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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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anfliegenden Dipteren legen bisweilen in den Blüten ihre Eier ab; doch gehen deren auskriechende Maden unbe»dingt später infolge von Nahrungsmangel zugrunde. Die Pollenübertragung bei den Periplocoideae besitzt vielAehnlichkeit mit derjenigen der Ophrys»Arten und ihrer Verwandten (vgl. Bd. II, pag. 336). Im männlichen Stadiumder Blüte steht die von einer zähen Flüssigkeit überzogenen Klebscheibe stets nach aussen. Wird diese voneinem besuchenden Insekt berührt, was zumeist mit dem Kopfe geschieht, so heftet sie sich an diesen. Durch dieBewegungen des Tieres wird der ganze Translator aus der Blüte herausgezogen und damit auch die Pollenmassen,die inzwischen von den einwärts aufspringenden Staubbeuteln auf den Löffel ausgeschüttet worden sind. Gelangtdas Insekt auf eine zweite Blüte, so wird es mit seiner Bürde die empfängnisfähige Narbenstelle unter demNarbenkopfe berühren und dabei eine Uebertragung einiger Pollentetraden verursachen. Bei den Cynanchoideaeist die Uebertragung der Pollinien, da die haftende Klebscheibe durch einen nicht klebrigen, aber mit einemSpall versehenen Klemmkörper ersetzt ist, etwas verwickelter. Entscheidend dafür, welche Teile des Insekten«körpers als Ueberträger dienen, ist die Stellung der Honig absondernden Stellen zu den Staubblättern. Stehenbeide in gleicher Richtungübereinander, so heften sichdie in der Regel schwarzenKlemmkörper an die Füsseder Insekten; wechseln siemiteinander ab, so heftensich die Klemmkörper anden eingeführten Insekten«rüssel. Als Beispiel für denersten Fall können die Ar»ten der Gattung Ascle»pias dienen, deren Biologievon zahlreichen Forschern,wie von Delpino, Hilde,brand, Herrn, und Fr.

Müller, Ch. Robertson(Notes on the Mode of Pol«lination of Asclepias. Bota»nical Gazette, XI) unter«sucht worden ist. Bei Ascle»pias Cornuti findet sich der

Honig in den kappenförmig zusammengezogenen Kronzipfeln, aus deren Mitte ein hornförmiger Körper empor»steigt, der die Mittelbandsfortsätze auf dem Narbenkopfe festhält. Ein anfliegendes Insekt vermag sich nunauf dem glatten Narbenkopfe nicht zu halten, sondern gleitet mit seinen Beinen an die weniger glatten Flankender Staubblattröhre, an derem oberen Ausgang der Klemmkörper sitzt. Bei dem Versuche, sich zu befreien,wird der eingeklemmte Fuss in den Spalt aufwärtsgezogen und dringt dabei in die am Klemmkörper befindlicheRinne ein. Durch den Zug des Tieres wird dieser Körper von seiner Unterlage abgelöst, wobei gleichzeitig diein den Pollentaschen befindlichen Pollinien mit herausgerissen werden. Beladen mit dieser Last gelangt das Insektdann auf eine zweite Blüte, wo die Pollinien unter günstigen Umständen wieder in den Spalt eingeführt undbei einem erneuten Befreiungsversuch des Tieres in die Narbenkammer gezogen werden, wo sie meist abreissenund die Bestäubung vollführt wird. Der an den Füssen hängenbleibende Translator gerät nun unter Umständenwiederum in den neuen Klemmkörper und beladet sich dadurch von neuem mit Pollinien. Auf diese Weisekönnen ganze Ketten von Klemmkörpern an den Insektenbeinen entstehen (Fig. 3038e); Ch. Robertsonbeobachtete am Fusse einer Honigbiene eine solche Kette von nicht weniger als 18 Klemmkörpern. ZurBestäubung derKlemmfallenblüten" sind allerdings nicht alle Besucher geeignet. Robertson fand von72 Insekten nur 27 dazu befähigt. 32 Arten konnten die Blüten nur mit grosser Lebensgefahr besuchen und7 Arten, darunter auch die europäische Honigbiene, verfielen bei dem Besuche dem Tode, da sie zu schwachwaren, sich zu befreien. Bei Asclepias Sulliväntii Engelm. wurden an einer Pflanze, die 52 Samen»kapseln hervorgebracht hatte, 147 tote Bienen aufgefunden, an einem anderen Stocke im Verlaufe von 14 Tagensogar deren 671, oft 4, einmal sogar 7 in einer Dolde. Viele der gefangenen Tiere fallen den Ameisen,Spinnen usw. zum Opfer. Am geeignetsten zur Pollenübertragung sind Papilioniden und andere grosse Tagfalter;fast stets dem Tode verfallen sind grössere, schwere Dipteren. Sphingiden, Aegeriaden und Trochilus, sowiesehr leichte oder zu kurzbeinige Insekten entnehmen zwar Nektar, gelangen aber nicht an die Pollinien. InAbessinien wurden auch Honigvögel, im Amazonasgebiete Kolibris als Bestäuber beobachtet. Bei gewissenGattungen, z. B. bei Stap6lia, Araüjia, Vincetoxium usw. erfolgt die Translatorenübertragung regelmässig durch

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Fig. 3039. Ceropegia Sandersonii Dcne. a Blühender Spross. b Blüte aufgeschnitten,c unterer Teil derselben, a Staubblatt mit Nebenkrone, e Staubblatt. / Translator mit 2 Pol-linien ( b = Nebenkrone oder Paracorona, l = Ligulae oder Staminalcorona, s = Staubblattanlage).

Orig. von Dr. G. H e g i.