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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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in Vorderasien, wo gegenwärtig die grösste Zahl polymorpher Formengruppen (den Gattungen C o n v ö 1.vulus L., Ipomoea L. und Verwandten, Argyreia Lour., Cuscüta L. und Evölvulus L. angehörig)zu finden sind. Fossil sicher nachgewiesen ist die Familie nur durch die Gattung Pordna Burm., von derdie Kelche mehrerer Arten im nordamerikanischen Tertiär und besonders aus dem im Schweizer, Deutschenund Böhmischen Oligozän und Miozän bekannt worden sind. Andere angebliche Convolvulaceen. Fundewerden nach neueren Auffassungen zu Viburnum oder Hydrangea gestellt. Die Familie besitzt demnachein ziemlich hohes Alter, ist aber andererseits noch in vollster Entwicklung begriffen. Bäume finden sichselten, häufig dagegen Kräuter und Sträucher, die als links windende Schlinger ausgebildet sind. Eine Sonder«Stellung nimmt die Gattung Cuscüta L. ein, die nur aus nahezu chlorophyllosen Parasiten besteht und alsein durch Anpassung an die parasitäre Lebensweise abgespaltener Zweig der Familia anzusehen ist. Siebildet die Unterfamilie der Cuscutoideae und unterscheidet sich von den übrigen, in der Unter«familie der Convolvuloideae zusammengefassten Gattungen durch das Fehlen von Wurzeln und Laub»blättern, durch die kollateralen Leitbündel, durch die Schuppenbildung in der Kronröhre und durch denMangel oder die weitgehende Reduktion von Keimblättern. R. v. Wettstein bildet aus ihr eine eigeneFamilie (Cusculäceae), die er früher zusammen mit übrigen Convolvulaceen zu einer besonderen Reihe derConvolvuläles zusammenfasste. Neuerdings aber (Handbuch der systematischen Botanik, 3. Aufl. 1924)löst er diese Reihe wieder auf und stellt die beiden Familien wiederum zur Reihe der Tubiflörae (sieheBd. VI/1, pag. 175), wo sie auch von A. Engler als einheitliche Familie untergebracht sind. Nach A. Peter(Die natürlichen Pflanzenfamilien, IV, 3 a, 1897) stehen die Convolvulaceen im Mittelpunkte dieser Reihe, dasich nach verschiedenen Richtungen, besonders zu den Solanaceen und Boraginaceen, ferner auch zu denPolemoniaceen engere verwandtschaftliche Beziehungen erkennen lassen. Nebenblätter fehlen, wie in derganzen Reihe fast stets. F. Herrmann (Verhandlungen des Botanischen Vereins der Provinz Brandenburg,1920) stellte solche ausnahmsweise bei Convolvulus sepium fest. Anatomisch zeichnet sich die Familie durchGefässe mit stets lochartigen Wanddurchbrechungen, ferner durch in Reihen oder in gegliederten Röhren auf«tretenden Milchsaft« oder Harzzellen und dadurch aus, dass die 2»zelligen Haare aus einer verkorkten Stiel»zelle und einer einfachen oder verzweigten Endzelle bestehen. Meist tritt ein Spaltöffnungstypus auf, in dem2 zur Schliesszellenspalle parallele Nebenzellen ausgebildet sind. Bei einer grösseren Anzahl von Ipomoea»Arten und anderen hat H. Ha liier eigentümliche, aus einer Zellreihe bestehende Zellkomplexe im Palisaden»und Schwammparenchym der Laubblätter nachgewiesen, die sich durch Kleinheit der Zellen auszeichnen undalsSpikularzellenreihen" bezeichnet worden sind. Als Anomalien im Achsenbaue sind zu nennen dasAuftreten von sukzessiven Zuwachsringen, von interxylärem Phloem, Zerklüftung des Holzkörpers, die Ent»Wicklung gewöhnlicher markständiger Leitbündel, die Entstehung von Holzbändern an der Aussenseite desintraxylären Phloems usw. Besondere klimatische Anpassungen sind im Auftreten von Lederblättern beieinigen Arten oder in der Reduktion der Spreitenfläche, in der verdickten Kutikula, der oft filzigen Behaarung,der Bildung von Speicherorganen in den Wurzeln und Achsenteilen und dem bisweilen Spartium=artigenWüchse zu erblicken. Die Blüten sind oft gross und leuchtend gefärbt, mit Nektar oder Blütenduft ausgestattetund daher vorwiegend auf Insektenbestäubung eingerichtet. Doch ist vielfach auch Selbstbestäubung möglich.Die in den Knospen brennend roten, offen dagegen weissen Blüten von Mina lobäta Llav6 et Lex gelten alsornithophil. Dasselbe gilt für Arten der Gattung Quamoclit Tournef. und einigen anderen. Die Entwicklungder Blütenteile erfolgt in akropetaler Reihenfolge, indem die Kelchblätter den übrigen Blütenteilen weit voraus»eilen, ebenso wie auch später die Krön« und Staubblätter sehr fortgeschritten sind, während die Fruchtblätter sich erstals kleine Gewebehöcker von der Mitte der Knospe abheben (Fig. 3050 d). Näheres hierüber, sowie über dieEntwicklung der Samenanlagen und des Embryosackes und die Entwicklung und den Bau der Staubbeutelund des Pollen vgl. Peters, K. (Vergleichende Untersuchungen über die Ausbildung der sexuellen Repro»duktionsorgane bei Convolvulus und Cuscuta. Diss., Zürich, 1908), ferner E. Strasburger (Das botanischePraktikum, 1897). Die Pollenkörner 1 ) besitzen eine Exine und eine Intine; erstere ist bei Convolvolus vonetwa 20 Austrittsstellen durchbrochen, weshalb die Oberfläche höckerig.grubig erscheint (vgl. auch Fischer,Hugo. Beiträge zur vergleichenden Morphologie der Pollenkörner, Breslau, 1890). Bei Ipomoea=Arten tretenauch stachelige Pollen auf. In der Ausbildung der Antherenwand zeigt sich zwischen Cuscuta und Convol»vulus der Unterschied, dass sich bei ersterer Gattung nur 1 Lage von Schichtzellen findet, während Convol»vulus deren 2 besitzt. Der Embryo von Cuscuta entbehrt der Keimblätter, besitzt dafür aber Gewerbe»höcker in 1» oder 3=Zahl, die als Anlagen echter Laubblätter zu deuten sind (Näheres vgl. unter Cuscutapag. 2091). Nach A. Burgerstein (Berichte der Deutschen Botanischen Gesellschaft. Bd. VII, 1889) tritt

l ) Die ersten Angaben über den Pollen von Convolvulus finden sich bei Koelreuter (DritteFortsetzung der vorläufigen Nachricht von einigen das Geschlecht der Pflanzen betreffenden Versuchen undBeobachtungen, 1766), weitere z. B. bei H. Mohl (Ueber den Bau und die Formen der Pollenkörner, Bern, 1834).