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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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pias L. vertreten, deren rund SO Arten namentlich nordamerikanisdi und mexikanisch sind, während einigenoch in Brasilien und 4 in Afrika leben. Für Mitteleuropa am wichtigsten ist A.Cornüti Decaisne (= A.Syriaca L.), Seidenpflanze. Franz.: Herbe ä ouate. Fig. 3042 und 3038a bis d. 1,5 bis 2,5 m hohe Staude mitkriechender Grundachse und aufrechten, einfachen, fein behaarten Stengeln. Laubblätter gegenständig oderquirlig, gross, etwa 20 cm lang, eilänglith, zugespitzt, am Grunde gestutzt.abgerundet oder kurz verlängert,ganzrandig, feinfilzig, oberseits grün, verkahlend, unterseits heller, feinfilzig, später verkahlend. Blüten indoldigen, blattachselständigen, zwischen den Laubblättern versteckten, reichblütigen Blütenständen, wohlriechend.Kelchblätter schmal.lanzettlich, zugespitzt. Kronzipfel lanzettlich, 6 bis 8 mm lang, zurückgeschlagen, in derKnospe klappig deckend, trübpurpurn, selten fast weiss. Kröndien aus 5 kappenförmigen, in der Höhlung miteinem pfriemlichen, nach innen gebogenen Hörndien versehenen Zipfeln gebildet, flach. Balgkapsel dick, bohnen«förmig, zugespitzt, filzig, stachelig, silberfarben=grau. Samen zahlreich, zusammengedrückt, mit seidenartig glänzen»dem Haarschopf, weisslidi. VI bis VIII. Heimati Nordamerika, von Kanada bis Sascatdiewan und Neu-Karolina.Die Pflanze findet sich seit dem17. Jahrhundert als Zierpflanzein Kultur, ist aber nicht überallwinterhart. Früher glaubte manin den seidenglänzenden Samen»haaren ein brauchbares Spinn,material zu besitzen. Gleditschwar der erste, der sich mit derFaser befasste und die Pflanzezum Anbau empfahl. Zur ZeitFriedrichs des Grossen wurdeAsclepias Cornuti daher vielfachim Grossen gebaut; 1794 wirddie Kultur in Ostpreussen durchS t e i n b e r g empfohlen. DieHoffnungen haben sich nicht er«füllt, da die Fasern zu starkverholzen und selbst in Verbin»dung mit Baumwolle oder Seidenicht nutzbar sind. Die erste ein»gehende Untersuchung darüberliegt von H. Meitzen (Lieberdie Fasern in Asclepias Cornuti,

Göttingen, Diss., 1862) vor. Eine Verwendung als Stoffmaterial ist eher möglich. In Putzmachereien, Ziergeschäften,zur Herstellung künstlicher Blumen werden sowohl die Früchte, als auch die Samenhaare benützt. Nach einemvon Deininger ausgearbeiteten Verfahren soll es auch möglich sein, die sehr weichen und glänzenden, aberbis dahin wegen des Milchsaftgehaltes untauglichen Stengelfasern als Ersatz für Lein und Baumwolle technisch zuverwerten. Der Milchsaft der Pflanze ist giftig. Gegenwärtig wird die Pflanze nidit mehr feldmässig gebaut,hat sich aber in grösserer Menge hie und da als Relikt (z. B. bei Neulitz bei Knaggenkrug [1910], bei Halternam Lippeufer) gehalten. Neuerdings wird die Pflanze auch als Bienenfutterpflanze empfohlen, da sie reichlichHonig abscheidet. Ob sie sidi wirklich dazu eignet, dürfte nach den von Robertson mitgeteilten blüten»biologischen Verhältnissen (vgl. pag. 2061) zweifelhaft sein. Infolge der reichlich an den Grundachsen auf»tretenden Adventivknospen kann Asclepias Cornuti in Gärten, namentlich in wärmeren Lagen, zu einem sehrlästigen Unkraut werden. Vielfach verwildert sie auch von da aus, so bei Hamburg, bei Schwerin auf dem Fried«hof von Neu.Zittow, bei Thorn, Tuchel, bei Potsdam (Pfaueninsel, Drachenberg), Tegel, Lydien, Rheinsberg,Jüterbog, Beelitz, Liditerfelde, Züllichau, Eberswalde, Möglin, Landsberg a. W. usw., in Schlesien bei Gleiwitz,bei Neuhaidensieben, Berglust bei Bielefeld, in Baden zwischen Hesselhurst und Eckartsweier, Mombach bei Mainz(bis 1908), Rheinbischofsheim, in Bayern z. B. zwischen Moosach und Feldmoching unweit München, Schleissheim,Beilngries, Karolinenhöhe bei Lichtenfels, Parsberg (1914), in Tirol angeblich beiZams im Oberinntal, in Steiermarkunterhalb Radkersburg gegen Luttenberg, in Mähren z. B. im Mafatitzer Weingarten, vorübergehend im Parkvon Gross.Ullersdorf, in Steiermark massenhaft in den Pappelauen von Rann, in der Schweiz an der altenLandstrasse in Küsnadit (Kt. Zürich, 1909). A. Curassdvica L. 1 ) 30 bis 70 (200) cm hoher Halbstraudi

l ) Die Pflanze wird bereits 1714 von Barrelier unter dem Namen Apocinum minus rectum cana«dense ex Cornut abgebildet.