreichem. Meist nur etwa bis zurGrenze des Weinstocks, doch in der zentralalpinen Föhrenregion öfters bis in die subalpine Stufesteigend, so im Inntal vereinzelt bis Maloja 1800 m, ob Ardez bis 1900 m, im Wallis bis 1700 m.

In Deutschland sehr zerstreut, wohl nirgends urwüchsig, nur in den mitteldeutschen Trocken,gebieten von Schlesien bis ins Oberrheintal etwas häufiger, südlich der Donau nur vereinzelt bis zum Hegau,bis Friedridishafen, Dinkelsbühl, Mering, München und Landshut, im norddeutschen Flachland meist nur vorüber»

Fig. 3099. Lappula echinata Gilibert, an Wegrändern beiMezzaselva (Graubünden). Phot. Dr. G. Hegi, München.

') Bei den älteren Autoren heisst die Art Cynoglossum minus (z. B. bei J. und C. Bauhin), Elatine(Bock), Heliotropium minus III. (Tabernaemontanu's), Lappula rusticorum (Da 1 echam p).

Hegi, Flora. V, 3. 338

2298. Lappula echinata 1 ) Gilibert (= Myosötis Lappula L., = Echinospermum vulgäre Sw.,= E. Lappula Lehm., = Cynoglossum Lappula Scop., Rochelia Lappula Römer et Schultes,= Lappula Myosötis Moench, = L. Lappula Karsten, = Cynoglossospermum Lappula O. Kuntze).Weinberg = Klettenkraut, Gemeiner Igelsame. Taf. 219, Fig. 1; Fig. 3098b bis d, 3099

und 3100 b.