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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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auf Gräbern angepflanzt, daher Grabimmergrün (Schwäbische Alb), Totenb 1 ätter, »kraut (Eifel), Toteblüemli (alemannisch), Toteveieli (Basel). Viele nieder» und mitteldeutsche Namen sind Entstellungen (oftmit volksetymologischer Anlehnung) des latein. pervinca (so schon bei Plinius): Berwinkel (niederdeutsch),Per winkelken (Göttingen), Ba r winke 1 (Nordböhmen), Brunwinkel (Oldenburg), Berg winkelkraut[1](obersächsisch), BamWinkel (Glatz), Berfink (rheinfränkisch), Sperrfink (Eifel), Berfang (franz.! per»vendie| (Lothringen). Vereinzelte Benennungen sind noch Himme 1 ssternIi (Thurgau), Judeveieli[= unechtes Veilchen] (Elsass, Baden), B1 aumaia (St. Gallen), Rossmuckenveigerl, Schusternägeli[vgl. Gentiana verna] (Bayr. Schwaben), Müll er rädli [Blütenform 1] (Thurgau), Steibliemli (St. Gallen),Strite (Aargau). Im Grödnerischen Idiom heisst die Pflanze Shengruna.

Ausdauernd, halbstrauchig, 15 bis 20 cm hoch, kahl. Grundachse dünnwalzlich, bis60 cm lang, niederliegend, lang kriechend, an den Knoten faserige Wurzeln und Büschel

entspringend, langgestielt. Kelch trichterförmig, viel kürzer als die Krone, mit lanzettlichen,kahlen, 4 bis 5 mm langen Zipfeln. Krone präsentiertellerförmig, blauviolett, hellblau, seltenerweiss, kupferfarben oder rosarot, mit trichterförmiger, etwa 1 cm langer Röhre und schiefabgestutzten, stumpfen Abschnitten. Balgfrüchte länglich=walzlich, zugespitzt (Fig. 3028 a), 15 bis22 mm lang, 2-- bis 3=samig. Samen walzlich, grobwarzig (Fig. 2028 b, c), braun, 6 bis 9 mmlang. III bis VI, selten nochmals im Herbst.

Häufig und meist gesellig am Rande von Gebüschen, in Laubwäldern, Hecken, Auen,auf Waldblössen, an Mauern, Felsen, in Weinbergen; von der Ebene bis in die montaneStufe (in Tirol bis 1100 m, im Wallis bis 1200 m, in Graubünden bis 1320 m ansteigend).Ausserdem nicht selten aus Gärten, Anlagen und Friedhöfen verwildert und eingebürgert.Im nordwestlichen Deutschland, in Schleswig=Holstein, ebenso in Dänemark, Skandinavien undBelgien kaum ursprünglich.

Allgemeine Verbreitung: Süd« und Mitteleuropa; nördlich bis England (53 bis57° nördl. Breite; fehlt in Irland und Schottland, ebenso in Belgien, Holland, im Rheinlande,an der Ostsee, in Kurland); Kaukasus, Kleinasien.

Aendert ab: f. rösea Rodegher. Blüten violettrot, zuweilen tiefer geteilt und mit weissen Adern(Kultiviert und zuweilen bei alten Burgen verwildert). f. atrovioläcea Volkart. Blüten schwarzviolett(Kultiviert und selten verwildert, z. B. bei Rovio im Tessin). f. cupricolor Fr. Zimm. Blüten kupfer»färben (Schwetzingen). f. alba Venanzi. Blüten weiss (Kultiviert). var. angustifölia Geisenheyner.Laubblätter 4=mal so lang als breit (Rheinlande und Westfalen). Ausserdem werden in Gärten Pflanzen mit

von Sprosse treibend; nicht»blühende Sprosse nieder»liegend, bis meterlang, ein»wurzelnd, blühende aufrechtbis aufstrebend. Stengel amGrunde verholzend, stielrund.Laubblätter kurzgestielt, läng*lich=lanzettlich bis elliptisch,stumpf oder etwas spitz, nachdem Grunde verschmälert,

Fig. 3032. Vinca minor L., bei der Küssaburg (Baden). Phot. Dr. G. Hegi, München.

immergrün, auf der Oberseiteglänzend und erhaben ner»vig, auf der Unterseite heller,matt, mit deutlichem Mittel*nerven, am Rande kahl, etwasumgerollt; untere Stengel»blätter kleiner. Blüten einzeln,aus den obern Blattwinkeln