2030
Zerfällt in 2 Unterarten:
1. subsp. campestris (L.). Taf. 215, Fig. 8; Fig. 3003, 3005 und 3006. Pflanze stets 2=jährig, zur Blütezeitam Grunde mit den vertrockneten Resten der vorjährigen Laubblätter bedeckt, nur ausnahmsweise die Keim«blätter beibehaltend. Stengel von der Mitte oder vielfach auch schon vom Grunde an ästig. Die am Grundestehenden Laubblätter spateiförmig, nach der Spitze zu am breitesten, mit den braunen, abgestorbenen Laub«blattresten untermischt; die mittleren und die oberen Stengelblätter verkehrt.eiförmig oder lanzettlich, in derunteren Hälfte am breitesten. — (V) VII bis X.
Truppweise und vielfach sehr häufig auf grasigen Hängen, Magermatten, lichten, dürftigen Wald«lichtungen. Vom Bergland bis in die nivale Stufe, selten im Hügelland t in Graubünden am Piz Forun bis2800 m, in den Bayerischen Alpen bis 2500 m, im Wallis bis 2750 m, in Tirol bis 2630 m. Kalkliebend.
In Deutschland in den Allgäuer Alpen verbreitet bis Wangen, im Bayerischen Mittelstock beiAmmerwald, im Höllental, an der Zugspitze, Teufelsgsass am Schachen; im Fränkischen Jura bei Altdorf,
Neumarkt, Schesslitz und Vierzehnheiligen j auf der Alb inder Irrendorfer Hardt, zwischen Burgfeld und Pfeffingen, amZellerhorn und zwischen Wackerstein und Lichtenstein und beiUpflamör; im höheren Schwarzwald vom Schlüchttal bei Berau,Horben, dem Feldberg usw. bis Rötenbach und Bonndorf sehrzerstreut; im Elsass in den Hochvogesen und im Kreise Alt«kirch; im Rheinland auf den Arzheimer Wiesen bei Koblenz, amHochsimmer bei Mayen, Hillesheim (Eifel) und Westerburg; imHessisch-Westfälischen Bergland bis zu den Weserbergen undin der Rhön ziemlich häufig, im Harz verbreitet, im Vorlandesehr zerstreut im Regierungsbezirk Lüneburg und in Braun«schweig, Thüringen und Sachsen sehr zerstreut, in Schlesienin den niederen und mittleren Vorgebirgen von Nord« unddem angrenzenden Mittelschlesien verbreitet, sonst (so vorallem in der westlichen Ebene) nur hie und da; in der ganzenNorddeutschen Tiefebene fehlend. — In Oesterreich inSchlesien bei Skotschau, Ustron, Friedeck und Olberndorf; inBöhmen im Riesengebirge, im Iser» und Polzengebiet, Erzgebirge,Beraun, Tepl, im Kaiserwald bei Pilsen und Primbram; inMähren im Odergebirge bei Czeladna und Weisskirchen; inden Alpen in Nordtirol verbreitet, in den Zentralalpen etwasseltener und in Südtirol z. B. für das Gebiet von Trient unddas Fassatal noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen; in Kärntennur in den Hohen Tauern; in Salzburg einzig im Pinzgau; sonstfehlend. — In der Schweiz in den Alpen und Voralpenziemlich verbreitet, doch in den Urgesteinsgebieten etwaszurücktretend; vereinzelt auch im Mittellande, so früher aufdem alten Kandergrien bei Thun und im oberen Sensetal(1855); im Jura ziemlich häufig, östlich bis zum Weissensteinreichend; in den Kantonen Genf, Aargau, Basel, Thurgau und Schaffhausen ganz fehlend.
Allgemeine Verbreitung: Nordeuropa: von Island über Irland, Nordengland,Dänemark, Skandinavien bis zum westlichen Finnland; mitteleuropäische Mittel* und Hoch»gebirge: Pyrenäen, Alpen (von den Seealpen über die Schweiz, Bayern und Italien bisSalzburg und Kärnten), Deutsche und Oesterreichische Mittelgebirge, Jura; Nördlicher Apennin.
Die Unterart tritt in einer monophyllen, nicht saisondimorphen Form und in einem gegliederten,saisondimorphen Formenpaar (mit Sommer« und Herbstform) auf. 1. var. Islän di c a Murbeck. Pflanze meistniedrig, bis 10 (13) cm hoch, einfach oder verzweigt; Stengelglieder wenig zahlreich, bald lang, bald kürzer.Grund», sowie die unteren und mittleren Stengelblätter spatelig«stumpf, nur die oberen ± eiförmig und spitz.Blüten nicht selten (zuweilen in grosser Menge) weiss (= f. albiflöra Wettstein) oder rosa (= f. röseo»discolor Beauv.) — VII, VIII. So in den höheren Alpenlagen. In Deutschland nur in Bayern. MonophylleRasse. — 2 a var. Su6cica Froelich (= var. montdna Griseb.). Pflanze meist höher, mit wenigen (3 bis 5)Stengelgliedern und stumpfen mittleren Stengelblättern. Stengelglieder viel länger als die Laubblätter. —V bis VIII. Sommer« (Aestival«) Form der montanen und subalpinen Stufe. — Als abweichende Formgehört hierzu f. flagellirämis Beauv. Stengel mit sehr langen (30 bis 100 mm langen) Stengelgliedern
Fig. 3004. Gentiana campestris L. subsp. Baitica(Marbeck) Vollmann. a und b Habitus. c Kelch.d Frucht, e Kronsaum mit Schlundschuppe.