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Gebieten mit Weinklima. Die Keimgeschwindigkeit ist grösser als bei der gewöhnlichen Kleeseide. Der grössteTeil der Samen keimt gewöhnlich unter sonst günstigen Bedingungen im Monat nach der Aussaat, während derRest nur sehr langsam nachkommt und sogar Jahre lang im Boden verbleiben kann, bis er zur Entwicklung kommt.Es besteht daher bei einem einmal von Grobseidesamen befallenen Felde auf Jahre hinaus die Gefahr, dassspäter gebauter Klee oder Luzerne wiederum von der Seide befallen wird, auch wenn das später verwendeteSaatgut seidefrei war. Die Grobseidefäden sind sehr lichtbedürftig und vermögen nach den Untersuchungenvon A.v.Degen erst bei stärkerem Lichteinfluss Haustorien zu bilden. Sie wachsen infolgedessen zwischenden Kleepflanzen empor, ohne den unteren Teil des Stengels zu befallen und erst die seitlichen Verzweigungengreifen die Pflanze an. Dabei lebt eine Pflanze oft gleichzeitig auf mehreren Wirtspflanzen und beutet diesedaher auch weniger aus. Ein zur richtigen Zeit vorgenommener Schnitt, der die Kleepflanze unter denuntersten Haustorien des Schmarotzers trifft, kann daher eine Infektion zum Verschwinden bringen. Ausdiesem Grunde kommt auch die Ueberwinterung der Grobseide an den Kleestoppeln nur selten vor. Imgemässigten Mitteleuropa entstehen nur dann ausgedehntere Grobseideherde, wenn das Saatgut sehr stark
von der Seide befallen war und dieseam Rand und in Lücken des Feldes dienötige Lichtmenge zu ihrer Entwicklungerhielt. Aus den gleichen Gründen trittsie gern nach dem ersten Kleeschnitt auf.Hat sie aber einmal festen Fuss gefasst,so vermag sie infolge ihres raschenWachs.tums in kurzer Zeit das ganze Feld zuüberwuchern und fällt durch ihre haupt»sächlich an den obersten Teilen der Klee»pflanzen wachsenden, leuchtend gelb»roten Fäden in viel stärkerem Masse auf,als die weit schädlichere und unschein»barere Kleeseide. Bei günstiger Entwick«lung vermag sie reichlich Blüten und introckenwarmen Jahren auch reife Samenzu erzeugen. Wie zahlreiche Beobach»tungen verschiedener Versuchsanstellerin Deutschland gezeigt haben, tritt siegewöhnlich nur im eigentlichen Anbau»Jahr auf, während sie im zweiten Jahr,in dem der Klee im Gebiete hauptsächlich genutzt wird, ausbleibt. Ferner scheint sie in höheren, rauherenLagen Mitteleuropas, namentlich im Alpenvorland, im Fichtelgebirge, Böhmerwald usw. wegen später Keimungund Entwicklung nicht mehr fortkommen zu können. Dass sie verhältnismässig wenig auf Feldern beobachtetwird, erklärt sich daraus, dass der Klee meistens unter das Getreide gesät wird und die Seide unter demLichtentzug dort leidet. Die Entfernung der ziemlich grossen Samen aus dem Saatgut stösst auf bedeutendetechnische Schwierigkeiten, sodass die Chilenische Grobseide mehr gefürchtet ist als die kleinsamigeren Seiden.Für die Bekämpfung dieses Kleeschädlings gelten im Allgemeinen die gleichen Mittel wie für Cuscuta Epithymussubsp. Trifolii. Besonders empfiehlt es sich, den Klee sofort nach den beobachteten Auftreten der Grobseidetief am Boden zu schneiden, wodurch gewöhnlich die Hauptinfektion verhindert wird. Vgl. auch R. Karoly,Die auf anatomische Basis begründete Biologie der Cuscuta suaveolens, Diss., Budapest, 1905.
2291. Cuscuta Gronövii 1 ) Willd. (= C. Americäna L. p. p., = C. vulgiväga Engelm.,= C. umbrösa Beyrich p. p.). Weiden = Würger. Fig. 3076a bis e und 3077.
Stengel dick, fadenförmig, lebhaft orangegelb, verzweigt, meist etwas rauh. Blütenziemlich gross, in kurzen, lockeren Rispen, gegen Ende der Blütezeit dicht geknäuelt, gestielt,weiss. Keldiabschnitte in der Regel gekielt, stumpf. Kronröhre tief glockig, länger bis doppeltso lang als der Saum und meist länger als die Schlundschuppen; Kronabschnitte stumpf, flachausgebreitet; Schuppen gross, eiförmig, tief zerschlitzt. Fruchtknoten eiförmig; Narbe 2=kopfig.Frucht kugelig, beerenartig, gross, mit schwammig verdickter Wand, nicht aufspringend. Samen
') Nach Johann Friedrich Gronovius (geb. 1690, gest. 1762), Senator in Leyden, einem FreundLinnes, Verfasser der »Flora virginica".
Fig. 3076. Cuscuta Gronovii Willd. a Stengelausschnitt mit jungen Frucht-knäueln. b Blüte, c Aufgeschnittene Krone, d Frucht, e Samen. — C. suave-olens Seringe. /Frucht, g Samen.