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Fig. 3087. a Diagramm von Pulmonaria officinalis L.(nach Marktanner-Turneretscher). — b Krone (aufgeschnitten)mit Staubblättern und Schlundschuppen (s).
tellerförmig, mit kurzer oder den Kelch wenig bis um ein mehrfaches überragender, vorn meistdurch 5 hohle, zuweilen behaarte oder durch Haarbüschel ersetzte, seltener ganz fehlendeAusstülpungen (Schlundschuppen) verengter Röhre (Fig. 3087 b) und becherförmigem, radförmigausgebreitetem oder (bei nickenden Blüten) rückwärts umgerolltem Saum mit 5 (selten 4)rundlichen oder spitzen, in der Knospe sich meist dadiziegelig deckenden, selten (z. B.Myosotis) rechts gedrehten Zipfeln. Staubblät*ter 5, mit den Kronlappen und Schlundschuppenalternierend, der Kronröhre eingefügt, gewöhnlichmit introrsen, meist kleinen und in der Kron=röhre eingeschlossenen, seltener verlängertenund i weit vorragenden Antheren (so z. B.bei Borago und bei Arten von Symphytum undMyosotis). Fruchtknoten oberständig, sitzend,von einem + deutlichen, ringförmigen Diskusumgeben, aus 2 median gestellten, aber balddurch falsche Scheidewände in 4 Fächer geteiltenund in 4 (sehr selten 2) einsamige Nüsschen(Klausen) zerfallenden Fruchtblättern gebildet.
Griffel meist am Grunde zwischen den Klausen stehend, seltener (z. B. Fleliotropium) encl=ständig, mit meist kopfiger, seltener 2= oder 4=lappiger Narbe. Samenanlagen ^ aufrecht,anatrop, mit (im Gegensatz zu den Verbenaceen und Labiaten) aufwärts gerichteter Mikro=
pyle und aussen stehender Raphe. Frucht meistin 4 (seltener in 2 oder 10) hartschalige, zuweilenauffallend skulptierte oder bedornte Nüsschenzerfallend, oder eine ungeteilte Steinfrucht, ihredem flachen oder gewölbtem Stempelpolster auf*sitzende Ansatzfläche von sehr verschiedenartigerForm und Grösse, zuweilen mit als Oelkörperausgebildeter Pseudostrophiole. Samen rundlich,gerade oder gekrümmt, mit flachen, gewölbtenoder gefalteten Keimblättern und kurzem, aufwärtsgerichtetem Würzeldien.
Die hier noch nach dem E n g 1 e rschenSystem an den Anfang der Tubiflorenreihe gestelltenBoraginaceen sind, wie sowohl aus der nur scheinbareinfachen Morphologie (z. B. des Blütenstandes) wie ausden Serumreaktionen (Alexnat, vgl. Bd. IV/3 pag. 1643) hervorgeht, eines der abgeleitetsten Glieder diesesSympetalenastes. Am nächsten sind sie mit den Hydrophyllaceen verwandt, mit denen sie in bezug auf Be.haarung, Blütenstand, Krone und Samenanlagen übereinstimmen. Im Fruchtbau gleichen sie viel mehr denVerbenaceen und Labiaten, von denen sie sich jedoch durdi den vegetativen Aufbau und die ganz andersorientierten Samenanlagen scharf unterscheiden. Gewisse Aehnlidikeiten mit primitiven Sympetalen (wie denConvolvulaceen) und den erst kürzlich wieder von Schürhoff (Zur Pleiophylie der Sympetalen auf Grundihrer HaplontenentWicklung. Beitr. z. Systematik u. Pflanzengeographie, H. III, 1926) aus embryologischenGründen zwischen die Boraginaceae und Labiatae gestellten Callitrichaceae (Bd. V/1, pag. 193), die jedodi vonden meisten Autoren (und nach den serologischen Befunden mit Recht) als nächste Verwandte der Euphorbiaceaeangesehen werden, beruhen wohl nur auf Konvergenz. Abgesehen von einigen Gattungen ganz unsichererStellung, wie 1 larpagoniMla (1 Art mit stark zygomorphem, Auswüchse tragendem Kelch und mit nur 2 Klausenin Kalifornien), Roch6lia (10 Arten in Südasien, 1 im Mittelmeergebiet, 1 in Australien), Zcell^ria (1 Art mitin 10 Klausen zerfallender Frucht in Neuguinea) und Wellstedia (1 Art mit 2=fächeriger Kapsel auf Sokotra),Ixorhcea (1 Art in Argentinien), Tetäris (2 Arten in Mesopotamien) und Spilocärpus (1 Art auf Cuba) verteilensich die gegen 1600 Arten auf etwa 90 Gattungen und 4 Unterfamilien. Die bei uns mit einer AusnahmeHegi, Flora. V, 3. 537
Fig. 3088. Alkannin in den Keimwurzeln von a Echiumvulgare L., Hithospermumarvense L. und c Litho-spermum officinale L. (nach G. Pulitzer).