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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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trockenhäutigen Kelch, werden dann aber bei weiterem ruckweisen Umbiegen von diesem plötzlich mit grosser Gewaltmit den übrigen Teilen der Kapsel herausgequetscht, bei welchem Vorgang die Samen bis zu 80 cm Höhe empor«geworfen werden. Die Entladung erfolgt nur um die Mittagszeit und ist mit einem auffälligen Knistern verbunden.

An die Polemoniaceae schliesst sich eng die Familie der Hydrophylläceae, Wasserblattgewächse an.

Ein«, 2«jährige oder ausdauernde, meist stark behaarte (bei Wigändia urens Brennhaare), niederliegendeoder aufrechte Kräuter (selten Sträucher) mit Wechsel, oder gegenständigen, einfachen oder fiederig.eingeschnittenenbis doppelt fiederteiligen Laubblättern. Nebenblätter fehlend. Blüten regelmässig, zwitterig (Fig. 30S6b), meistö.zählig (mit Ausnahme des Fruchtknotens), häufig zu dichten oder lockeren, einseitswendigen und Schnecken»förmig-ein gerollten Wickeln vereinigt. Kelchzipfel 5 (selten 10 bis 12), zur Fruchtzeit i verlängert, selten(Nemöphila) in den Kelchbuchten kleine, lineale Anhängsel. Krone meist blau bis weiss, radförmig, glockigoder kurz trichterförmig, mit 5 (selten 4 oder 6) meist breiten, abstehenden Zipfeln, in der Knospenlage dachig,seltener gedreht. Staubblätter 5 (selten 6 bis 10), meist im Grunde der Krone eingefügt, aus der Kronehervorragend oder eingeschlossen, am Grunde zuweilen mit Schuppen. Fruchtknoten oberständig, aus 2 knor»peligen oder schwammigen Fruchtblättern gebildet, meist i behaart, 1» seltener 2«fächerig, mit 2 wand»ständigen Plazenten und mit 1 oder 2 fadenförmigen (Fig. 3086 c) Griffeln. Frucht eine meist fachspaltige,2«klappig aufspringende Kapsel. Samen 1 bis viele (800), kugelig bis edcig, öfters runzelig, netzig.grubig oderblasig-höckerig. Nährgewebe vorhanden.

Die Familie hält systematisch die Mitte zwischen den Polemoniaceen und den Boraginaceen. Beiden erstem ist der Fruchtknoten jedoch fast regelmässig aus 3 Carpellen gebildet, während die Boraginaceeneine 4>teilige Spaltfrucht und eine eigenartige Plazentation aufweisen. Allerdings haben die Hydrophyllaceen mit denBoraginaceen durch die starke Behaarung, die Wickeltendenz der Blütenstände, die 5-zähligen Blüten und den 2»knorpeligen Fruchtknoten, sowie durch anatomische Kennzeichen viele gemeinsame Merkmale, weshalb es einiger«massen verständlich erscheint, dass Baillon sie als Unterfamilie der Boraginaceen auffasst. Gegenwärtigzählen 230 Arten hieher, die sich auf 18 Gattungen und die 3 Unterfamilien der Hydrophyll^ae, Phacelieae undHydroleae verteilen. Die Hydrophyllaceen sind über alle Erdteile mit Ausnahme von Europa (hier scheintsich allerdings Phacelia tanacetifolia allmählich einzubürgern) und des eigentlichen Australien verbreitet.Ebenso ist der grosse Erdteil Asien nur mit 2 Arten (Hydrölea Zeylänica [L.] Vahl und Romanzöffia Unalasch«kensis Cham.) und Afrika mit 6 Arten vertreten. Alle übrigen Arten (200 an der Zahl) bewohnen Amerikaund hier wiederum vor allem Kalifornien und Mexiko. Die Nordgrenze der Vereinigten Staaten überschreitennur wenige Arten der Gattungen Hydrophyllum, Nemöphila, Phacelia und Romanzöffia. Dem tropischenAmerika ist die Gattung Wigändia eigentümlich. Weitaus die grosse Mehrzahl sind als Xerophyten, wenigeals Hydrophyten (Hydrölea) oder als Halophyten anzusprechen. In den Anden von Südamerika steigen einigeals Alpenpflanzen (Phacölia Magellänica [Lam.] Coville) bis gegen 4000 m in der Höhe. Jedenfalls war die Familieehedem im tropischen Asien und Afrika viel stärker verbreitet. Verschiedene Arten dienen in Amerika als Nahrungs»mittel (Gemüse). Als Heilpflanze hat in den Vereinigten Staaten (ehedem auch in Europa) Eriodicytionglutinösum Benth. (= E. Calilörnicum [Hook, et Arn.] Greene, = Wigändia Califörnica Hook, et Arn.)und verwandte Arten (E.tomentösum Benth. und E. angustifölium Benth.) aus dem westlichen Nordamerikaund aus Mexiko Bedeutung. Es sind 1 bis 1,5 m hohe, immergrüne Sträucher mit bis 12 cm langen, länglich.lanzett.liehen, sehr zerbrechlichen, oberseits harzig.glänzenden, unterseits silberxg.behaarten Laubblättern, welche dieDroge H6rba (fölia) Sänta, Folta Eriodictyi, Yerba Santa, bear weed, Mountain peach oder balm, holy herbliefert. Diese enthält 0,1 % ätherisches Oel, etwa 29 °/o Harz, 0,23 °/o Eriodictyol (ein kristallinisches PhenolCisHisO«), 3°/o Homo»Eriodictyol (CieHuO«, wohl der Methyläther des Eriodictyols), ferner 0,0093 °/o Chry«soferiodictyol (CisHiaOe), 0,0187°/o Xanthoeriodictyol (CisHuOi) und 0,0117°/» Eriodonöl (CiöHisCb), Furfurol,0,7 °/o Triacontan (Csol Im ), Pentatriacontan (C35H72), freie Ameisen«, Essig, und Cerotinsäure, ziemlich viel Glukoseund etwas Gerbstoff, jedoch kein Eriocolin. Die Droge findet als Diureticum, Expectorans, Stimulans, beiBronchialkatarrh, Asthma (die Blätter werden wie Tabak geraucht), bei Blasenkatarrh, besonders aber (alsSirup) als Geschmackskorngens (die bittere Geschmacksempfindung verschwindet wie bei Aloe, Chinin, Hydrasiisund Aspidium filix mas) Anwendung. Hydrophyllum Canadense L. wird gegen Hautausschlag (u.a.als Gegenmittel bei Vergiftung durch Rhus Toxicocendron), Schlangenbiss usw. benutzt, H. capitätum Dougl.in Californien zu Kataplasmen auf Geschwüre.

Phacelia') tanacetifolia') Benth. Rainfarnblätteriges Büschelschön, Borstiger Bienen,freund. Fig. 3086 A.

Einjähriges, 20 bis 70 cm hohes, oberwärts ästiges, unten kahles, oberwärts steifhaariges Kraut.Stengel röhrig. Laubblätter doppelt«fiederschnittig, die oberen einfach, angedrückt behaart, nicht oder fast

*) Griech. tpaxe'Aog fphäkelos] = Bündel; nach der Anordnung der Blüten.

2 ) tanacetifolia = rainfarnblätterig; nach der Gestalt der Blätter der Komposite Tanacetum.