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blätter 2, meist oberständig, mit gewöhnlich vielen (selten weniger oder nur 1) hängenden,umgewendeten Samenanlagen. Griffel 2, einfach oder oben zu einem flachen, 5=kantigen,kegelförmigen oder 2=schenkeligen, auf der Unterseite die Narben tragenden Kopfe verbunden.Frucht in 2 an der Bauchseite aufspringende, freie Balgfrüchte zerfallend. Samen meist viele,eiförmig oder länglich zusammengedrückt, bisweilen mit Hautrand, an der Spitze meist einenSchopf weisser, seidenglänzender Haare tragend (Fig. 3046 g).
Die rund 2200 Arten umfassende, ausserordentlich formenreiche und vorwiegend tropische Familiesetzt sich aus etwa 280 Gattungen zusammen, von denen etwa die Hälfte monotypisch sind, während zu dengrossen Gattungen Gomphocärpus L., Cynänchum L. (beide mit je etwa 100 Arten), Ascl6pias L.,Cerop6gia L., Oxyp6talum R. Br., S t ä p eli a L. (mit etwa 80 Arten), Höya R. Br., Marsdönia R.Br., Gonölobus Mich, (mit 70 Arten), Se. camöne R. Br. (mit50 Arten), Carallüma R. Br. und Tylöphora R. Br. (mitrund 40 Arten) gehören. Das Hauptverbreitungsgebiet liegt inder Alten Welt, wo rund 2 /s aller Gattungen vorkommen. DerRest ist amerikanisch. Grössere Bildungszentren liegen im Kaplande,das etwa 400, fast zu allen Tribus und Subtribus zählenden Artenaufweist, und im südlicheren Amerika, wo die Heimat der Tribusder Gonolöbinaeund Oxypetälinae liegt. Andere Gruppensind weiter verbreitet und treten auch in Asien, Australien und Europaauf. Letzteres wird im Süden (Mittelmeergebiet) noch von den Gat.tungen Periplöca (P. GraecaL. und P. levigäta Ait.) undVincetoxicum (pag. 2067), sowie von Cynänchum acutumL.(=C.MonspeliacumL.), Marsdöni a er6cta (L.) R. Br. (Albanien),
Gomphocärpus fruticösus (L.)R. Br., franz.: Faux cotonnier(wohl nicht ursprünglich, nur verwildert) und in Spanien von dersucculenten Carallüma Europaea (Guss.) N. E. Br. (Fig. 3043)erreicht. Vincetöxicum officinäle dringt als einzige Ascle»piadacee in Mittel- und Nordeuropa bis zum 61° nördl. Breitevor. In Nordamerika wird die Nordgrenze durch A s c 1 e p i a sincarnäta L. bei 54° nördl. Breite gebildet. Die Südgrenzeerreichen Asclepias camp^stris Dcne. in Uruguay undDiplol6pis R. Br. in Chile, Tylöphora barbäta R. Br.und Marsdönia viridiflöra R. Br. in Victoria und einegrössere Artenzahl in Australien. — Die Arten sind vorwiegendwindende Halbsträucher, in geringerem Masse ausdauernde Stauden,während hohe Bäume und grössere, aufrechte Sträucher zu denSeltenheiten zählen. Anpassungen an trocken.warme (xerische)
Klimate sind zahlreich. Hervorzuheben ist die oft weitgehendeRückbildung der Laubblätter, mit der teils Sukkulenz, teils Ephedra.oder Spartium.artige Tracht (Habitus) verknüpft ist. Nament«lieh südafrikanische Gattungen (Stap^lia, Höodia Sweet
[Fig. 3036], Frer6a Hook, f., Echidnöpsis Hook, f., Carallüma usw. besitzen eine kaktusartige oder anfleischige Euphorbien erinnernde Tracht. Periplöca« Arten und Leptad6niapyrot6chnica (Forsk.) Dcne.,Bewohner von Wüsten, haben rutenartige Zweige. Bei anderen Gattungen sind die Laubblatter dick-fleischig.Bei Dischidia R. Br., einer epiphytischen, madagassisch»malayischen und auf Kuba auftretenden Gattungist ein Teil der Laubblätter zu grossen Taschen umgebildet (Fig. 3037), die früher von B e c c a r i, ent-sprechend denen von Nepenthes, als Fang» und Verdauungsorgane angesprochen wurden, die aberwahrscheinlich nur Wasserbehälter für ihre Wurzeln darstellen. Auch werden sie von Ameisen bewohnt.Sehr eigenartig und äusserst mannigfaltig ist der Bau der meist kaum 1 cm langen, in der Regel weiss, grünlichoder gelblich, selten rot oder blau gefärbten Blüten. Die Kronblätter sind in der Regel tief gespalten undradförmig, seltener zu einer Röhre zusammengefügt und dann mit einem flächenartigen Saume versehen odertrichter. bis kugelförmig gestaltet. Bei einigen Gattungen sind die Kronzipfel lang ausgezogen, bei Tricho.säcme Zucc. schweifartig behaart. Die Staubblätter und der Stempel werden ursprünglich getrennt angelegt,verschmelzen aber später fest miteinander und bilden ein Gynostegium. Die Miltelsäule wird dabei von denzwei ursprünglich freien, später an der Spitze verwachsenden Fruchtblättern eingenommen. Die Krönung desFruchtknotens führt den Namen Narbenkopf, bei welchem die eigentliche Narbe allerdings auf die UnterseiteHegi, Flora. V, 3. 333
Fig. 3037. Dischidia R af f 1 e s i a n a Wallich.Phot. f H. D o p f e r, München.