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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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109. Fam. Apocynäceae 1 ). Hundsgiftgewächse,

Stauden oder windende Holzgewächse (Lianen), seltener auch aufrechte Bäume,Sträucher oder Fettpflanzen, stets mit ungegliederten Milchsaftröhren, mit intraxylärem Weich»bast und bikollateralen Leitbündeln. Laubblätter einfach, in der Regel kreuzgegenständig,seltener quirl» oder wediselständig, einfach, ganzrandig, nicht selten mit sehr zahlreichenengen Seitennerven. Nebenblätter sehr selten vorhanden, interpetiolar. Blüten meistansehnlich, 4= bis 5=gliederig, von Deck» und Vorblättern begleitet, stets strahlig, zwitterig,zu trugdoldigen Blütenständen vereinigt. Kelch meist tief, fast bis zum Grunde 5» (bezw. 4=)teilig, mit dachziegelig sich deckenden Zipfeln, kahl oder drüsig. Krone verwachsenblätterig,trichter» oder präsentiertellerförmig, seltener glockig oder krugförmig, 4= oder 5»spaltig, mit

in der Knospenlage gedrehten Zipfeln; im Schlündezuweilen mit Schuppen, Höckern oder Leisten. Staub»blätter so viele wie Kronzipfel, der Kronröhre ein»gefügt; Staubbeutel oft zu einem Kegel zusammen»neigend, frei oder dem Stempel angeklebt, zuweilenmit deutlich ausgebildetem, geschwänztem Konnektiv.Pollen einzeln, körnig. Drüsendiskus meist vorhan=den, schüsseiförmig, ganz oder gelappt bis schuppen»förmig (Fig. 3030g). Fruchtknoten oberständig (seltenerbis zur Hälfte unterständig), 2=blätterig (selten bis5=blätterig), apo» oder synkarp (im letztern Falle 1»bis 2»fächerig), zahlreiche, hängende Samenanlagenenthaltend; Griffel 1 bis 2, fadenförmig, zuweilensehr kurz, oben häufig in einen gemeinsamen,sehr mannigfach gestalteten Narbenkopf verdickt(Fig. 3029 c). Frucht aus 2 getrennten Teilfrüchten(Balgfrucht) bestehend, seltener steinfruchtartig oderbeerig. Samen flach zusammengedrückt, kahl, höckerig, geflügelt oder mit einem Haarschopfversehen (Fig. 3028 f). Nährgewebe knorpelig bis fleischig, zuweilen ganz fehlend. Keim»blätter flach (Fig. 3028 d), seltener eingerollt oder gefaltet.

Die Familie wird nach der Ausbildung und nach dem Verhallen der Staubblätter zum Griffelkopf in diebeiden grossen Unterfamilien der Plumierofdeae (Staubblätter frei oder dem Griffelkopf nur locker an»hängend. Staubbeutel meist ungeschwänzt. Samen in der Regel ohne Haarschopf) und in die der Echi.toideae (Staubbeutel mit dem Griffelkopf fest verbunden. Samen fast regelmässig mit Haarschopf) gegliedert.Durch die letztere stehen die Apocynaceen mit den Asclepiadaceen in naher verwandtschaftlicher Beziehung;doch fehlen den ersteren die für die Asclepiadaceen so bezeichneten Translatoren. Näheres hierüber bei denAsclepiadaceae pag. 2059. Von den Gentianaceen und Loganiaceae sind die Apocynaceen durch das Vor»kommen der ungegliederten Milchsaftröhren scharf geschieden. Nach Mayus begleiten bei Nerium Oleanderdie Milchröhren die Gefässe teils bis zur Endigung, teils treten sie schon früher aus und nehmen ihren Ver»lauf nur im Schwammparenchym. Blatteigene Milchsaftgefässe sind nicht vorhanden. Zu der Familie zählenungefähr 1100 Arten, die sich auf 142 Gattungen verteilen. Das Schwergewicht derselben fällt auf die Tropen,wobei die alt» und neuweltlichen Arten sich nahezu die Wage halten. Recht eigenartige Formen mit un.förmigem, dickem Stamm zeigen die afrikanischen Gattungen Ad^nium und Pachypödium. Nur wenige Gattungen(Amsönia, Rhazya, Vinca, Apocynum, Poacynum, Nartum, Goniöma) gehören hauptsächlich oder ganz dengemässigten Zonen an. Am weitesten nach Norden (d.h. bis zum 53 bis 57° nördl. Breite) geht Vinca minor;in Nordamerika reichen 2 Arien von Apocynum bis zum 55° nördl. Breite. Im Süden wird Parsönia capsuläris[Forst.] Raoul auf Neu»Seeland bis zum 45° angetroffen. In Europa ist die Familie einzig durch die GattungenVinca (pag. 2051), Nerium (pag. 2056), sowie durch Apocynum Ven^tum L. (Südeuropa westlich bis Nord»

l ) anoxvvov [apökynon] bei Dioskurides (Mat. med. 4,80) Name einer Pflanze (Cynanchum erectum?),deren Blätter Hunde (griech. zi'wc, xvvos [kyon, kynös] töten sollen.

Fig. 3026. Apocynum cannabinura L. a Bliite(von oben), b Ansicht des üynosteniums (eine Anthereist weggenommen), c Zwei Antheren, von innen gesehen,mitTeller", d Querschnitt durch den Griffelkopf unddie Staubblätter, e Junge Frucht. Lochnera rosea(I.,) Rchb. / Längsschnitt durch den Grilfelkopf (AlleFiguren nach K. Demeter).