zwischen den Kelchzähnen spitz (Fig. 3008 b). Krone ziemlich klein, 15 bis 20 mm lang,röhrig, im Schlünde bärtig, schmutzig=weinrot=violett (trocken mehr blau), häufig auch weiss.Fruchtknoten und Kapsel sitzend (Fig. 3C0Sc) oder nur sehr kurz gestielt. — VII, VIII.
Trupp» oder herdenweise, bisweilen in grosser Menge,auf grasigen Matten und Rasenbändern, seltener in niedrigenZwergstrauchheiden, auf berastem Alluvialboden usw. Vorwiegendin der alpinen Stufe: im östlichen Graubünden zwischen 1800und 2600 m. Nur auf kalkreichen Unterlagen.
In Deutschland ganz fehlend. — In Oesterreich bisher mitSicherheit nur in der Ortlergruppe, z. B. zwischen Gomagoi und Sulden. —In der Schweiz in Graubünden im Ober» und Unterengadin, Münstertal,Albulagebiet, Puschtav und Avers verbreitet.
Allgemeine Verbreitung: Bisher nur aus dem Ost*schweizer und Westtiroler Zentralalpengebiete bekannt.
Gentiana Engadinensis ähnelt in ihrer Tracht sehr stark der GentianaAmarella, unterscheidet sich aber von ihr durch die auffallende, an Rotweinerinnernde Farbe der Krone, sowie durch die spitzen Kelchbuchten. Auch zurGentiana anisodonta bestehen zweifellos enge Beziehungen; doch sind dieBlüten dieser Art grösser und die Fruchtknoten viel deutlicher gestielt. NachG. Samuelsson schliesst sich diesem Typus eine noch näher zu prüfendeAestivalform mit stumpfen Laubblättern und längeren Stengelgliedern an. Soin der Schweiz im Bernina=Heutal und in Tirol bei Schluderbach in Valfonda.
Fig.3008.Gentia naEngadinensis(Wettstein) Braun-Blanquet et Sa-muelsson. a Habitus, b Kelch.c Fruchtknoten.
2266. Gentiana pilösa Wettstein. BehaarterEnzian. Fig. 3009.
Zweijährig, 4 bis 20 cm hoch. Stengeleinfach oder bereits vom Grunde an ästig;
Seitenäste kurz. Grundständige Laubblätterspatelig, vorn abgerundet; die unteren Stengel»blätter schmaWanzettlich, stumpflich oder spitz,die mittleren mindestens 4= (bis 7=)mal solang als breit, die obersten lanzettlich zuge»spitzt, am Rande und auf dem Mittelnervendeutlich bewimpert; alle Stengelblätter längerals die Stengelglieder. Kelch, Krone und Androeceum 5»zählig. Kelch»zahne viel länger als die Kelchröhre; 2 der Kelchzähne nur wenigbreiter als die anderen (Fig. 3009b), am Rande nicht oder nur wenigzurückgerollt und dort, sowie auf dem Mittelnerven bewimpert; Buchtenzwischen den Kelchzähnen spitz. Krone meist klein, 15 bis 26 mmlang, violett, im Schlünde bärtig. Fruchtknoten und Früchte sehr kurzgestielt. — IX.
Zerstreut auf grasigen Hängen und trockenen Weiden der süd»liehen Ostalpen. Wohl nur auf Kalk.
In Südtirol bei Höhlenstein, Kreuzberg in Sexten, Weisslahnbad in Tiers sin Kärnten z. B. in der Schlitzaschlucht bei Tarvis, sehr häufig zwischen Raibl und
dem Predil, im Kanaltal; in Krain z. B. an der Mojstrana s ferner im angrenzenden Küstenlande bei Strasoldo.
Allgemeine Verbreitung: Oestlicher Teil der Südalpen vom Etschtal ostwärtsbis Krain und Görz.
Gentiana pilosa ist eine für die südlichen Ostalpen bezeichnende Art, deren Verbreitung aber nurwenig bekannt ist. Systematisch steht sie der nachfolgenden G. aspera nahe, unterscheidet sich aber von dieser
Fig.3009. GentianapilosaWettstein, a Habitus, b Kelch(ausgebreitet).