2044
blätter oberseits oft rotbraun. Krone meist 22 mm lang, mit weisslicher oder gelblicher Kronröhre undviolettem, purpurn überhauchtem Saume. So in Ostpreussen. In der Tracht an Gentiana Amarella var.axillaris erinnernd und ursprünglich auch mit ihr verwechselt.
Gentiana praecox ist gleich G. Austriaca dem pannonischen Florengebiete eigen und besitzt vor»wiegend montanen Charakter. Der Gentiana Austriaca steht sie sehr nahe und ist auch mit ihr durch Ueber»
gänge verbunden (= G. Fdtrae Borb.). Besonders schwer zu trennen sindbisweilen die Sommerformen beider genannter Arten (var. lutescens und var.praecox); doch erscheint die Uebereinstimmung (Konvergenz) nicht so gross, umeine Zusammenfassung derselben unter einem Namen (ähnlich wie bei GentianaGermanica subsp. solstitialis) zu gestatten. Die subsp. praecox wächst z. B. imErzgebirge auf Frischwiesen, im Nardusrasen oder in Trockenwiesen mit Saxifragagranulata, Lathyrus montanus, Centaurea Phrygia subsp. Pseudophrygia, Crepissuccisifolia usw. Durch die Mahd werden die Exemplare bisweilen verstümmelt(putiert) und treiben dann buschig neue Stengel, die etwa 14 Tage später zurBlüte gelangen. Derartige Pflanzen sind von Reichenbach als G. pyra»midälis bezeichnet worden. Die var. Carpatica erscheint in Böhmen in sonnigen^ hlj/ Callunaheiden mit Dianthus deltoides, Sarothamnus scoparius, Jasione montana,
v Campanula rotundifolia, in den Sudeten z. B. auf torfigen Wiesen mit Trifolium
spadiceum, Euphrasia stricta, Carlina acaulis und Antennaria dioica. In denKarpaten steht sie auch in den Trisetum flavescensAViesen höherer Lagen undsteigt mit diesen bis an die Waldgrenze hinauf. Die f. Sudavica ist bisher nurvon wenigen Orten in Ostpreussen bekannt.
2272. Gentiana Amarella L. BittererEnzian. Franz.: Gentianaamarelle; engl.: Feiwort; dän.: Smalbaegret Enzian.Ein« oder 2=jährig, (2) 3 bis 40 (60) cm hoch. Stengel auf=recht, einfadi oder verzweigt, mit steil aufwärts gerichteten Aesten.Grundständige Laubblätter spatelig = rundlich bis lanzettlidi, stumpfoder stumpflidi, Stengelblätter eirund »länglich bis lanzettlich; alle kahloder die obersten am Rande scharf rauh. Blütenstand traubig bis(selten) doldentraubig. Keldi, Krone und Androeceum 5=zählig, aus»nahmsweise vereinzelt eingestreute Blüten auch 4=zählig oder aber alleBlüten 4=zählig. Kelch röhrig, etwa bis zur Hälfte geteilt; Kelch«zähne lanzettlich bis lineal, am Rande etwas rauh, meist flach,seltener zurückgerollt, die Buchten spitz oder stumpf. Krone röhrig,ziemlich klein, etwa 10 bis 20 mm lang, selten bis doppelt so langwie die Kelchröhre, im Schlünde bärtig, rötlich=violett (trocken mehrblau), weiss (beim Trocknen + gelblich) oder gelb. Fruchtknotenund Kapsel sitzend, die Krone zuletzt überragend. — VI bis X.Zerfällt in folgende 2 Unterarten!
1. subsp. eu-Amar£lla Murbeck. Pflanze stets 2.jährig, 3 bis 60 cmhoch. Stengel in der oberen Hälfte oder vom Grunde an verzweigt, seltenganz einfach, zur Blütezeit keine Keimblätter mehr tragend. GrundständigeLaubblätter spateiförmig, stumpf; mittlere und obere Stengelblätter eirund bislanzettlidi. Krone mittelgross, meist 5.zählig-, Röhre den Kelch in der Regel überragend, violett.
Truppweise auf lockerem, humosem Moorboden, auf feuchten und kurzrasigen Wiesen und Weiden,(besonders auf kleinen Erhöhungen [z. B. Maulwurfshügeln]), Waldlichtungen, Mooren, grasigen Hängen usw.Von der Ebene bis in die subalpine Stufe: in Graubünden bis 1750 m (var. axillaris).
Allgemeine Verbreitung: Nord= und Mitteleuropa: nördlich bis Island, Irland,Schottland 1 ), Nord=Skandinavien (Kaafjord in Alten [70° nördl. Breite], Imandra=Land, Achan=gelks, westlich über das westlichste Irland bis zur Bretagne, südlich über Nordfrankreich, Belgien,*) Näheres vgl. H. W. Pugsley, Gentiana uliginosa Wiild. in Britain. Journal of ßotany, 1924.Bd. 62, pag. 193/96.
Fig. 3021. Gentiana AmarellaL. subsp. eu-Amarella Murbeckvar. 1 i n g u 1 a t a (C. A. Agardh).a Habitus. — AufgeschnitteneKelche von: b G. ramosa He-getschw., c G. Amarella L. var.1 i n g u 1 a t a (C. A Agardh), d G.aspera Hegetschw., eG. Austri-aca A. et J. Kerner, / G. cam-pe s t r i s L. subsp. campestris(L.) X G. Germanica Willd.subsp. eu-Germanica Br.-Bl.(= G. macrocalyx Celak.)(b bis / nach R. v. W e 11 s t e i n).