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beschränkt ist, während die oberen und seitlichen Teile infolge Funktionswechsels der Bildung von Klebstoff bezw.der Ausscheidung der Translatoren dienen. In seinen Umrissen ist der Narbenkopf 5=kantig (Fig. 3038 a), eineGestalt, die nach K. Demeter (Vergleichende Asclepiadeenstudien. Flora, N. F. Bd. 15, 1922) durch dieDruckverhältnisse hervorgerufen wird, welche durch die um den Narbenkopf angeordneten (bei der Unter«familie der Periplocoideae mit dem Narbenkopf verwachsenen und meist mit Staubfäden versehenen, bei derUnterfamilie der Cynanchoideae freien und meist staubfadenlosen) Staubbeutel bedingt wird. Diese schliessenmit ihren Seitenrändern stets eng aneinander und bilden dadurch eine Art von Staubbeutelröhre. Ihr untererTeil ist verhärtet und bildet den Grundkörper, dessen seitliche Ränder (Leitschienen) nach aussen vorgewölbtsind. Gemeinsam mit dem Aussenrand des benachbarten Grundkörpers wird dadurch eine Rinne gebildet,die bei der Bestäubung den Fuss, bezw. Rüssel des besuchenden Insektes zu den Pollen leitet. An denGrundkörper schliesst sich nach oben durch einen Absatz getrennt der Endkörper an, den bei einer Gruppe
der Familie (der Tribus der Asclepiadeae)nur ein häutiges Anhängsel (Mittelband"anhängsei, Konnektivfortsatz) bildet, das beikegelförmigen Griffelköpfen diesen ange»presst, bei flachen diesen aufgelegt ist.Die Zahl der Pollenfächer beträgt mitAusnahme bei der Gattung Secamöne beiallen Asclepiadaceen 2, was vielleichtdarauf zurückzuführen ist, dass die beidenfehlenden Fächer in die Leitschienen um.gewandelt worden sind. Bei Secamonedürfte die dort vorhandene normale 4«Zahl sekundär durch die Bildung falscherScheidewände zustande gekommen sein.Der Pollen ist bei den Periplocoideae zuTetraden, bei den Cynanchoideae dagegenzu 1 (selten 2) festen, wachsartigen, keulen.oder scheibenförmigen Körpern (Pollinien,Pollenballen) vereinigt. Die Leitsdiienenüberwölben an ihrem oberen Ausgang diebefruchtungsfähige Narbe (Narbenkammer).Gleichzeitig befinden sich an diesem Ausgangmerkwürdige Gebilde, die Translatoren, die einzig im Dienst der Pollenübertragung stehen. Die ersten An.deutungen dieser Körper hat Demeter bei den Apocynaceen nachgewiesen. Bei den Asclepiadaceen findensich die einfachsten Formen davon bei den Periplocoideae, wo sie aus 3 in engem Zusammenhang befindlichenTeilen bestehen: einem düten., schaufei. oder füllhornartig geformten Becher (Löffel, Schaufel), der zur Auf.nähme des Pollens aus den beiden benachbarten (aber verschiedenen Staubbeuteln angehörigen) Thecae dient,einem Stiele und einer Klebscheibe. Bei den Cynanchoideae hingegen wird der Translator aus 2 vollkommenverschiedenen Teilen gebildet: dem sog. Klemmkörper, der meist eiförmig abgeflacht ist, bisweilen aber (namentlichbei der Gattung Oxypetalum) hammerförmig, kahnförmig usw. sein kann und oberseits von einer an der Spitzegeschlossenen Rinne durchzogen ist, und den sog. Armen, meist dünnen, fast fadenförmigen, seltener flächen,förmigen und stets hygroskopischen Stäben, an denen die Pollinien ansetzen. Die Stellung der letzteren zuden Translatoren und ihrem Klemmkörper bilden eine wichtige Grundlage für die Umgrenzung der Tribus.Eine weitere Verwicklung im Aufbau der Asclepiadeenblüte wird durch das ständige Auftreten einer Nebenkrone(Parakorona) hervorgerufen, die in der Gestalt oft auffällig geformter Zipfel, bisweilen auch als geschlossenesring« oder becherförmiges Gebilde in der 5»Zahl oder deren Vervielfältigung auftritt und entweder an der Kroneoder an der Staubblattröhre angeheftet ist. Die korolline Parakorona ist in der Regel einfach gebaut unddürfte durch Auswüchse aus der Innenseite der Kronblätter entstehen; die staminale Korona hingegen ist einvielfach sehr verwickelt aufgebautes Anhangsgebilde der Staubblätter und dient stets als Hilfsapparat für diePollenübertragung, indem sie Honig enthält oder als Leitlinie dient. Sie ist bald schuppen», kappen.,zangen«, spatel« und blattförmig oder krummhornig, bald stellt sie einen den Staubblattkegel umgebendenHohlkörper dar, der bisweilen ausserordentlich zierliche Formen aufweisen kann. In den am verwickeltstenaufgebauten Blüten treten beide Koronen nebeneinander auf, oder aber die staminale ist doppelt vorhanden.— Das Anlocken der Insekten erfolgt teils durch angenehme, teils durch widerliche Blütendüfte. Namentlich diesukkulenten Formen zeichnen sich durch Aasgeruch aus (Aasblumen), manche so stark, dass ihre Kultur dadurchbeinahe unmöglich ist. Vielfach steht auch die trübpurpurne Blütenfarbe in Einklang mit dem Geruch. Die
Fig. 3038. Asclepias Cornuti Dcne. a Querschnitt durch die Blüte.b Querschnitt durch einen Teil der Mittelsäule, c Längsschnitt durch die Frucht.— A. CurassavicaL. d Klemitikörper. e Schmetterlingsiuss mit 11 Klemm-körpern und 8 Staubkölbchen (a nach Kerner, b nach Eduard Kuhn, d nachK. Demeter, e nach Knuth).