Druckschrift 
5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
Entstehung
Seite
2067
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

2067

mit keulenförmigen Haaren gewimpert; äussere Zipfel des Kröndiens 2-zähnig, die inneren zweihörnig.Schmutzig=braune Krone mit schwarzen Strichen und Punkten besitzt S. bufönia Jacq., blasspurne Blütenmit langzottigen Kronzipfeln z. B. S. gr andif 1 öra Mass., bis fussbreite Blüten S. glgan tea N. E. Br. Weiterkommen in Kultur noch etwa vor S. Hanbury&na Rüst et Berger, S. sor&ria Mass., S. senilis N. E.Br. Andere sukkulente Äsclepiadaceen gehören der südafrikanisch=arabischen Gattung Heürnia R. Br. (vonStapelia L. durch den Besitz von Zwischenzipfeln in der Kronröhre verschieden), so H. pumilio N. E. Br.,die auch in einer cristaten Form bekannt ist, H. P e n z i g i i N. E. Br. usw., ferner EchidnöpsiscereiförmisHook, f., Arten der Gattung Hoodia Sweet (Fig. 3044) usw. Die Tribus derTylophoreae besitzt, wiedie Tribus der Secamoneae, aufrechte Pollinien, doch in jedem Fache nur in der Einzahl. Als Schlingpflanzein Warmhäusern und Zimmern ist bisweilen anzutreffen Stephanötis floribünda A. Brong., aus Mada«gaskar. Kahler, windender Strauch mit gegenständigen, lederigen, gestielten, eiförmigen oder länglichen, kurzstachelspitzigen, ganzrandigen glänzenden, dunkelgrünen Laubblättern. Blüten in 1-achsigen, doldigen Blüten»ständen, etwa 4 cm lang und 5 cm breit. Kelchblätter blattartig. Krone mit walzlicher, unten erweiterterRöhre und abstehenden Zipfeln, weiss. Krönchenzipfel an den Staubblättern angeheftet, an der Spitze frei. Balg»früchte dick. Heimat! Madagaskar. Aus der grossen vorderindisdi.australischen Gattung H ö y a R. Br.sind mehrere Arten in Kultur, vor allem H. carnösa R. Br., Wachs« oder Porzellanblume (Fig. 3040 u. 3044),eine wegen ihrer Unemplindlichkeit gegen Lufttrockenheit und Staub namentlich früher vielgehaltene Zimmer,pflanze. Kletterpflanze mit eiförmigen bis länglichen, stumpfen bis spitzen, am Grunde abgerundeten oder etwasherzförmigen, etwa 5 bis 8 cm langen, kurzgestielten, dickfleischigen Laubblättern. Blüten gross, auf 2 bis 4 cmlangen Stielchen, in doldigen, 1 »achsigen, flachgewölbten bis fast kugeligen Blütenständen. Kelchblätter 3-eckig,spitz. Krone radförmig, etwa 1,5 cm im Durchmesser, mit 5 breiten, stumpfen, wagrecht abstehenden, amRande zurückgerollten, oberseits dicht papillösen, klappig sich deckenden, weissen oder rötlichen Zipfeln. Kröndiensternförmig, mit 5 wagrecht abstehenden, oberseits gewölbten, eirundlich.lanzettlichen, am Rande umgerollten,gelblich und rotgefleckten oder rosafarbenen, oberseits glänzenden Zipfeln. Narbenkopf flach. Balgfrüchtespitz, glatt. Heimat: China, Ostaustralien. Die Pflanze wird gern in Töpfen an einem kleinen Lattenwerkein die Höhe gezogen, kommt aber bei Sonnenmangel nur selten zur Blüte. Gegenwärtig ist sie nur nochselten zu sehen. Aehnlich verwendet wird H. austrdlis R. Br. mit kleinen Blüten. Kronzipfel weiss,glockenförmig nach oben gebogen, oberseits fast kahl, glatt. Krönchenschuppen unterwärts 2»kielig. Heimat:Ostaustralien. In Gewächshäusern werden meist grossblumige, in der Regel malayische Arten gezogen, wiez. B. die purpurrote H. Rümphii Bl., die braunviolette H. imperidlis Lindl., die mennigrote H. A r i ä d n eDcne. und die rein weisse, mit purpurroten Coronarzipfeln versehene H. b 611 a Hook.

DCII. Vincetöxicum 1 ) Moench. Schwalbenwurz. Franz.: Dompte-

venin; ital.: Asclepiade.

Ausdauernde, windende Stauden oder Sträucher. Laubblätter bisweilen sehr klein,mitunter als winzige Schuppen entwickelt. Blüten in der Regel in doldenförmigen Blütenständen,selten in kreuzweise gegenständigen, achselständigen Trauben, klein, weiss, gelblich oder rötlidi,selten grösser und dann meist rosenrot bis purpurn oder schwarz. Kelchblätter lanzettlichoder eiförmig, spitz oder stumpf, mit 1 bis vielen Drüsen abwechselnd, selten letztere ganzfehlend. Krone rad» oder glockenförmig, meist tief geteilt, mit nach rechts gedrehten Zipfeln.Nebenkrone sehr verschieden, oft glocken= oder fast röhren» oder krugförmig, gestutzt odergelappt, tief geteilt oder fast oder ganz frei, in letzterem Falle unter den Staubbeutelnangeheftet, bisweilen durch innere Zipfel verdoppelt. Narbenkopf gewöhnlich buckelig, seltenplump keulenförmig oder in Form eines Zylinders über die Staubbeutel hinaus verlängertund dann 2=lappig. Balgfrüchte schlank oder dick, zuweilen geflügelt oder mit Borsten besetzt,meist glatt und kahl.

Die Gattung umfasst über 100 Arten, die sich über die ganze Erde verteilen, besonders aber in Asienund in Südamerika reichlicher vertreten sind. Das europäische Mittelmeergebiet beherbergt noch etwa 10 Arten.Von diesen werden 2 hin und wieder in Gärten gezogen, besonders das mediterrane V. nigrum Moench.Von dem ähnlichen V. officinale ist diese Art folgendermassen verschieden: Krone rot bis braunrot, beimTrocknen schwarz werdend, innen stets behaart; Kronröhre solang oder länger als die Keldizipfel. Balgfrüchte

*) Vincetöxicum bei Caesalpinus Bezeichnung für den Schwalben wurz^Enzian (Gentiana asclepiadea).Der Name bezeichnet eine Pflanze, die als Gegengift (lat. vinco = besiege und töxicum = Gift) wirkt.