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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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In Weinbergen, Aeckern und Brachen auf Sand* und Kiesboden, an Wegrändern, aufOedland im Mittelmeergebiet. Im Donau=, Rhone» und Oberrheingebiet als Archaeophyt völligeingebürgert, anderwärts nur vorübergehend eingeschleppt. Steigt bei uns nur selten höherals der Weinbau (im Mittelwallis bis 1370 m).

In Deutschland als Archaeophyt nur im Südwesten: in der Rheinebene von Basel bis Koblenzsehr zerstreut, häufiger nur im Elsass (z. B. um Kolmar, schon von J. Bauhin daselbst ganze Felder bedeckendgefunden, seltener im Sundgau und in Lothringen, z. B. um Metz und Gross«Mövern) und am Kaiserstuhl,im Maintal bis Miltenberg und Kreuzwertheim, im Nahetal von Kreuznach bis Sobernheim, im Moseltal vonKoblenz bis Trier und im angrenzenden Luxemburg, ausserdem nur vereinzelt und meist nur vorübergehendin Württemberg (Bietigheim, Hohenzollern), Bayern (um Nürnberg [mehrfach], Südbahnhof München), ganz vereinzeltund meist nur vorübergehend auch in Mittel» und Norddeutschland (z. B. Rheinwerft Uerdingen, Bernburg, Barby,Potsdam, Danzig). In Oesterreich häufiger nur im Pannonischen Gebiet (in Niederösterreich besondersim Marchfeld und im südlichen Wiener Becken bis ins Steinfeld, in Wien selbst am alten Naschmarkt, vereinzeltz. B. bei Traismauer und Langenlois, in Steiermark z. B. bei Graz, zerstreut auch im südlichen Mähren bisZnaim und Brünn, adventiv bei Mistek), ferner in Krain, Friaul und Istrien (nur im westlichen Istrien stellenweisehäufiger) und in Südtirol (mehrfach in der Umgebung des Gardasees, vorübergehend auch bei Meran und imVintschgau). In der Schweiz in der Umgebung des Genfersees, im Rhonetal aufwärts bis Visp, vomGenfersee bis an den Neuenburgersee und dann wieder mehrfach im Kanton Basel, ausserdem nur ganz ver>einzelt und unbeständig (z. B. Freiburg, Solothurn, Mümliswil, Aarau, Brugg, Zürich).

Allgemeine Verbreitung: Im ganzen Mittelmeergebiet (im westlichen jedochvielleicht nur als Archaeophyt) von Portugal und den Atlasländern bis Aegypten, Syrien,Mesopotamien, Persien, Kaukasien und zu den Donauländern. Eingebürgert bis Mittelfrank»reich, Mitteldeutschland und Oesterreich.

Das ursprüngliche Areal dieser zirkummediterranen oder richtiger orientalisch.mediterranen Art istsehr schwer festzustellen. Vielleicht ist es auf Vorderasien beschränkt, wo die Pflanze (z. B. am Ararat) bisin die subalpine und alpine Stufe steigt. Schon in den Balkanländern scheint die Art hauptsächlich in Kulturen(Weinbergen, Olivenhainen, Maisfeldern usw.) aufzutreten und nur vereinzelt aus diesen auch auf ± natürlicheStandorte überzugehen. Im Rhone« und Rheintal tritt sie fast ausschliesslich in Weinbergen und sandigenAeckern (z. B. Kartoffeläckern) auf, zusammen mit Eragrostis minor, Setaria viridis und S. verticillata, Portulacaoleracea, Ajuga Chamaepitys, Lappula echinata, Lycopsis arvensis, Anlirrhinum Orontium, Valerianellacarinata usw. Kalkarmen Boden scheint sie kalkreichem etwas vorzuziehen, ohne jedoch bodenstet zu sein.Auf Sandboden tritt sie zuweilen sehr gesellig auf, ist jedoch selbst an der Adria vielfach unbeständig. Schonfür Niederösterreich wird sie dagegen als regelmässiger Bestandteil der pannonischen Federgrasheiden (Beck)angegeben. Ausser mit Getreide wird sie auch mit Luzerne (z. B. aus Südfrankreich) eingeschleppt. EineVerbänderung fand Geisenheyner. Die mannigfache Verwendung, die das Kraut gefunden hat, gehtgrösstenteils aufSignaturen" zurück. Die Anwendung gegen Skorpionstiche, Schlangenbiss und Krebsauf die Gestalt der Blütenstände, diejenige gegen Quartan» und Tertianfieber (gegen ersteres 4, gegen letzteres3 Nüsschen nach Dioskurides) auf die Zahl und diejenige gegen Warzen auf die Gestalt der Nüsschen.Ausserdem wurde das bitter schmedeende Kraut auch als Wundmittel und Purgativum und (nach Mattioli)zur Vertreibung von Ameisen gebraucht. Das Seltenerwerden der Pflanze im Oberrheintal und anderwärtsdeutet vielleicht darauf, dass sie daselbst zur Römerzeit oder im Mittelalter absichtlich eingeführt worden undmindestens geschont worden ist. In ähnlicher Weise werden noch jetzt in den Tropen H. Indicum L., H. Curassa»vicum L. u. a. Arten gegen Hautkrankheiten gebraucht. In den Wurzeln und Nüsschen von H. Europaeum,H. Peruvianum u. a. ist das giftige Alkaloid Cynoglossin, das früher auch als Heliotropin bezeichnet wurde,enthalten. Im Gebiet variiert die Art kaum. Im östlichen Mittelmeergebiet ist eine stärker behaarte Formmit kleineren Blüten und stärker behaarten Nüsschen (var. t en u if 16 r um [Gussone] Boiss., = H. commu.tätum et Carduchörum C. Koch) verbreiteter als die als Typus geltende schwach behaarte Form (= H.subcan^scens Steven). Auch grossblütige, an H. Bocconei Guss. erinnernde Formen sind aus Südeuropa bekannt.

DCVIII. Eritrichium 1 ) Schräder. Himmelsherold.

An Myosotis erinnernde, meist stark wollig behaarte Kräuter. Blütenstand, Kelch,Krone und Staubblätter wie bei Myosotis. Stempelpolster kegelförmig. Nüsschen unterhalb der

*) Gr. eqiov [erion] Wolle und'/(«'£, Genitiv roiy/k [thrix, trichös] Haar, wegen der meist wolligenBehaarung. Die sprachlich richtigere Schreibweise Eriotrichum zieht R o u y vor.