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Ausserdem aus Gärten und Friedhöfen selten verwildert wie in Südtirol um Meran, um Bozen (hierim Jahre 1829 von Forstmeister Bacher angepflanzt!), bei Stenico (am Castell), Rovereto, Nori, Riva; beiSaarbrücken; bei Stallikon im Kanton Zürich.
Allgemeine Verbreitung: f7/f\$S k\ "/! V $
Mittelmeergebiet, West* und Südfrank»reich; Orient.
Diese im Mittelmeergebiet einhermische grossblütige, gegen starkes Sonnenlichtempfindliche Art wird auch in Deutschland abund zu im Freien angetroffen, muss aber inden meisten Gegenden im Winter bedecktwerden. Ausserdem wird sie gern als Topf»oder Ampelpflanze gehalten. Gelegentlichbegegnet man in der Kultur Formen mitweissrandigen, gelbmarmorierten oder ge-scheckten Laubblättern. Nach L. Lindinger(Botan. Archiv. Bd. IV. Heft 4) scheint diePflanze — wenigstens auf den Kanaren —keine Früchte auszubilden, sondern sich nurvegetativ zu vermehren. Unter jedem Blatt»knoten finden sich 2 Wurzelanlagen, die beigenügender Feuchtigkeit rasch austreiben, so-fern sie mit der Erde in Berührung kommen.
Gegen Trockenheit, ebenso gegen starkesSonnenlicht ist die Art sehr widerstandsfähig.
Die nach dem langen Sommer fast vertrock-neten, verschrumpft herabhängenden, jedochgrünbleibenden Blätter werden durch denersten Regen wieder frisch und straff. Am
Ende der langen Blütezeit werden die Blüten nur '/ 3 so gross w ' e zur Zeit der Vollblüte im März und April.
— Von Abnormitäten wurden Laubblatt-Ascidien, 4-glie.derige oder gefüllte Blüten (mit petaloiden Stamina) undsolche, bei denen 1 oder mehrere Kelchzipiel blumen»blattartig ausgebildet waren, beobachtet.
Fig. 3030. Vinca maior L. «Blühender Spross. b Blutenknospe, c Kronevon oben, d Kelch, e Blüte im oberen Teil geöffnet. / Narbenkopf.g Fruchtknoten mit Honigdrüsen. — Vinca minor L. h Spross mit auf-gesprungener Frucht, i Samen (stark vergrössert).
2275. Vinca minor L. (= Pervinca minorScop.). Gemeines Immergrün. Franz.:Petite pervenche; engl.: Common periwinkle;holländ.: Maagdepalm (= Jungfrauenpalm) ;ital: Pervinca, in Locarno: Oeucc da fcö.Taf. 228, Fig. 1; Fig. 3032 und Fig. 3028 a bis e.
Das Wort Singrün (althochdeutsch sin»gruone) zeigt als ersten Bestandteil (die jetzt nicht mehrgebräuchliche) Partikel „sin", die etwa gross, dauernd,allgemein, immer bedeutet (vgl. z. B. Sinnau = Alchemillavulgaris Bd. 1V/2, pag. 963, sowie „Sündflut", dasvolksetymologisch umgedeutet ist aus mittelhochdeutschsinvluot = allgemeine Flut): Singräun (Braunschweig),Si(n)gri (Bayern: Lechrain), Sigerer (Oberbayern:Murnau). Auf die immergrünen Blätter beziehen sichferner Immergrün (in vielen mundartlichen Formen),Fig.3031. Vinca maior L. mit Anemone stellata L. und Ailium Win t e r gr ü n (besonders im Ober- und Mitteldeutschen);triquetrum L. aui Korsika. Phot. Meta Lutz und Dr. O. Hegi, Mädepalme, Maipalm, Wilde Palm [„Palm"
-Buches i vgl. auch niederl. maagdepalm] (Niederrhein);ludenmyrte [= unechte Myrte] (Ostpreussen). Wegen der immergrünen Blätter wird das Singrün häufig