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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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2042

zipfel lineal bis lineahlanzettlich, bisweilen etwas ungleich, flach, selten am Rande umgerollt,vollständig kahl, in der Regel deutlich länger als die Kelchröhre, letztere nicht geflügelt; Buchtenzwischen den Kelchzipfeln abgerundet. Krone trichterförmig=glockig, sehr gross, die derbestentwickelten Blüten 24 bis 45 mm lang, im Schlünde bärtig, lebhaft lila, seltener weiss«lieh oder gelblich (getrocknet tiefgelb). Fruchtknoten und Kapsel 2 bis 4 mm lang gestielt. VI bis X.

Gesellig auf mässig feuchten bis trockenen, ungedüngten Wiesen und Matten, anWaldrändern, auf Gehölzlichtungen usw. Vom Hügellande bis in die subalpine Stufe desöstlichen mitteleuropäischen Florengebietes, in Steiermark bis 2000 m aufsteigend.

In Deutschland nur im Bayerischen Wald (Blödcenstein, Bischofsreut, Kleinphilippsreut undFreyung). In Oesterreich in Böhmen zerstreut im südlicheren Teile (z.B. bei Krumau, Gratzen, Topitz,

Steken, Wittingau), nordöstlich der Elbe, sowie im nordwestlichen Gebietefehlend; in Mähren bei Iglau, Teltsch, Zlabings, Datschitz und an anderenOrten des Westplateaus ; in Niederösterreich verbreitet und häufig von denRodauner Kalkbergen bis an die Steirische Grenze, im Marchfeld,Lassee, im südlichen Wiener Becken usw.; in Oberösterreich bei Fürsten«hut, St. Peter unweit Freistadt, Aigen und bei Linz; im nordöstlichenSteiermark häufig ; für Kärnten (Sattnitz, Ebental bei Klagenfurt) sehrfraglich ; ferner in Krain (z. B. bei Gottschee). In der Schweizfehlend.

Allgemeine Verbreitung: Südöstliches Europa:vom Ilz= und Moldaugebiete, sowie von Oberösterreich,Steiermark und Krain durdi Ungarn und Serbien bis zumöstlichen Bosnien, bis zu den Karpaten und Siebenbürgen.

Die Art zerfällt in eine monophyletische Sippe und in ein

saisondimorph gespaltenes Formenpaars 1. var. Neilreichii (Dörfl.

et Wettst.). Stengel niedrig, gedrungen. Stengelblätter so lang oder

länger als die Stengelglieder; die unteren eilänglich, stumpf, die oberen

lanzettlidi*eiförmig, spitz. VII, VIII. In den höheren Lagen in den

Alpen. 2a. var. lut^scens [Velen.] (= G. praeflörens Wettst.).

Stengel in der Regel nur im oberen Teile und zwar ± traubig ver«

zweigt. Stengelblätter alle eilänglich, viel kürzer als die Stengelglieder.

VI, VH. So in höheren Lagen der Niederösterreichischen und an»

grenzenden Steirischen Alpen. 2b. var. Austriaca (A. et ]. Kerner)

(Fig. 3019). Stengel häufig bereits im unteren Teile verzweigt, ebensträussig

oder rispig'ästig. Laubblätter zahlreich, 3=edcig-eiförmig bis eilanzettlich, alleFig. 3019. Habitus der G e n t i a n a , s , ' s , ° Tv , ,, ,

Austriaca A. et J. Kerner. var. Austri- spitz, so lang oder länger als die Stengelglieder. Vlll, IX. Auttallende

aca (A. et J. Kerner). Standortsformen der letztgenannten Sippe sind: f. paludösa Wiesb.

(pro var.). Laubblätter und Kelchzähne auffällig lang. Auf sumpfigen,moorigen Wiesen der Ebene. f. montäna Wiesb. (pro var.). Laubblätter auffallend kurz und breit.Kelchzähne kurz. So in höheren Lagen an trockenen Orten. f. castanetörum Borb. (sub G. Sti-riaca). Stengel sehr hoch, meist nur im oberen Teile verzweigt. Laubblätter ziemlich kurz. So in warmenNiederungen. Uebergangsformen zu G. praecox var. Carpatica werden als G. Fdtrae Borb. bezeichnet;solche zu G. Germanica subsp. Raetica und G. aspera vgl. pag. 2036. Sie treten in der Grenzzone derVerbreitungsgebiete nicht selten auf und dürften teils morphologische Uebergangsformen darstellen, teilshybridogener Abstammung sein.

Gentiana Austriaca ist eine typische pannonische Pflanze, die in sehr verschiedenen Rasentypen auf=zutreten vermag und in diesen die in ihrem Verbreitungsgebiete vollkommen fehlende G. Germanica ersetzt.In den Ostalpen findet sie sich gern in den Talwiesen mit Orchis maculatus, Geranium pratense, Astrantiamaior, Tragopogon pratense subsp. Orientalis, Crepis biennis usw., auf den Nardusmatten der alpinen Stufemit Thlaspi montanum, Meum athamanticum, Primula Clusiana (pag. 1776), Euphrasia picta, Valeriana Celtica,Homogyne discolor u. a. Systematisch ist die Art ziemlich gut durch die stumpfen Kelchbuchten, die unterden Endotrichen nur noch die G. praecox aufweist, gekennzeichnet.