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kognosie pag. 1542). Nach K. Kubler (Archiv der Pharmagnosie, CCXLVI, 190S) sind die wichtigstenchemischen Stoffe das kolloidale Glykosid Condurangin C40H00O16 (ein Nervengift), ferner Kondurit CeHioCU undverschiedene Kohlehydrate. Aetherisches Oel wurde in Spuren nachgewiesen. Als Verfälschungen kommen andereArten der Gattung, sowie Aristolodiia»Arten in Betracht. Obsolet ist die Kalliandrarinde, span..mexik.s Ponbotanooder Pombotano (Cörtex Calotröpidis rädicis, Rädix Müdari), die von der von Senegambien bisHinterindien verbreiteten Calötropis procura R. Br. und der von Vorderindien über den malayischen Ar«chipel bis nach Südchina heimischen C. gigant6a R, Br. gewonnen wird. Sie soll das bittere Mudarin enthaltenund wird in Mitteleuropa vereinzelt seit 1881 zur Bereitung einer Tinctüra Calötropis verwendet. In der Heimatdient sie als bitteres tonisches Mittel, als Ersatz für Rädix Ipecacudnha, als abführendes Mittel, gegen Wechselfieber,Gicht, als Brechmittel, gegen Elephantiasis, Lues, Würmer, Schlangenbiss usw. Der Milchsaft liefert den Mudar»gummi oder Madär»Guttapercha,m der Alban, Fluavil und Gutta auftritt und die als Ersatz für Guttapercha benutztwird. Von Cynanchum acutum stammt das purgierend wirkende Scammönium gällicum (Scammon^e de Mont-pellier).— Ebenfalls obsolet sind die Fölia Gymn6mae silv^stris von Gymn6ma Silv6stre (Willd.) R.Br.,welche schwach sauerschmecken und für Dia«betiker bei bitteren Pa.rageusienalsMundwas«ser empfohlen werden.
In ihrer Heimat (na«mentlich Vorderasienund Nord« und Mittel»afrika) dienen die Blät«ter auch als Schlangen«,
Brech« und Schnupfmit«tel. Durch ihren Genusssoll das Gefühl für süssund bitter für 1 bis 2Stunden verloren ge«hen. Diese Wirkungscheint von der Gym«
nemasäure (C32H55O12) auszugehen. Botanische Einzelheiten vgl. besonders C. Busch (Beiträge zur Kenntnis der Gym«nema silvestre. Erlangen, Dissert. 1895). In Vorderindien wird Secamöne em^tica R. Br. als gutes Brech« und anti«syphilitisches Mittet verwendet. — Die stark abführenden Laubblätter der ägyptisch.arabischen SolenostimmaArg6l (Del.) Hayne („Mekka Senna") finden sich bisweilen als Verunreinigung unter den Alexandrinischen Sennes«blättern. — Verschiedene Asc 1 epias»Arten, von denen z. B. A. Curassävica L. in den oberirdischenTeilen (obsolet ist H6rba Asclepiädis curassävica) Asclepiadin, Ascleoin (?) und Asclepion, in denWurzeln Vincetoxin enthält, dienen als Volksmittel, A.Cornüti L., A. incarnäta L., A. tuberösaL. im beson«deren als Heilmittel bei Lungenleiden, Asthma, als Emeticum, Haemostaticum, gegen Gonorrhoe, zu Kata»plasmen bei Geschwülsten und Ausschlägen usw. (siehe auch Vincetoxicum, pag. 2073). Als Fisdigiftgilt der Milchsaft von Cynanchum sarcostemmoides K. Schum. ; andere starke Gifte stammen von demjavanischen Sarcolöbus Spanogh6i Miq. (mit dem Giftstoff Wali Kambing von curareartiger Wirkung),von der mediterranen Periplöca Graeca L. (pag. 2064), von der madagassischen Cryptost^giagrandiflöra (Roxb.)R. Br., bei der besonders die Laubblätter stark giftig sind. Der Milchsaft dieser Art, sowie derverwandten C. Madagascari6nsis Boj. liefern einen, praktisch allerdings wenig benutzten Kautschuk(Palay.Kautschuk). — Sehr reichlich wird Milchsaft von verschiedenen Sarcos16mma»Arten ausgeschieden,z. B. von S. viminäle (L.) R.«Br., von der er in Indien als Ersatz von Kuhmilch getrunken wird, und vonS. Brunoniänum W. et Arn., bei welcher er säuerlich schmeckt und als durststillendes Mittel genossenwird. — Technisch verwertbare Bastfasern entstammen z. B. der Calötropis gigantöa (Yercumfaser).Die Faser ist bis über 40 cm lang, zeichnet sich durch sehr glexchmässigen Bau aus, ist unverholzt und trotzihrer Feinheit fester als die des Hanfs. Sie wird besonders in Indien verwendet, scheint aber auf dem euro«päischen Markte fast unbekannt zu sein. Eine ebenfalls sehr brauchbare Faser (der Ra)emabl=Hanf, Getee oderdie Jeti=Faser) wird von Marsdinia tenacissima (Roxb.) W. et Arn. geliefert, die sehr elastisch und gegenWitterungsemflüsse widerstandsfähig ist. Weitere Bastfasern stammen von Gomphocarpus fruticösusR.Br. (vgl. Tropenpflanzer, 1912), Leptad^nia p y r o 16c hn i c a (Forsk.) Dcne. (als Lunte und Deckmaterialfür Dächer), Daemia cordifölia (Retz.) K. Schum. und D. Ango 16nsis Dcne. usw. Die durch einen hohenSeidenglanz ausgezeichneten Samenhaare einer grösseren Artenzahl werden als „vegetabilische Seide" in denHandel gebracht, eignen sich aber infolge ihrer Brüchigkeit weder zum Verspinnen noch als hochwertiges
Fig. 3041. Periplöca Graeca L. a Blühender Zweig. & Blüte, c Löffel, d Schema des Griffel-kopfes (von unten gesehen), e Längsschnitt durch den Griffelkopf ( c bis e nach K. Demeter).