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(Heliotropium) allein vertretenen Boraginoideae mit einfachem, zwischen den regelmässig 4 Klausen inseriertem
Griffel umfassen etwa 2 /s aller Arten und Gattungen. Sie sind mit Ausnahme weniger Klein, und Halbsträucher
(z. B. Arten von Lithospermum, Moltkia und Onosma) krautig (Hemikryptophyten und Therophyten, wenige
Rhizomgeophyten) und fast über die ganze Erde mit Ausnahme der Antarktis verbreitet, in den Tropen und in
der südlichen gemässigten Zone jedoch nur schwach vertreten. Ein Hauptentwicklungszentrum der Boraginoideae
scheinen die Gebirgsländer des östlichen Mittelmeergebietes vom Balkan bis zum Himalaya zu bilden-, ein zweites,
weniger reiches, aber vielleicht älteres, liegt in Kalifornien. Einige Gattungen und Arten (z. B. Eritrichium,
Myosotis, Mertensia) zeigen eine zirkumpolare Verbreitung und reichen bis in die arktische Zone; Arten der beiden
erstgenannten einerseits bis Novaja Semlja, andrerseits bis in die Nivalstufe der Alpen und des Himalaya. —
Im Gegensatz zu den besonders abgeleiteten Boraginoideae sind die 3 übrigen, ursprünglicheren Unterfamilien
mit wenigen Ausnahmen auf die Tropen und Subtropen beschränkt und weisen zahlreiche halbstrauchige und
baumförmige Vertreter auf. Die ausschliesslich Holzpflanzen umfassenden Cordioideae (Cördia 1 ), Patagönula,
Aux^mma) sind mit Ausnahme weniger altweltlicher Cordia» Arten auf
Süd» und Mittelamerika beschränkt, von wo auch schon Vertreter aus
der oberen Kreide und dem Alttertiär bekannt sind. Die Tribus ist
durch den ungelappten Fruchtknoten mit entständigem, 2.mal 2.1appigem
Griffel und durch die Steinfrucht charakterisiert. Viele der über 230 Arten
von Cordia sind wertvolle Nutzhölzer und haben wohlschmeckende Stein»
früchte, so besonders die von Aegypten durch Südasien bis Australien
verbreitete und in den Tropen und Subtropen häufig kultivierte Cördia
M y x a L., deren eiförmige, zugespitzte, orangerote, schleimigsüsse Früchte in
Ostindien gegessen und als Hustenmittel gebraucht werden. Früher waren sie
auch in Mitteleuropa (heute noch in der Türkei) als schwarze Brustbeeren,
Myxae oder Sebestenae offizinell. Im 17. Jahrhundert wurden sie auch von in
Italien gepflanzten Bäumen gewonnen und über Venedig nach Deutschland
gebracht. — Das an Gerb« und Bitterstoffen reiche Holz von C. Boissi6ri
DC. wurde 1858 aus Mexiko, wo es seit langem gegen Lungenleiden
gebraucht wird, als Anakahuiteholz auch nach Deutschland exportiert,
kam aber bald wieder ausser Gebrauch. — Die Ehretioideae, die
einen gleichfalls endständigen, aber nur einfach zweispaltigen Griffel oder
2 ungeteilte Griffel und Steinfrüchte aufweisen, zeigen eine ähnliche Ver.
breitung. Einige afrikanische und westindische Arten von E h r e t i a sind
Fig. 3089. Keimpflanzen von ound »Borago gleichfalls Nutzhölzer. — Die Heliotropioideae, wozu ausser Heliotro»officinalis L. und c Myosotis arven- , , r , ^ ^ ,
sis (L.) Hill. pium (pag. 2130) und tler oft mit ihr vereinigten Gattung Cochranea nur
noch die grosse, in den Subtropen und Tropen beider Hemisphären weitverbreitete, mit einer Art (Tourneförtia Sibirica L.) bis nach Russland (häufig an den Ufern der Wolga und des Don),Sibirien und Japan reichenden Gattung Tourneförtia gehört, sind nur zum kleineren Teil Sträucher und Halb»sträucher, zum grösseren aber Kräuter und durch einen breiten Haarring an dem endständigen Griffel gekennzeichnet.— Die Boraginoideae werden (abgesehen von einigen durch reduzierte oder verdoppelte Zahl der Klausen starkabweichenden, in Mitteleuropa nicht vertretenen Gattungen, vgl. die extreme Wüstenpflanzen umfassende R o ch <* 1 i apag. 2128) in folgende, auf den Bau des Gynaeceums begründete, aber auch verbreitungsökologisch gut charak.terisierte Tribus eingeteilt: die vorwiegend epizoochoren Cynoglösseae Bentham et Hooker mit kegel«förmigem Stempelpolster, von welchen Gürke (in Engler und Prantl, Nat. Pflanzenfam. Bd. IV/3, 1897)noch die Eritrichieae (mit Eritrichium, Amsinckia, Asperugo, Lappula usw.) abtrennt; die wohl ursprüng»liebsten, grossenteils autochoren und anemochoren LithospSrmeae Celakovsky mit Klausen ohne Elaiosomund Ringwulst, von denen Gürke die Gattungen mit dorsiventralen Blüten als Echieae absondert-, diedurchwegs zur Myrmekochorie übergegangenen Anchüseae Endlicher mit Klausen mit Elaiosom und oftauch mit Ringwulst.
Die meisten Boraginoideae besitzen eine kräftige Pfahlwurzel, die nur ausnahmsweise (z. B. beiSymphytum und Pulmonaria, bei Arten von Myosotis, Omphalodes und Cerinthe) frühzeitig durch Adventiv,wurzeln an dem Wurzelstock ersetzt wird. Die meisten sind Halbrosettenstauden, d. h. sowohl mit Rosetten.,wie mit Stengelblättern versehen und mit Ausnahme der genannten Gattungen meist nur 1« bis 2.jährig, alsoTherophyten. Unter unseren Arten erreichen fast nur diejenigen mit Wurzelstock und die Polsterpflanze Eritri.chium nanum ein höheres Alter. Sowohl die Wurzel wie die unteren Achsenteile enthalten bei vielen
') Von Linn6 nach Valerius Cordus benannt, einem der hervorragendsten Kräuterbuchverfasseraus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.