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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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2032
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2032

Die vereinzelt weit ausserhalb des Verbreitungsgebietes der subsp. Baltica im Bereiche der subsp. campestrisauftretendenBaltica "»Pflanzen dürften wohl lokal bedingte, vielleicht auch nur ± vorübergehende Sprüngeder subsp. campestris darstellen. Wettstein glaubt sie durch Verschleppung durch Vögel erklären zukönnen. Die subsp. campestris spaltete sich in jüngerer Zeit weiter auf und zwar erhielt sich der Typus inden höheren Lagen unverändert (monophyletische var. Islandica), während in tieferen Lagen namentlich infolgeder Bewirtschaftungsweise der Wiesen eine sommerblütige Sippe (die unmittelbar vor der Mahd noch zurReife gelangende var. Suecica) und eine im Herbste blühende Sippe (die zur Zeit der Mahd noch niedrigevar. Germanica), gezüchtet wurden, die beide gegenwärtig bereits zu einer gewissen Konstanz gelangt sind,wenngleich Uebergänge zwischen diesen saisondimorphen Gliedern nicht allzuselten sind.

Gentiana campestris erscheint mit grosser Vorliebe auf moorigen oder humösen Böden, besitzt aller«dings auch eine gewisse Vorliebe für Kalk, weshalb sie in den Zentralalpen etwas zurücktritt. Auf Torfwiesenist sie vielfach mit Brunella vulgaris, Potentilla silvestris, Centaurea Jacea, Pastinaca sativa, Cirsium oleraceum

usw. vereinigt. In grossen Scharen pflegt sie auch aufNardus.Wiesen mit Arnica montana und Carlina acaulisoder auf Bergwiesen mit Festuca rubra, Carex verna,Ranunculus auricomus, Crepis praemorsa usw. zuwachsen. Die subsp. Baltica ist z. B. in Böhmen beiHohenelbe auf feuchten Wiesen neben Polygonum Bistorta,Gymnadena conopea, Leucoium vernum, LaserpitiumPruthenicum, Myrrhis odorata und Euphrasia curtaanzutreffen. Die als Hummel« und Falterblumen zubezeichnenden Blüten sind schwach proterogyn, homogamoder proterandrisch. lieberall ist später spontane Selbst«bestäubung möglich. Bei den alpinen Pflanzen überragtdie Narbe die Staubbeutel anfänglich und erst späterrollen sich die Narbenäste soweit zurück, dass Selbst«bestäubung eintreten kann. Auch findet nach Kern erein Wachsen (d. h. eine Verlängerung) der Krone statt,wobei gleichzeitig die Staubblätter der Narbe genähertwerden. Diese Angabe sei einer weiteren Prüfungempfohlen, zumal sie von R. S t ä g e r (Beihefte zum Bota«nischen Centralblatt. Bd. 31, 1914) bezweifelt wird. InNorwegen sollen Narbe und Staubbeutel auf gleicher Höhe stehen und dadurch eine Selbstbestäubung vielleichter möglich sein. Die Wurzeln wurden früher in Skandinavien (ähnlich wie die von G. Amarella) alsHopfenersatz zur Bierwürze verwendet. Wie zahlreiche andere Enzianarten kann auch G. campestris gegenOphthalmie und Hämaturie dienen. Als Abweichungen vom typischen Bau werden besonders Aenderungen imBlütenbau genannt, wobei die Seitenblüten vielfach trimer angetroffen werden. Nicht allzu selten sind Ver«grünungen durch eine Eriöphyes.Art, seltener Umwandlungen von Staubblättern in Karpelle und umgekehrt,Herabrücken einzelner Kelchblätter usw. zu beobachten. Von Zoocecidien kommt auf dieser und anderen En»dotrichen Eriöphyes Kern^ri Nal. vor.

2264. Gentiana anisodönta Borbas (= G. calycina Wettst. nec Boiss. et Hausskn.). Kelch»

Enzian. Fig. 3007.

Zwei» (ausnahmsweise auch 1=) jährig, 5 bis 30 (80) cm hoch. Stengel aufrecht oder auf»steigend, selten einfach und dann an der Spitze 1» oder mehrblütig, meist schon vom Grund anreichlich verzweigt. Grundständige Laubblätter verkehrt=eiförmig bis spatelig, an der Spitze± abgerundet; die mittleren Stengelblätter elliptisch bis eiförmig, die oberen 3=eckig=lanzettlich,spitz, alle kahl oder die oberen schwach bewimpert. Kelch, Krone und Androeceum 5»zählig.Kelchzähne kürzer als die Kronröhre, stark ungleich breit, die zwei äusseren ausserdem starkbewimpert und am Rande stark umgerollt (Fig. 3007 b); Buchten zwischen den Kelchzähnen spitz.Krone mittelgross, meist 20 bis 30 (33) mm lang, fast glockig=röhrig, im Schlünde bärtig, blau»violett, selten weiss. Fruchtknoten und Kapsel deutlich ([3] 4 bis 6 mm lang) gestielt. VI bis X.

Truppweise aufwiesen, Matten, grasigen Hängen, an Waldrändern, zwischen Gesträuch,in Zwergstrauchheiden der oberen (selten unteren) montanen, subalpinen und unteren alpinen

Fig. 3006. Gentiana campestris L. a Blüte in der Auf-sicht. b Staubblätter und Stempel zu Beginn der Blütezeit,c am Schluss der Blütezeit, d. einer homogamen Blüte, e Staub-blatt. /Frucht, g Kelch aufgeschnitten, (a bis /nach H. Müller,g nach Wettstein.)