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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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italien) vertreten. Die letzte Art (Fig. 3027) ist reichlich verzweigt und besitzt kleine, glockenförmige, zu Doldenrispenvereinigte Blüten. Fossil ist die Familie durch sichere Reste von Nerium in der jüngeren westfälischen Kreide,dann in dem französischen und englischen Eozän, in dem Miozän von Oesterreich und Griechenland nach«gewiesen. Vinca erscheint mit Blattresten im französischen Tertiär. Weitere Blattreste aus dem europäischen,südamerikanischen und neuholländischen Tertiär werden den Gattungen Alstonia, Plumiera, Tabernaemontana,Rauwolfia, Cerbera, Allamanda zugeteilt, während andere aus dem Tertiär von Europa, fndien und Australienunter den Gattungsnamen Neritxnium Unger. Apocynophyllum Heer und Echitönium beschrieben wurden.

Von den ausländischen Vertretern haben zahlreiche Arten als Kautschuk-Lieferanten Bedeutung,so verschiedene afrikanische Lianengewächse von oft enormen Dimensionen aus der Gattung LandölphiaL. Comorensis K. Schum. (so L. Owariensis P. Beauv., L. Kirkii Dyer, L. Petersidna Thist. usw., die 1850auf Madagaskar entdeckt wurden), ferner Kickxia (= Funtünia) Africäna Benth. und K. eldstica Preussaus dem tropischen Westafrika (letztere, welche den Lagos, bezw. Kamerun,kautschuk oder Silk rubber liefert, 1898 von Preuss entdeckt), Mascaren»häsia elästicaK. Schum., M. lisianthiflöra DC. und andere Artenvon Madagaskar und Ostafrika liefern den Mgoa.Kautschuk, Alstönia»

Arten aus dem Malayischen Archipel und den pazifischen Inseln, Car.podinus chylorrhiza, C. leucdntha und C. lanceoldta aus dem tropi«sehen Westafrika liefern Wurzelkautschuk, Clitändra KilimandscharicaWarburg, W i 1 lo u gh b y a coriäcea Wall., W. edülis, W. flavöscensDyer aus Ostindien usw. erzeugen den grössten Teil des aus Borneo aus.geführten Kautschukes und werden zu diesem Zwecke im malayischenArchipel kultiviert, Urc^ola esculenta (Wall.) Benth. und andere Artenin Hinterindien und im malayischen Archipel (1798 auf Malakka entdeckt),

Hancörnia speeiösa Gom. in Brasilien liefert den Mangabeira-Kaut.schuk, Forsterönia floribunda und F. grdcilis auf Jamaika usw.

Tabernaemontäna Dönnel Smithii Rose, aus Zentralamerika sollein gutes Guttapercha-Präparat liefern.

Eine grosse Zahl von Arten (darunter auch der Oleander) sindstark giftig; zweifellos ist der Sitz der stark wirksamen Stoffe im Milchsaftzu suchen. Zahlreiche Arten enthalten Glykoside, Alkaloide und Bitter.

Stoffe, die sie in der Heilkunde wertvoll machen. Einige Arten sind alsheftige glykosidische Herzgifte anzusehen und gehören in die Digitalis.

Gruppe, so vor allem die Samen einiger im tropischen Afrika vorkommen,den Strophänthus» Arten in Deutschland ist nach der neuesten (VI.)

Ausgabe des D. A. B. (1927) einzig Strophänthus grätus(Wallich et Hooker)

Franchet zugelassen (in andern Ländern auch Str. h i s p i d u s DC. und S. K ö m b eOliver), welche die offizinellen, mit einem federigen Schöpfe versehenen(Fig. 3028 f), spindelförmigen, sehr bitter schmedeenden Stropbanthus.Samen(S6men Strophdnthi) liefern. Ihre Bitterkeit und die giftige Wirkung sindauf das stickstofffreie Glykosid »Strophanthin" zurückzuführen, das aber nicht beiallen Arten die gleiche Zusammensetzung hat; so ist bei Str. gratus das g.Strophanthin (CsoHisOiä + 9 H2O) nachge«wiesen worden, bei Str. Kombe das k.Strophanthin (C40H60O19 + 3 HaO, bei Str. hispidus das h.Strophanthin (viel,leicht C38H58O15). Ausserdem sind in den Samen (ebenso in der Wurzel) verschiedener Arten die Alkaloide Cholinund Trigonellin, fettes Oel, Harz, Schleim, Eiweiss und etwas Stärke vorhanden, wogegen Gerbstoffe fehlen. DieStrophänthus-Arten sind Klettersträucher, Halbsträucher oder Lianen, mit elliptischen bis umgekehrt.eiförmigen, ibehaarten Laubblättern und ziemlich reichblütigen, gabelspaltigen Scheindolden. Die meist gelbe, trichterförmigeKrone besitzt eine lange Röhre, einen glockenförmigen Schlund (mit 5 fleischigen, in der Mitte gespaltenen Schlund«schuppen) und 5 auffallend lange (15 bis 20 cm), 1 mm breite, lineale, zuerst aufrechte, später schlaff herab,hängende Zipfel. Der halbunterständige, 2.blätterige Fruchtknoten entwickelt sich zu 2 langen (2 bis 40 cm),unter einem rechten Winkel spreizenden Balgkapseln, die sehr zahlreiche, an der Spitze der Granne mit einemHaarbüschel gekrönte Samen (Fig. 3028 f) enthalten. Von der Verwendung der Samen bei den EingeborenenAfrikas als Pfeilgift (Gombi. oder Kombe.Pfeilgift) gelangte schon durch Li vi n g s t o n e (1853 bis 1856) Kundenach Europa. Sein Begleiter Dr. Kirk machte bereits auf die Wirkung des Giftes auf das Herz aufmerksam.Seit 1883 wird die durch Fräser als Ersatz bezw. Ergänzung von Digitalis empfohlene Droge Semen Strophanthi,ebenso dieTinctüra Strophdnthi (sie besteht aus 1 Teil gepulverter Samen und 10 Teilen Weingeist) unddas Strophanthin in der Schulmedizin verwendet und zwar in solchen Fällen, wo man eine möglichst rascheHerzwirkung erzielen will, während Digitalis dort das Feld behauptet, wo auf die Nachhaltigkeit der Herz»

Fig. 3027. Apocynum VeneturaL. a Blühender Spross. b Blüte.