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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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2040
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2040

Eine Annäherungsform an Gentiana Austriaca stellt die f. Stiriaca Wettst. dar. Blütenstand mehrebensträussig. Kelchzipfel am Rande umgerollt. Blütenkrone mehr röhrig=glockig, bis 4 cm lang. So in denSteirischen Alpen zwischen dem Enns», Liesing« und Mürztal, sowie um Graz nicht selten; angeblich auch inKärnten bei Ober.Drauburg (750 m).

Die Gründe der vorstehenden Gliederung sind folgende! die subsp. eu.Germanica und subsp. Raeticastellen ein eng verwandtes und morphologisch sehr ähnliches Sippenpaar von autumnalem Charakter dar, sindallerdings geographisch geschieden s die subsp. eu-Germanica ist west. und mitteleuropäisch und berührt dieAlpen nur in beschränktem Masse und fast nur in den Tälern, die subsp. Raetica dagegen ist ein alpigenesElement. Als monophylle Rasse wohl nur von der letztgenannten Unterart abzuleiten ist die subsp. Kernen,die ebenfalls vollkommen auf die Alpen beschränkt ist. Theoretisch ist nun anzunehmen, dass sowohl diesubsp. eu-Germanica als auch die subsp. Raetica je eine Sommerform entwickelt haben. Dem Augenscheinenach treffen wir aber nur eine einzige derartige Sippe im Verbreitungsgebiete beider Unterarten an, was sich

durch deren nahe Verwandtschaft erklärt,d. h. die abgeleiteten Sommerformen beiderUnterarten ähneln einander derartig, dasssie in der Regel nicht voneinander zu unter»scheiden sind. Nach We 11stein soll sichallerdings in den Niederungen der Einflussder subsp. eu*Germanica bisweilen in derAusbildung von abstehenden Kelchzipfelnund von der relativen Höhe äussern. Diesubsp. solstitialis stellt also einen interessantten Fall dar, in welchem ein morphologischerFormenkreis durch Konvergenz aus ver=schiedenen (wenn auch sehr nahestehenden) Eltern hervorgegangen ist. Oeko»logisch stimmen die einzelnen Sippen der Gentiana Germanica ± überein und wachsen wie auch die meistender anderen Endotrichen in Rasengesellschaften verschiedenster Art, soweit sie nicht zu feucht sind oder gedüngtwerden. Die subsp. Kernen und Raetica gehören zu den charakteristischen Erscheinungen der Nardusweiden(vgl. Meum Athamanticum, Bd. V/2, pag. 1303), auf denen sie bisweilen ausserordentlich zahlreich auftretenkönnen. Die subsp. eu=Germanica wird besonders in der vielblütigen f. pyramidalis ein Herbstschmuck dervergilbenden Moliniawiesen und Torfmoore (vgl. Selinum carvifolium, Bd. V/2, pag. 1313). Die subsp. solstitialiserscheint gern an feuchteren Orten, in wasserzügigen Senken, an kalkigen Rinnsalen mit Tofieldia calyculata,Schoenus ferrugineus, Primula farinosa, Gentiana Clusii usw. Die Blüten sind nach A. Schulz schwach oderausgeprägt proterandrisch, nach A. Kerner proterogyn und heterostyl. In den Alpen sind die Blütenhomogam. In den erstgenannten Fällen ist spontane Selbstbestäubung noch möglich, im letzten infolge derhohen Lage der Narbe (die Staubbeutel stehen etwa 2 mm tiefer) ausgeschlossen. Als Besucher kommenHonigbienen und Hummeln in Betracht. Aug. Schulz beobachtete auch Hummeleinbruch. Kerner wiesnach, dass das Oeffnen der Blüten nicht vom Lichte, sondern von der Wärme abhängig ist und sich bei hohenTemperaturen (42° C) auch in dunklen Räumen sehr rasch vollzieht. Von Missbildungen wurden Zwangs,drehungen mit spiralig verwachsenen Laubblättern und aufgeblasenem Stengel, sowie 6» und 7-teilige oder auchgefüllte Blüten beobachtet. Bei Seitenblüten kann die Rechtsdrehung der Kronzipfel bisweilen durch eine Links»drehung ersetzt sein. Verlaubte Kelche sind namentlich bei durch die Mahd putierten Stücken keine Seltenheit.

2269. Gentiana ramösa Hegetschw. (= G. obtusifölia Rchb., = G. Murbeckii Wettst.,= G. compäcta Hegetschw.). Büschel « Enzian. Taf. 217, Fig. 5; Fig. 3017, 3018 und 3021 b.

Zweijährige, 1 bis 15 (30) cm hohe, meist busdiig verästelte, gedrungene Pflanze.Stengel in der Regel unmittelbar über dem Grunde in zahlreiche, abstehende, dichtblütigeAeste aufgelöst, mit 3 bis 7 Stengelgliedern, seltener ± einfach. Grundständige Laubblätterspatelig, an der Spitze abgerundet; die mittleren und oberen Stengelblätter eiförmig odereiförmig'lanzettlich, an der Spitze abgerundet, nur die Tragblätter spitz. Blütenstand dolden=traubig. Kelch, Krone und Androeceum 5=zählig. Blüten verhältnismässig klein (selten über2 cm lang), die der untersten Aeste oft nur 5 mm lang. Kelchzähne merklich länger alsdie Kelchröhre, schmaMineal (Fig. 3021 b) alle fast gleich breit, am Rande glatt (die Wände der

solstitialis

(Aestivalform)

eu-Germanica(Autumnalform)extraalpin

Kerneri

(monophyletiscb)alpin

Raetica(Autumnalform)alpin

Fig. 3016. Mutmassliche Entwicklung des Formenkreises der Gen ti ansGermanica Willd.