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Vergiftungserscheinungen, wie Kopfschmerzen, Uebelkeit, Erbrechen, Verlangsamung des Pulses auf. Diehomöotherapeutische Schule wendet nach Hugo Schulz die Tinktur aus den Blättern in Fällen von Tachy«kardie und Stenokardie an. Nach dem gleichen Autor ist es K. Wiener gelungen, den Nachweis zu erbringen,dass diese Tinktur — ähnlich wie Digitalis und Gratiola — die Fähigkeit besitzt, das Vermögen, Grün zu sehen,zu beeinflussen. — Die Blüten, die abends duften, sind als homogame Falterblumen zu deuten. Die 5, mit langen,oben zusammengedrehten Fortsätzen versehenen Staubblätter bilden über der am Rande zerschlitzten Neben»kröne einen die Mitte des Blüteneinganges einnehmenden, 8 bis 9 mm langen und 4 mm breiten, locker«wolligen, weisslichen Kolben, der mit der Nebenkrone den Eingang derartig verschliesst, dass einzig langrüsseligeSchmetterlinge bis zu dem etwa 10 mm tiefen, nektarhaltigen Blütengrunde vordringen können. Als Bestäubersind grössere Falter, vor allem der Oleanderschwärmer (Sphinx N6rii), zu nennen. Glück hält die Neben»kröne für eine echte Ligula, die von Laubblattstipeln abzuleiten ist. Die Samen sind gegen ungünstige Kultur»bedingungen nach Vilmorin und Kinzel sehr empfindlich. Namentlich geht im Licht ein Teil (bis 16%)allmählich zugrunde, während im Dunkeln erzogene Samen bis zu74 °/o gesund wachsende Pflanzen erzeugten.Bezeichnend für den xeromorph gebauten Strauch sind die in die kesselartigen, unter das Niveau der Blattunterseiteeingesenkten Spaltöffnungen (Fig. 3135), ebenso das aus 2 bis 3 Zellschichten bestehende Wassergewebe imBlattinnern. Die Laubblätter können gelegentlich in Paaren oder aber in 4«gliederigen Wirtein auftreten, womitdas ziemlich häufige Auftreten gegabelter Blattspreiten (mit Ueberspreitung) in Zusammenhang steht. DieFüllung der Blüten (Fig. 3033 b) wird gewöhnlich durch die Petalisierung der Staubblätter bedingt (die Konnektivewerden zuerst verbildet), seltener durch eine Vermehrung der Kronblätter; zuweilen können auch einige Kelch«zipfel petaloid ausgebildet sein. Nach Masters sind die Schuppen der Paracorolla bisweilen in Staubblätterverwandelt. Der Oleander vermehrt sich gelegentlich durch Wurzelsprosse. Wiederholt wurde er künstlicherfolgreich mit der Mistel infiziert. Von Zoocecidien wurde Aspidiötus Nerii Bouche beobachtet.
110. Fam. Asclepiadäceae. 1 ) Seidenpflanzen.
Ausdauernde Stauden, Halbsträucher, seltener Sträucher oder Bäume mit ungegliedertenMilchsaftschläuchen und markständigem Siebgewebe. Laubblätter gegen», seltener Wechsel»
ständig oder quirlig,einfach, meist ganz»randig. Nebenblätterfehlend. Blüten inmeist cymösen, ofttrugdoldigen Blüten»ständen oder einzeln,zwitterig, strahlig und5 » gliederig. Kelch»blätter 5, frei odernur am Grunde ver»wachsen. Krone unt er»ständig, verwachsen»blättrig, mit in derKnospenlage gedreh»
Fig. 3036. Hoodia macrantha Dinter, in Südwestafrika (nach Goetze).
ten, seltener klappigen
Abschnitten, bisweilen mit Anhängseln. Staubblätter frei oder am Grunde verbunden, oftauch mit dem Gynaeceum zu einem Gynostegium vereinigt, in der Regel am Grunde oderam Rücken mit kronblattartigen, eine Nebenkrone bildenden Anhängseln (Fig. 3029 c). Pollenzumeist zu Pollinien verklebt, selten in Tetraden, körnig und in löffeiförmigen, einer Kleb»scheibe aufsitzenden Behältern; zwischen den Staubbeuteln am Narbenkopfe hornartige, durchwagrechte Arme mit den Pollinien (Fig. 3039 f) verbundene Körperdien (Translatoren). Frudit»
') Griec±. daxArjnia? [asklepiäs] bei Dioskurides (Mat. med. 3, 92) Name einer Pflanze (AsclepiasDioscoridis) mit efeuähnlichen Blättern und wohlriechenden Wurzeln. Als Heilpflanze vielleicht nach demHeilgotte Asklepios (Aesculapius) oder nach einem Arzte Asklepiades benannt.