2132
2*. Stengel aufsteigend oder aufrecht, kurz angedrückt behaart. Kelch offen, tief geteilt. Frucht in4 einzeln ausfallende Klausen zerfallend 3.
3. Blüten unter '/* cm breit, geruchlos. Narbe lang pfriemlich verschmälert. Weinberg, und Adcer.unkraut H. Europaeum nr. 2295.
3*. Blüten über '/■ cm breit, wohlriechend. Narbe meist kurz kegelförmig. Zier, und Adventiv,pflanzen H. Bocconei und H. suaveolens pag. 2130.
4. Blüten duftend. Frucht in 4 einfächerige Klausen zerfallend 5.
4*. Blüten geruchlos, in Grösse und Farbe denen von H. corymbosum gleichend. Frucht in 2 zwei.
fächerige Hälften zerfallend Cochranea anchusifolia pag. 2131.
5. Sprosse rauh behaart. Kelchzähne lanzettlich. Krone ± l /s cm breit, oft lebhaft violett, mitstarkem Vanillegeruch H. P e r u v i a n u m pag. 2131.
5*. Sprosse flaumig behaart. Kelchzähne lang pfriemlich. Krone grösser, mindestens doppelt so
lang als der Kelch, meist heller gefärbt, mit schwachem,
mehr narzissenähnlichen Geruch
H. corymbosum pag. 2131.
2295. Heliotropium Europaeum 1 ) L. Skor=pionskraut, Krebsblume, Wodanskraut,Warzenkraut, Sonnenwende. Franz.: Herbe auxverrues, herbe du Cancer, tournesol; ital.: Porraja,porricella. Taf. 220, Fig. 1 und Fig. 3094.Einjähriges, fast ganz geruchloses Krautmit ziemlich kräftiger, wenig verzweigter, oftetwas verbogener Pfahlwurzel. Sprosse hell»grün, ziemlich dicht mit kurzen, angedrücktenHaaren besetzt. Stengel aufrecht oder aufstei*gend, ± 2 bis 3 (1 bis 3 1 /») dm lang, stielrund,meist an allen der wenig zahlreichen Knotenwiederum ± verzweigte Aeste tragend. Laub»blätter 2=zählig, wechselständig, mit + '/a bis2 1 /a cm langem Stiel und elliptisch=spateliger bisei=lanzettlicher, ± 3 bis 4 (1 bis 7) cm langer und1 bis 2 ( x /2 bis 4) cm breiter, ganzrandiger, amGrund verschmälerter, vorn abgerundeter,flacher, beiderseits weich behaarter Spreite, mit3 bis 4 (bis 7) Paar bogigen, meist nur durchsehr schwache Netznerven verbundenen Fiedernerven. Blüten 3 bis 4 mm lang und i 3 mmbreit, sitzend, in blattachseb und endständigen, i 2 bis 6 cm langen, dichten, einseitswendig ein»gerollten, einfachen oder gegabelten Wickeln. Kelch fast bis zum Grund in lanzettliche, dichtweichhaarige, zuletzt sternförmig ausgebreitete Zipfel geteilt. Krone weiss bis etwas bläulichweiss,im Schlund gelb, mit den Kelch kaum überragender Röhre und gefälteltem Saum, mit 3=eckigenZipfeln. Staubblätter in der Kronröhre eingeschlossen, mit zugespitzten, fast sitzenden Äntheren.Fruchtknoten 4=teilig, fein warzig, mit kurzem Griffel und aufgesetzter, kegelförmiger, pfriemlichverlängerter, vorn kurz 2=spaltiger Narbe. Nüsschen eiförmig = birnförmig, 2 1 /* mm lang, grobwarzig, kahl oder spärlich behaart, dunkelbraun, mit kleiner, elliptischer Ansatzfläche, raschreifend. Endosperm vorhanden. — VII bis IX.
Fig. 3094. Heliotropium Europaeum L., in einem verwil-derten Kartoffelacker. Phot. Dr. Fritz Ernst, Grünstadt (Pfalz).
*) Matthioli, Bauhin u. a. deuteten diese Art als „Heliotropium majus Dioscoridis". AeltereNamen sind Solsequium, cauda scorpionis, berba cancri. Die meisten Namen beziehen sich auf die Formder Blütenstände.