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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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2031
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2031

am Grunde oft mit langen, 1«, seltener 2> bis 3.blütigen, auslauferartigen Seitenzweigen. Grundständige Laub»blätter wenig zahlreich (1 bis 4). Blütenstiele ± verlängert, wenig beblättert, Blüten dunkelviolett. Bereitsim VI blühend. Mehrfach im Wallis. 2b. var. Germanica Froelidi (non Willd.). Pflanze mit mehreren(4 bis 11) kurzen Stengelgliedern und mit spitzen Stengelblättern. Stengelglieder kaum so lang wie diezugehörigen Laubblätter. VIII bis X. Herbst« (Autumnal.) Rasse der montanen und subalpinen Stufe.

2. subsp. Bältica (Murbeck) Vollmann (Fig. 3004). Pflanze stets l»jährig, zur Blütezeit noch dieKeimblätter tragend. Stengel von der Mitte oder erst noch weiter aufwärts verzweigt. Laubblätter zur Blüte»zeit alle frisch ; die grundständigen eilanzettlich, gegen den Grund zu am breitesten, die stengelständigeneiförmig bis' lanzettlich, in der unteren Hälfte am breitesten. VIII bis X.

Gesellig auf kurzrasigen, ± trockenen Wiesen, Malten und Weiden, auf Rainen, an Hängen, aufsonnigen Hügeln, gern auf Sand», Torf» oder sandigemMoorboden. In der Ebene und im Hügellande, seltenerbis in die Bergstufe: in Sachsen bis 750 m.

In Deutschland südlich bis zum mittlerenSchlesien, bis Sachsen, bis zum Fichtelgebirge undFrankenwald, bis zum Bayrischen Buntsandsteingebiet(Marktschorgast, Bayreuth), Hessen»Nassau und biszum südlichen Rheinland reichend: am häufigsten imbaltischen Gebiete, doch in Ostpreussen sehr selten(Pillkallen, Braunsberg und Angerburg), in Westpreussenviel häufiger, aber nur westlich der Weichsel, imübrigen Norddeutschen Flachland zerstreut und nachWesten zu an Häufigkeit abnehmend, westlich der Elbein der Tiefebene nur noch vereinzelt bei Lüneburg,

Bergen a. d. Dumme, Uelzen, Celle, Meppen und aufBorkum; in Mitteldeutschland zerstreut durch Posen,

Schlesien, Sachsen (häufig im westlichen Teile, besondersim oberen Vogtland), Thüringen, durch das südlicheHannover (nur bei Ilfeld) bis Nordbayern (im Fichtel»gebirge und im Frankenwald verbreitet), Hessen=Nassaubis zum südlichen Rheinland (Arzheimer Wiesen beiKoblenz); in Westfalen, am Niederrhein und in ganzSüddeutschland fehlend. In Oesterreich einzig inBöhmen (Hohenelbe, Johannestal, Niemes, Zwickau,

Reichenberg, Kratzau, Böhmisch=Aicha, Grottau, Fried»land, Warnsdorf, Bilin, Fugau, Stollberg, Silbersgrün,

Graslitz und Asch. In der Schweiz mit Sicherheitnur im Waadtland bei Villeneuve und auf Torfmooren am Fusse des Jura zwischen Divonne und Rances;angeblich auch in Graubünden am Schafberg und bei Samaden.

Allgemeine Verbreitung: Mittel» und südliches Nordeuropa: von Süd=Schottland,England und der Normandie über Belgien, Holland, Mittel» und Norddeutschland, Dänemarkund Südschweden (bis zum 57° 18' nördliche Breite) bis Ostpreussen, Schlesien und Böhmen;vereinzelt und völlig versprengt in der Westschweiz, in Mittelfrankreich und in Siebenbürgen (?).

Beauverd (Bull. soc. bot. Geneve vol. IX, 1917, pag. 351) hat durch Kulturversuche gezeigt, dasshinsichtlich des Ueberdauerns der Keimblätter, ebenso in der Form der Laubblätter, zwischen den beidenUnterarten campestris und Baltica keine scharfe Trennung besteht. So hat er wiederholt Pflanzen der subsp.campestris mit stehengebliebenen Keimblättern beobachten können.

Die vorwiegend nord» und mitteleuropäische Gentiana campestris bildet gemeinsam mit der auf diePyrenäen beschränkten Gentiana hypericifölia Murbeck einen engeren Formenkreis, dessen Gliederung auseiner tertiären Urform in postglazialer Zeit als ein Ergebnis klimatischer Einflüsse erklärt wird (vgl. pag. 1983/84).Die 2»jährige Urform erhielt im milden, mitteleuropäischen Flach» und Hügellande die Möglichkeit, ihren ganzenLebenslauf von der Keimung bis zur Ausbildung von Frucht und Samen in einem Jahre zu erledigen undwurde daraus dauernd 1 »jährig. Das Charakteristikum der subsp. Baltica beruht auch fast ausschliesslich aufdiesem biologischen Verhalten, das sich äusserlich darin ausdrückt, dass zur Blütezeit auch die Keimblätternoch grün vorhanden sind. Die Urform selbst wurde als subsp. campestris auf Nordeuropa und auf diehöheren Gebirge Mittel» und Südeuropas beschränkt, wo sie ihren 2»Jährigen Lebenszyklus beizuhalten vermochte.

Fig. 3005. GentianacampestrisL. subsp. campestris (L.),auf einer Magermatte. Phot. W. Heller, Zürich.