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Vorgebirge, sowie in der höheren Ebene); fehlt in Ost» und Westpreussen, in Posen, Pommern, Brandenburg,ebenso im Böhmerwald, Oberpfälzerwald, wie überhaupt in vielen Gegenden mit kalkarmen Sandböden.
Allgemeine Verbreitung: Mittel» und Südeuropa (fehlt aber stellenweise imSüden; nördlich bis Belgien, Mitteldeutschland, Südpolen); Kaukasus, Orient. In Kanadadie nahestehende G. Victorinii Fern.
Aendert wenig: f. multiflöra Gaudin. Stengel ± reichlich verzweigt, mit zahlreichen (nach PaulRobert bis 32 Blüten) l.blütigen Aesten. — f. alpina Hegetschw. (= var. Kell^ri J. Murr). Pflanze stets1 »blutig. Blüten grösser. Laubblätter eirundlidi.lanzettlich (Form der Hochalpen). — f. debilis Beauverd etBesse. Pflanze zart, 1 »blütig, ±20 cm hoch. Stengel etwas gedreht. Laubblätter schmal.lineal (12 bis 25 s 1 bis2 1 /« mm), kürzer als die Stengelinternodien. Blüten lang gestielt (Stiel 3 bis 8 cm lang). Bei Riddes im Wallis.Die Form erinnert an G. detönsa Froel. oder noch mehr an G. barbäta Froel. aus Nordasien und Himalaya.— f. acuminäta Fr. Zimmermann. Kronzipfel lanzettlidi zugespitzt, nicht gefranst (Baden. Nussloch).
Diese Art, der einzige europäische Vertreter der Sektion Crossopetalum, ist in vielen Gegenden eintypischer Kalkzeiger, der auch auf kalkhaltigem Löss, Urkalk, auf Basalt (Duppauer Basaltgebirge in Böhmen), aus«nahmsweise auch auf Moorboden auftritt. Auf sandigen Böden fehlt die Art gänzlich ; auch in den Alpen ist sie imallgemeinen auf die Kalkalpen beschränkt. — Die Blüte ist als eine i proterandrisdie bis homogame Hummelblume,die zuweilen auch von Bienen und Faltern besucht wird, zu bezeichnen und dürfte meist heterostyl sein. DieBlüten gehören, wie jene vom Tausendgüldenkraut zu den wenigen Gentianaceen, die auf Lichtreiz reagieren.Das Temperaturminimum zur Blütenöffnung liegt bei etwa 15°. Seismonastisdie Reizbarkeit konnte nicht nach«gewiesen werden. Die Staubbeutel sind ursprünglich nach innen gerichtet, springen jedoch von aussen aufund bedecken sich im ersten Blütenstadium auf der Aussenseite mit Pollen. Die Nektarien bilden im Grundeder Krone 5 erhabene, längliche, grünlich«glanzlose Flecken. Gelegentlich wurden Exemplare mit ö.spaltigerKrone und mit 3» oder 5-zähligen Blüten beobachtet. Schwarz erwähnt aus der Nürnberger Gegend (Kastel)frühblühende Pflanzen (bereits Ende Juni). Die Laubblätter können manchmalin 3»gliederigen Quirlen angeordnet sein. Die Pflanze erzeugt Wurzelsprosse.
Für Nordamerika (Canada) beschreibt Fernald (Rhodora 25/1923)eine bisher meist mit der europäischen G. eiliata bezw. der nordamerikanischenG. serräta Gunn. vereinigten Pflanze als neu unter dem Namen G. V i c«torin Ii. (.Thal kennt die Art in seiner Harzflora (1588) als Violacalathiana seu autumnalis prima. Im Herbarium von Rostius in Lundist sie 1610 als Gramen flores, im Hortus Eystettensis (1613) als Gen«tianella autumnalis (blauer Himmelstengel) aufgeführt.
2263. Gentiana campestris L. Feld »Enzian. Taf. 215,
Fig. 8 ; Fig. 2958, 3003 bis 3006.
Pflanze 1= oder 2»jährig, (1) 3 bis 30 (35) cm hoch.
Stengel aufrecht, in der Regel ästig, an Zwergformen auch einfach(Fig. 3003 b), glänzend, im unteren Teile häufig rot überlaufen,selten vereinzelt weisse Haare tragend. Grundständige Laubblätterspatel» bis verkehrt=eiförmig; Stengelblätter ± eiförmig, stumpf»lieh oder spitz. Kelch, Krone und Androeceum 4»zählig, nur aus»nahmsweise bei einzelnen Blüten auch 5=zählig. Kelch röhrig,fast bis zum Grunde geteilt, der Krone anliegend; Kelchzipfelungleich ausgebildet, die beiden äusseren viel breiter als dievon ihnen verdeckten beiden inneren (Fig. 3006g), unterhalb
der Mitte am breitesten, zugespitzt, die inneren wenig länger, einer kräftigen pflanze, >> einer i-biu-
' ° r ' ° ° ' tigen Kümmerform.
lanzettlich bis lineal, alle 4 am Rande sehr kurz papillös ge=
wimpert, nicht zurückgerollt. Krone röhrig, 15 bis 30 mm lang, so lang oder etwas längerals die Kelchröhre, mit 4 abstehenden Abschnitten, im Schlünde bärtig, violett, häufig auchweiss, selten gelblich. Kapsel zylindrisch, sitzend, nach der Spitze zu kaum verjüngt, dieKrone zuletzt überragend. — VII bis X.
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