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B. Ungegliederte Sippe, in den Merkmalen zwischen A und C die Mitte haltend;
subsp. Kerneri (Dörfler et Wettst.) Schinz et Thell. (= G. Raetica subsp. Kernen Wettst., = G.Germanica Willd. subsp. Semleri Vollm., = G. Germanica Willd. subsp. Raelica (Kerner) Br.»Bl. var. Kernen[Dörfl. et Wettst.] Thell.). Fig. 3013. Meist 10 bis 20 cm hohe, ziemlich gedrungene Pflanze. Stengel meisterst im oberen Teile, seltener vom Grunde an verzweigt. Stengelblätter in der Regel kürzer als die Stengel»glieder, die unteren eiförmig»länglich, stumpf, die oberen eiförmig»lanzettlich, spitz. — VII, VIII.
In Deutschland in den Alpen zwischen 800 und 1200 m bei Mittenwald, in den Weissachauen,Kreuth und am Lödensee südlich Ruhpolding, ferner im Alpenvorland bei Wies unweit Steingaden. — InOesterreich (Verbreitung nur ungenügend bekannt, aber zweifellos häufig in den Alpen) von Niederöster»reich über Steiermark (häufig in den Niedern Tauern, Murauer und Seetaler Alpen, auf der Kor», Stub» undGleialpe, sowie [vgl. var. calcicola] in den nordöstlichen Kalkalpen), Kärnten, Salzburg und Tirol (namentlich
im nördlichen Teile, in Sulden bis 2400 m steigend, bei Lienz herabge»schwemmt bis etwa 800 m, in Südtirol anscheinend selten) bis Vorarlberg(am Fuss der Drei Schwestern, 1600 m). — In der Schweiz bisher nach»gewiesen in den Kantonen Uri (Etzlital), St. Gallen (Kunkelspass) und Grau»bünden (z. B. bei Vals, 1300 bis 1700 m).
Allgemeine Verbreitung! Wohl nur in den Alpen im Ver»breitungsgebiete der subsp. Raetica und subsp. eu=Germanica in Deutsch»land, Oesterreich und in der Schweiz; in Italien anscheinend gleich den übrigenUnterarten fehlend.
Eine leicht abweichende kalkstete Rasse ist: f. calcicola Hayek.Kelchzipfel am Rande oft zurückgerollt; Kelchbuchten weniger spitz. Kronegrösser, bis 35 mm lang, heller violett. So häufig in den nordöstlichenSteirischen Kalkalpen (Grimming, Stoderzinken, Hochtorgruppe, EisenerzerAlpen, Reiting, Kräuterin, Hochschwab, Hoher Veitsch). Gilt als Annähe«rungsform an Gentiana Austriaca. — Gegen G. aspera neigend wurde be«schrieben: f. m i x t a (Nevole) Hayek. Kelchzipfel am Rande und an derSpitze leicht behaart. Am Stoderzinken in Steiermark.
C. Herbstblütige Pflanzen mit zahlreichen, verhältnismässig kurzenStengelgliedern und mit spitzen Stengelblättern.
C. 1. Pflanze schlank oder, falls verkürzt (in hohen Lagen oderan trockenen Orten), so doch meist nur in der oberen Stengelhälfte ver»ästelt. Stengelblätter häufig nur so lang oder kürzer als die Stengel»glieder. Kelchzipfel abstehend. Krone gestreckt, in der Regel 2,5 bis3,5 cm lang; Kronzipfel lanzettlich»eiförmig, spitz, meist mehr als l cm lang.
subsp. eu - Germanica Br.=Bl. (= G. Germanica Willd. s. Str.,
Fig. 3013. Habitus der Gentiana Ger- _ G Wetts(el - nii Murb.). Fig. 3014, 3015 und 2957. (2) 20 bis 30 (50) cmmanica Willd. subsp. Kerneri (Doril. / s > \ / \ i
et Wettst.) Schinz et Thellung. hohe Pflanze. Stengel häufig einfach oder nur oberwärts ästig, mit zahl»
reichen (bei gut entwickelten Stücken bis 15) Gliedern, das 2. und 3. Gliednicht merklich länger als die übrigen, häufig ganz rot überlaufen. Die mittleren und die oberen Stengel»blätter eiförmig oder eiförmig=lanzettlich, spitz. Kanten der Kelchröhre leicht geflügelt. — VIII bis X, ver»einzelt auch später. 1 )
In Süd» und Mittel »D eu ts chl a n d ziemlich häufig in den Alpen bis 1550 m steigend, doch z. B»im Allgäu, im Bayerischen Wald, im engeren Bodenseegebiete und im Bundsandsteingebiete fehlend, im BadischenRheintal nur bei Karlsruhe, in der Pfalz nur bei Grünstadt, von Frankenthal bis Speyer' und bei Zweibrücken,an der Nordgrenze ziemlich selten, so im Rheinland um Mainz, im Taunus und in Hessen»Nassau meist nur zerstreut,doch in den Weserbergen häufig, in der Münstereifel nur im Eschweiler Tale, in Westfalen z. B. in den KreisenAltena, Bochum, Dortmund und Hagen ganz fehlend, im südlichen Hannover am Ith, zerstreut ferner im Harz*),im angrenzenden Braunschweig und um Magdeburg, in Sachsen nur im westlichsten Teile verbreitet, östlich vomVogtland und vom südlichen Elsterland nur noch bei Gottesgab (1000 m), Altenberg und Meissen, völlig abge»sprengt in Mecklenburg bei Ludwigslust, in Schlesien in der Ebene sehr zerstreut (Schweidnitz, Zobtengebirge,Leobschütz, Reichenbach und Beuthen), häufiger im niederen und mittleren Vorgebirge. — In Oesterreich
') So wurde die Pflanze zu Weihnachten 1912 auf dem Gipfel des Geigelsteins in Oberbayern bei-1810 m blühend angetroffen.
2 ) Im Horlus Eystettensis (1613) erscheint sie als Gentianella multiflöra oder Kleiner Enzian mitpurpurblauen Blüten.