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ungestielt, am Grunde scheidig.umfassend (Fig. 3086Ad). Abschnitte erster Ordnung lineal oder oblong»lineal.Blütenstände endständig, wickelig, dicht, einseitswendig, schneckenförmig eingerollt. Blüten sitzend oder kurzgestielt. Kelch borstig, rauhhaarig, tief 54eilig, 6 bis 7 mm langj Kelchzipfel lanzettlich, ohne Anhängsel in denBuchten, zur Fruchtzeil kaum länger als die Kapsel. Krone glockig=radförmig (Fig. 3086 Ab), blauviolett bis hell-blau, selten weiss, mit 5 abstehenden, stumpfen, ganzrandigen Lappen, wenig behaart, 7 bis 8 mm lang, auf derInnenseite am Grunde mit 10 halbmondförmigen, paarweise vor den Staubfäden stehenden Oehrchen. Staub«blätter 5, weit aus der Krone herausragend; Staubbeutel purpurrot. Fruchtknoten behaart ; Griffel tief 2«spaltig.weiss, spreizend, aus der Krone wenig herausragend. Kapsel ellipsoidisch, l=fächerig, 4»samig, 2»klappig auf,
springend. Samen mit sehr schmalen, von dicken Rändern umgebenen Grübchen«— V bis X.
Vielerorts seit einigen Jahrzehnten als Futter» oder Bienenpflanze ange«baut, leicht verwildernd und öfters auf Aeckern, Wiesen, an Bahndämmen, Strassen,in Kirchhöfen, Rebbergen, auf Komposthaufen und Schutt vorübergehend er«scheinend, auch mit Getreidesamen verschleppt.
Von älteren Angaben mögen erwähnenswert seins Oberneuland beiBremen (1894), Zentralbahnhof Altona (1891), Rheinufer bei Arnheim (1893),Biebrich 1883), Wiesbaden (1885), Budenheim bei Mainz (1885), Neue MühleUetersen (1896), Töpferberg bei Liegnitz (1889), Poischwitz in Schlesien (1895),Station Wildpark bei Potsdam (vor 1870), Alt Ranft bei Frauenwalde in Bran«denburg (1886), bei Kunersdorf (1894), Luckenwalde (1890), Strehlen bei Dresden(seit 1895), bei Eisenach (1898), Ars bei Metz (1898), um Nürnberg und Fürth (seit1898), Neuburg a. D. (1903), Regensburg (1898), um München (seit 1907). — InOesterreich anscheinend erst spät aufgetreten, so in Böhmen 1891 bei Wittingaubeim Teiche Soet (nach einer grossen Ueberschwemmung), in Mähren 1903 amHadiberg bei Brünn, in Niederösterreich 1904 in Weidlingau nächst Wien, inKärnten 1903 bei Trebsing nächst Gmünd, in Steiermark 1903 bei der StationPrennstätten«Tobelbad, in Tirol etwa 1904 an der Rienz bei Niederdorf und 1904bei Lienz an der Drau, in Vorarlberg 1907 bei Tosters, Mehrerau und Sibrats«gefäll 1034 m. — In der Schweiz 1899 in Zürich, 1898 in Dübendorf, etwa1900 in Fällanden, 1901 in Käpfnach«Horgen, 1903 in Buchberg (Kanton Schaff«hausen), 1910 in Zuzgen (Kanton Aargau), 1912 in Solothurn, 1909 in Biel, 1912im Wallis (Odes sur Riddes), im Jura bei Monruz zwischen Neuenburg und St.Blaise usw.
Allgemeine Verbreitungi Kalifornien (ursprüngliche Heimat wohldas „Great Valley"); in Europa vielerorts verschleppt (in Holland erst seit 1915)und in Einbürgerung begriffen. Früher wurde die Art meistens mit Ph. distansBenth. verwechselt.
Diese in Kalifornien unter dem Namen „Valley Vervenia" bekanntePflanze wird seit einigen Jahrzehnten in Europa in erster Linie als Bienen«pflanze, dann auch als Futter« und Zierpflanze (auch auf Friedhöfen) angebaut.Zu diesem Zwecke wird sie am besten Ende März ausgesät, worauf sich bereits in 2 Monaten Blütenbilden. In klimatisch milden Gegenden kann die Aussaat auch im Herbst — am besten um Mitte Sep«tember — geschehen. Hat sich die Pflanze an einem Orte einmal richtig eingebürgert, so kann sie sichleicht durch Samenausfall selbst vermehren. Allerdings nützt sie den Mineral« und Stickstoffgehalt des Bodensnach Haselhoff sehr stark aus. Gelegentlich geht die Pflanze auch in natürliche Pflanzenvereine über; sowurde sie in Vorarlberg in Mooren beobachtet. Die Blüten sind schwach proterandrisch. Die Antheren öffnensich etwas früher als die anfänglich bogig nach innen gekrümmten, nur an der äussersten Spitze Narbenpapillentragenden, langen Griffel sich nach aussen strecken (Fig. 3086 c). Die Pollenzellen sind blassbläulich, biskuitförmig,glatt, mit mehreren Längsstreifen versehen, 16 bis 19 « breit und 37,3 « lang. Als Bestäubungsvermittler kommenverschiedene Bienen und anscheinend auch Käfer in Betracht. Durch seitliche Spaltung der Keimblätter kannPolycotylie entstehen. Nach den Untersuchungen von W. Remer (Berichte der Deutschen Botan. Gesellsch.1904), E. Heinricher (Botan. Zeitung. Bd. 67. 1909), E. Kuhn (Berichte der Deutschen Botan. Gesellsch. 1915und 1916), Mato Nikolic (Akademie der Wissenschaften in Wien. Math.«naturw. Klasse. Bd. 133, 1924),Th. Peters (Berichte der Deutsch. Botan. Gesellsch. 1924), W. Magnus usw. gehört Phacelia tanacetifolia zuden ausgesprochenen Dunkelkeimern. Und zwar erweisen sich die Samen gleich nach der Ernte als obligateDunkelkelmer, während nach einer 4.monatlichen Lagerung noch 4 "ja am Tageslicht zu keimen vermögen.Sogar nach einem 6«jährigen Lagern im Dunkeln sind die Samen, die die Keimkraft nicht im mindesten ein«
Fig. 3086 A. Phacelia tana-cetifolia Benth, a BlühenderSpross. b Blüte (vergrössert).c Fruchtknoten mit Narbe.d Blattbasis.