niemals durch Insekten hervorgerufen werden, ebensowenig durch einen Wundreiz, durch einen elektrischen odereinen chemischen Reiz. Wohl aber kann sie durch wiederholtes Hin« und Herstreifen mit der Hand über die Blumen»kröne erzeugt werden; das blosse Schütteln der Blüten kann nicht als rein seismonastische Reizung gelten, da diesesgleichzeitig eine Abkühlung der Blüten bewirkt. Nach Claus kommen die Bewegungen durch abwechselndeVerlängerung und Verkürzung der Innenseite der Krone zustande. Und zwar sind an der Bewegung einzig die„Hauptpetalen* — und auch an diesen nur eine kurze Zone — aktiv beteiligt. Die Zwischenzipfel spielen insoferneine passive Rolle, als sie durch ihre aus der Knospenlage erhaltenen Einfaltung die Schrägstellung der Haupt»petalen und damit die regelmässige Einrollung bedingen. Einen weiteren, besonders interessanten Reizvorgangbeschreibt Rud. Seeger (Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften in Wien. Bd. CXXI Abt. 1, 1912)bei Gentiana prostrata; er bezeichnet ihn als „Thigmonastie" und zählt ihn biologisch zum „Klappfallen«Typus a .Hier wird das Schliessen und Senken der Blüten wie bei anderen Enzianen einerseits durch Temperatur«erniedrigung (jedoch nicht durch das Licht 1, andrerseits aber durch Berührung — am Eingange der Kronröhre, vor
liehe Kleinheit ausgezeichne« 2956. Gentiana Kochiana Perr. et Song., ein Vertreter der Sektion Thylacites. Phot.
ten Samen sind der Wind« f J. Siegrist, Davos.
Verbreitung angepasst. Nach
den Versuchen von Kinzel müssen die Samen stets einer i lang andauernden Belichtung bei gleichzeitigerTemperaturerniedrigung (Frosteinwirkung) ausgesetzt sein, um keimen zu können; sie sind also Lichtfrostkeimer.Bei G. Pneumonanthe setzte eine ergiebige Keimung erst nach 10 Jahren nach entsprechend starkem Frost ein.Bei G. nivalis kann man das Durchfrierenlassen während einer ganzen Reihe von Wintern fortsetzen, ohnedass bei Ausschluss des Lichtes auch nur ein einziger Samen keimen würde. Auch Gentner gelang es beiG. lutea, G. punctata, G. Pannonica und G. purpurea weder durch verschiedene Temperaturen, noch durchchemische oder physikalische Mittel eine Keimung zu erzielen j eine solche erfolgte erst durch Aussetzen derfeucht im Keimbett liegenden Samen in den Winterfrost und durch nachfolgende Lichteinwirkung.
Wegen ihrer prächtigen Blüten, aber auch wegen ihrer Wurzeln, wird den Enzianen stark nachgestellt.Aus diesem Grunde sind besonders in den Alpenländern die am meisten gefährdeten Arten unter gesetzlichenSchutz gestellt, so besonders Gentiana lutea (auch in Baden und vom Forstamt Tuttlingen), G. Pannonica,G. punctata, G. purpurea, G. Clusii und G. Kochiana, in Steiermark G. Froelichii. In Wien besteht seit 1910für alle Arten Verkaufsverbot. Am wirksamsten ist der Schutz in jenen Ländern, in denen alle Arten denbehördlichen Schutz geniessen, wie in Oberbayern, Niederbayern, Schwaben, Oberfranken, Unterfranken und inder Pfalz; in Mittelfranken macht einzig G. verna eine Ausnahme. In Preussen sind seit dem S. Juli 1920, in Hamburgseit 1923, in Anhalt seit 1923, in Lübeck seit 1924, in Oldenburg seit 1926 alle blaublühenden ausdauernden Artengeschützt. Seiner Beliebtheit verdankt wohl der Namen Enzian, ähnlich wie neuerdings Edelweiss, Erica, Alpenrose,Soldanella usw., seine Verwendung zur Bezeichnung von Fremdenpensionen in den Alpenländern. Bei Oderberg gibtes einen „Enzianhügel* (wohl nach G. Cruciata benannt), im Bayerischen Wald einen Bergrücken „Enzian" (G. Pan.nonica). — Gartenflüchtig wurde 1910 in Mannheim auf Schutt G. Kesselringii Regel aus Turkestan beobachtet.
Die Gattung lässt sich in die beiden Untergattungen Eugentiäna Kusnezow und G entian^llaKusnezow mit verschiedenen Sektionen gliedern, von denen für die mitteleuropäischen Arten die folgendenin Betracht kommen s
Untergattung Eugentiäna Kusnezow. Kelchzipfel miteinander durch eine häutige, innere Membranverbunden oder aber Kelch einseitig gespalten oder ± stark verkümmert. Kronblätter 3«nervig, miteinander
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