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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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drehendes Glykosid (CsoHsaOso), das dem Condurangin sehr ähnlich ist, und das Asclepiadin. Beide Stoffe stelleneine gelbe, amorphe, bitter schmeckende Masse dar, die in Dosen von etwa 0,2 gr brechenerregend, in kleinerenDosen abführend wirkt. Ferner finden sich darin ein wohlriechendes ätherisches Oel, Harz, Schleim, 3°/o Sac«charose, äpfelsaure Salze usw. Ob die Pflanze wirklich giftig ist, ist fraglich. In der Regel wird sie zummindesten zu den stark giftverdächtigen Arten gerechnet; doch fressen die Ziegen die Sprossspitzen sehr gernund gefahrlos, Schweine hingegen rühren die Pflanze nie an. Der aus dem frischen Kraute gepresste Saftgilt äusserlich angewendet als gutes Mittel gegen veraltete Geschwüre. Die Homöopathie stellte aus denfrischen Laubblättern eine bei Verstopfung und Wassersucht verwendbare Essenz her. Die Pflanze enthältferner in den Stengeln gelbliche, sehr zarte, ziemlich lange und dabei feste Fasern, die durch Rasen» oderWasserröste (vgl. unter Linum usitatissimum. Bd. V/1, pag. 25) gewonnen werden können. Früher wurdedie Pflanze zu diesen Zwecken sogar feldmässig angebaut. Franz von Paula Schrank (Bayerische Flora,1789) schreibt:Die Pflanze mittels ihrer Wurzeln (weil der Bau mittels der Saamen zu langweilig ist) aufHeideland gepflanzt, giebt vielen Fachs, wenn sie im Thaue gerötet, und ferner wie Lein behandelt wird, wobeyman noch den Vortheil hat, dass die Wurzel fortdauernd ist". In Lübeck ist die Pflanze seit 1924 geschützt.Missbildungen sind nicht häufig. Festgestellt worden sind: Verwachsung der Kronzipfel, 4», 6», bisweilen sogar7-zählige Blüten und Pleiotaxie, d. h. eine abnorme Vermehrung der Blattquirle, besonders in den Blüten. AlsSchmarotzer treten hie und da die Uredo» und Teleutosporen des Kiefernblasenrostes (Cronärtium asclepiadeumWilld.) auf, ferner Septöria Vincetöxici (Schub.) Ard., die Ascomyceten Erysibe polygoni DC., Helötiumherbärum (Pers.), Hypod^rma virgultörum DC. f. vincetöxici Duby, Lachn^lla barbäta (Kze.), Orbilia flavidoroseolaRehm usw. Eine Contarinia»Art und Tryp^ta connexa Fabr. erzeugen Gallen. In der oberrheinischen Tiefebenefindet sich nach Lauterborn der mediterrane Blattkäfer Chrysochus pretiösus gern auf der Pflanze.

111. Fam. Convolvuläceae. Windengewächse.

Einjährige bis ausdauernde Kräuter, Stauden, Halbsträucher, Sträudier, selten Bäume, mithäufig windenden Stengeln oder Zweigen. Laubblätter in der Regel einfach, seltener gelapptoder geteilt, wechselständig. Nebenblätter meist fehlend. Blüten einzeln in den Blattachseln oderin gewöhnlich armblütigen, blattachselständigen, cymösen Blütenständen, meist sehr gross, weissoder gefärbt, strahlig, in der Regel zwitterig (Fig. 3052f). Vorblätter meist klein, an den Ver»zweigungen des Blütenstandes oder unter den Einzelblüten. Kelch 5=zähnig, mit freien Abschnitten,bleibend. Krone verwachsenblätterig, trichterförmig, röhrig, mit abstehendem Rande oder glockigbis fast radförmig; Saum 5=spaltig oder 5=lappig oder nur + deutlich eckig; Kronlappen in derKnospenlage dachig oder in der Regel induplicat=valvat und durch Doppelfalten verbunden,zuweilen gedreht. Staubblätter 5, am Grunde der Kronröhre (selten höher) eingefügt, mit denKronblättern abwechselnd, einfach oder ± deutlich gelappt, selten fast fehlend. Fruchtknotenoberständig, aus 2, 3, 4 oder 5 Fruchtblättern gebildet, 1= bis 2=fächerig oder durch falscheScheidewände mehrfächerig; Griffel 1 bis 2, selten fast fehlend, meist fädelig oder kurz unddick, in der Regel endständig; Narbe endständig, einfach oder 2=spaltig oder mit sovielNarben als Griffel oder Griffeläste. Samenanlagen in jedem Fruchtblatte 2, seltener 1 oder 4,aufrecht, hemianatrop oder anatrop, sitzend, mit 1 Integument. Frucht einfach oder aus2 Teilfrüchten oder aus 4 1 »sämigen Klausen bestehend, kapselartig, 2= bis 4=klappig (Fig. 3052 c, d)bis unregelmässig deckelartig aufspringend oder unregelmässig aufbrechend oder beerenartigbis trocken und nicht aufspringend. Samen so viele als Fruchtblätter oder durch Fehlschlagenweniger, kahl oder behaart, mit meist geringem, bisweilen fleischigem Nährgewebe; Keimlingmit breiten, stark gefalteten und geknitterten Keimblättern und gegen das Hilum gerichtetemWurzelende oder i spiralig eingerollt und ohne Keimblätter.

Die Familie umfasst etwa 39 Gattungen mit rund 900 Arten, die fast über die ganze Erde verbreitetsi nd. Als alte Entwiddungszentren der Familie dürften Madagaskar (durch die monotypischen Gattungen Cardio»c h 1 d m y s Oliv., H u m b 6. r t i a Lam., R a p ö n a Bail. ausgezeichnet), Ostafrika (mit den monotypischen GattungenN e phr o phy 11 um A. Rieh, und Hi 1 deb r ändti a Vatke), die Kanarischen Inseln (mit der Gattung Leg£n»drea Webb. und der endemischen Sektion Rhodorrhiza der Gattung Convölvulus L.) und Australien(mit den endemischen Gattungen Wilsönia R. Br. und Polym^ria L.) aufzufassen sein. Jüngere Bildungs»herde liegen besonders im tropischen Asien, in ganz Amerika, einschliesslich der Westindischen Inseln und