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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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2043

2271. Gentiana praecox A. et J. Kerner. Karpaten = Enzian. Fig. 3020.

Zweijährig, 15 bis 45 cm hoch. Stengel aufrecht, kahl, bisweilen braunrot überlaufen,in der Regel nur über der Mitte und nur wenig reichlich verzweigt (vgl. aber var. Sudävica);Aeste ungleich lang, verhältnismässig kurz und rispenartig angeordnet, die ganze Pflanzedadurch schlank erscheinend. Grundständige Laubblätter spateiförmig bis verkehr t»eiförmig,die mittleren und die oberen Stengelblätter eirund oder eirund=lanzettlich, meist kürzer alsdie Stengelglieder; alle kahl. Kelch, Krone und Androeceum 5 =zählig. Kelchzipfel lineal, bis»weilen etwas ungleich, flach oder am Rande umgerollt, in der Regel kaum länger als die Kelch»röhre i letztere nicht geflügelt. Buchten zwischen den Kelchzipfeln abgerundet (Fig. 3020 c). Kronetrichterförmig»glodcig, mittelgross, im Mittel 18 bis 25 mmlang, im Schlünde bärtig, lebhaft lila, seltener weisslichoder gelb (dann getrocknet tiefgelb). Fruchtknoten undKapsel 2 bis 3 mm lang gestielt. VI bis X.

Gesellig auf torfigen Wiesen und Matten, grasigenHügeln, zwischen Gebüschen, an Waldrändern; von derEbene bis in die subalpine Stufe. Gern auf kalkhaltigenUnterlagen.

In Deutschland im Erzgebirge bei Gottleuba (Oelsen),

Altenberg (am Geising), Geising (Fürstenau, Ebersdorf, Mückenberg),im Sudetenzuge häufig bis verbreitet, ferner in Ostpreussen beiGoldap und Segeberg. In Oesterreich in Böhmen im Erz.gebirge bei Kupferberg, Zinnwald, Voigtsdorf und Adolfsgrün, fernerbei Böhmisch-Trübau, im Mittelgebirge, bei Jungbunzlau, Hohenelbeund auch sonst noch in den Sudeten) in Mähren um Brünn,

Rajnochowitz, Vsetin, Roznau und wohl auch in den Beskiden;in Schlesien zerstreut; in Niederösterreich bei Sallingstadt (gegenG. Austriaca neigend), Jauerling, Ostrang, Ober»Bergern, Münich.reit; in Kärnten im Oberen Silbergraben bei Oberdrauburg [1150 mj,bei Mauthen [1500 m]; in Krain bei Feistritz in der Wochein.

In der Schweiz fehlend.

Allgemeine Verbreitung; Vom Erzgebirge,den Böhmisch »Mährischen Grenzgebirgen, den Beskidenund den Karpaten durch Ungarn und Galizien bis Sieben»bürgen, in Niederösterreich, ferner von Kärnten, Krainund Friaul (?) über Bosnien bis Montenegro.

Zerfällt in folgendes saisondimorph gegliedertes Sippenpaar:var. praecox (A. et Kerner) (= G. obtusifölia Willd. var. UeditritziiSag. et Schneider, = G. spathuläta Bartl. p. p.). Stengel 3 bis 40 cm Fig . 3020 . Gentiana praecox Kerner var.hoch, mit 3 bis 5 (6) Stengelgliedern, das 2. und 3. derselben länger Carpatiea (Wettst.). a und b Blühendeals alle übrigen. Mittlere und obere Stengelblätter eirund, stumpf, nur Pflanzen, c Aufgeschnittener Kelch,

die allerobersten zugespitzt. VI bis Anfang VIII. Hierher alle An»

gaben aus dem Erzgebirge, ferner die Pflanzen aus der Hohen Eule, Scharfenberg, vom Landeshuterkamm,Wüstenröhrsdorf und Schmiedeberg in Schlesien, von Vsetin und Javornik in Mähren und die aus Nieder«Österreich (mit Ausnahme von Sallingstadt). Aendert wenig abi f. brevifrons Borb. Laubblätter auffallend kurzund verhältnismässig breit. f. depauperäta Rochel. Pflanze 1» bis wenig.blütig. f. f 1 avicans Borb.Blüten gelb. f. älba Wahlenb. Blüten weiss. var. Carpätica (Wettst.) (= G. Caucäsica Janka). Fig. 3020e.Stengel 15 bis 45 cm hoch, mit 6 bis 15 Stengelgliedern, das 2. und 3. derselben nicht auffallend länger alsalle übrigen. Mittlere und obere Stengelblätter eiförmig»lanzettlich, zugespitzt. VIII bis X. Eine Herbstform,die im Verbreitungsgebiete der Art bei weitem vorherrscht, vereinzelt auch in den Alpen (in Niederösterreichbei Sallingstadt und am Jauerling), ferner in Kärnten und Krain (s. o.) auftritt, aber im Erzgebirge fehlt.Hierzu gehört als leicht abweichende Form: f. Sudävica Abromeit. Pflanze kräftig, vom Grunde an oderzum mindesten von der Mitte an trugdoldig»rispig verästelt, reichblütig. Stengel meist dunkelpurpurn. Laub»H e g i, Flora. V, 3. 332