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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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den Saugrüssel (Näheres vgl. unter Vincetoxium pag. 2071). Eine dritte biologische Blütenform findet sichin der Gattung Ceropegia, deren verlängerte Kronröhre am Grunde bauchig angeschwollen ist und eineKesselfalle von der Art darstellt, wie sie bei Aristolochia (vgl. Bd. III, pag. 163 und Bd. I, pag. CXL1) entwickelt ist.Der Blüteneingang ist durch nach unten gerichtete Haare ausgekleidet (Fig. 3039 b), so dass kleine Insektenwohl hinein, nicht aber wieder herauskriechen können. Erst einen Tag nach der Vollblüte kräuseln sich dieHaare und geben dadurch den Ausgang frei. Bald darnach knickt die Krone ganz zusammen und schliesstden Blütenraum endgültig von der Aussenwelt ab (vgl. Leopoldine Müller. Zur biologischen Anatomie derBlüte von Ceropegia Woodii Schlechter. Wien, 1926).

Die Früchte der Asclepiadaceen sind sehr einfach gebaute, an der Bauchseite aufspringende Balg»kapseln, die die Form von etwas einseitig abgeplatteten Spindeln, seltener von rundlichen aufgetriebener Kugelnbesitzen und aussen in der Regel glatt, nur selten stachelig oder flügelig sind. Bei der Reife lösen sich dieflachen, meist mit einem Haarschopf versehenen Samen nacheinander aus der aufgesprungenen Frucht; die Schopf"haare entfalten sich zu einem halbkugeligen Schirm, durch den die Samen vom Winde leicht verfrachtet werden. DieSamen von Dischidia dürften nach S. W. Bailey durch Ameisen verbreitet werden. In anatomischer Beziehung istdie Familie durch ungegliederte Milchsaftschläuche (Fig. 3049 d bis f) und durch intraaxillären Weichbast ausge»zeichnet, teilt aber diese Merkmale mit den nahe verwandten Apocynaceen, aus welchen sie durch Weiter»entwicklung einzelner Merkmale hervorgegangen sein dürfte und von denen sie sich, wie bereits oben erwähnt,durchgreifend nur durch den Besitz der Translatoren unterscheidet. R. Schlechter trennt die Unterfamilie

der Periplocoideae auf Grund der fehlendenKlemmkörper und der Beschaffenheit des Pollensab und erhebt sie in den Rang einer eigenenFamilie, die den Apocynaceen näherstehen sollals den Asclepiadaceen. Die Milchsaftgefässe findensich nach Mayus stets als Begleiter der Leit»bündel und sind dadurch bemerkenswert, dasssie deren Bahnen bis in die feinsten Verzweigungenfolgen und infolgedessen oft Netzanastomosenbilden, dass sie ferner in den grossen Laubblatt,nerven zahlreiche H.förmige Verbindungen unter,einander aufweisen und dass ein Austritt ausden Gefässbahnen in der Regel nicht vorkommt,ebenso wie blatteigene Milchröhren fehlen. DieWurzeln stehen häufig in Verbindung mit einerendotrophen Mykorrhiza, die am deutlichsten beisukkulenten Formen entwickelt ist, während siebei anderen Lebensformen seltener ist oder ganzfehlt (Näheres vgl. Busich, E., Verhandlungender zoologisch.botanischen Gesellschaft Wien,LXI1I,1913). Fossil glaubt man die Familie in Laub,blättern, Früchten und Samen aus der oberenKreide von Grönland und aus dem arktischenund europäischen Tertiär (als Acerätes R. Br.znsammengefasst) nachgewiesen zu haben. Fernerwird Periploca Graeca aus quartären Tuffender Toskana angegeben, ist aber ebenfalls nichteinwandfrei sichergestellt.

Im Verhältnis zu ihrem Umfang lieferndie Asclepiadaceen wenige Nutzpflanzen. EinigeFig. 3040. Hoya carnosa R. Br., Blühender Zweig. Nach einem sind durch spezifische, toxische Glykoside und Alka»

Aquarell von Therese W eber, München. ... , , ,

4 loide ausgezeichnet, sind aber im Allgemeinen viel

weniger giftig als viele Apocynaceen. Als medizinische Pflanze kommt für Mitteleuropa fast einzig Marsd6niaCondurängo Rchb. f., in Betracht, ein Kletterstrauch mit behaarten Trieben aus den tropisch«andinen Gebietenvon Ekuador und Kolumbia, dessen getrocknete Rinde der oberirdischen Achsen als Cörtex Condurängo, Con»durango»(= Geier.)Rinde, Ecorce de Loxa, Condurängo bark, im Deutschen Arzneibuch VI (1927) und in der Pharm.Austr. et Helv. offizineil ist und namentlich als Extractum Condurängo fluidum, sowie als Condurango.Weinals gutes Magenmittel verwendet wird. Als Heilmittel gegen Magenkrebs hat es sich jedoch nicht bewährt. In ihrerHeimat wird die Rinde auch als Schlangenmittel benutzt (näheres vgl. A. Tschirch, Handbuch der Pharma»