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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1979
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1979

werden. Andererseits stellte Alfred Keller im Wallis fest, dass das Pflänzchen in seiner Verbreitung andie Wasserläufe gebunden ist. Im Saastale, wo die Art auf einer etwa 1800 m langen und 250 m breitenStrecke in etwa 4000 Exemplaren beobachtet werden konnte, war sie auf das schlammige Uebersdiwemmungs.gebiet des Vispbaches beschränkt. Offenbar gelangten hier nur diejenigen Samen zur Keimung, die aufdiesem Boden durch den Bach abgelagert wurden. Die Hochwasserkatastrophe vom 23. September 1920(Ausbruch des Mattmarksees) scheint allerdings einen grossen Teil des Bestandes vernichtet zu habenswenigstens konnte der Bearbeiter (Hegi) im Jahre 1922 nicht ein einziges Exemplar auffinden und auch Kellerschätzte 1923 den Bestand auf höchstens 200 Exemplare. An anderen Standorten trifft diese Verbreitung durchdas fliessende Wasser nach Magnus sicherlich nicht zu. Schliesslich könnte auch die späte Blütezeit, währendwelcher in den Alpen nur noch selten Botaniker sammeln, die kurze Zeit des Oeffnens der Blüte während wenigerStunden oder die schwierige Keimung bezw. das Fehlen der zugehörigen Mykorrhiza im Boden als Erklärungfür das lückenhafte Auftreten von Lomatogonium in Anspruch genommen werden. Nach W. Kinzel benötigendie Samen zur Keimung extrem tiefe Temperaturen. A. Keller gelang es bei seinen Versuchen überhauptnicht, Samen zur Keimung zu bringen. In den Ostalpen scheint die Art öfters in Begleitung von Gentianatenella, G. nana und G. prostrata aufzutreten. Im Saastal erscheint sie auf schwach berastem Alluvialsandin Begleitung von Trichophorum atridium, Heleocharis pauciflora, Carex bicolor und C. incurva, Equisetumvariegatum (also Schwemmsand«Assoziation). Die kugeligen Pollenkörner (Fig. 2935 d) von 30 u Durchmesserbekommen durch die 3 hervortretenden Keimporen eine mehr 3"eckige Form. Ueber die Bestäubungs«einrichtungen fehlen nähere Angaben. C. Schroeter fand im Avers 2 geschlechtlich verschiedene Formenvor, eine kleinblütige weibliche und eine grossblütige zwitterige.

Die. Gentiana 1 ) Tournef. Enzian. Franz.: Gentiane; engl.: Gentian;

ital.: Genziana.

Pflanzen 1= oder 2=jährig oder ausdauernd, 1= oder mehrstengelig, aufrecht oder rasen»bildend. Laubblätter gegenständig, meist sitzend, zuweilen einzeln, selten am Grunde scheidig»häutig verwachsen. Blüten strahlig (Fig. 2989h), gross, meist auffällig, in Trugdolden oder seltenereinzeln, blattwinkel» oder gipfelständig, sitzend oder gestielt, in der Regel zwitterig, seltener poly=gam oder diözisch. Kelch röhrig, meist 5» (seltener 4= bis 7=) spaltig oder aber scheidig=zweiteiligaufgeschlitzt. Krone trichter=, präsentierteller®, glocken» oder keulenförmig, seltener mit ver=kürzter Röhre, fast radförmig, mit 4= bis 5» (selten bis 8=) teiligem Saum, nackt oder im Schlündeoder am Rande mit Falten, Zähnen oder Fransen (Fig. 2955), berlinerblau, violett, rot, seltenergelb, weiss oder grün. Staubblätter so viele als Kronzipfel und mit diesen abwechselnd,der Kronröhre eingefügt; Antheren frei oder in eine Röhre verwachsen, meist nach aussenaufspringend. Pollen kugelig bis ± tetraedrisch oder länglich, 24 bis 60 /-i im Durchmesser;Exine mit netzartig verlaufenden Membranleisten. Fruchtknoten einfächerig, mit zahlreichenSamenanlagen; Griffel allmählich in den Fruchtknoten auslaufend (Fig. 2980d), kurz oder lang,einfach oder 2=teilig, mit 2=lappiger, verschieden gestalteter Narbe. Kapsel sitzend oder gestielt,2=klappig aufspringend. Samen zahlreich, in den Plazenten eingesenkt, geflügelt (Fig. 2969 b)oder ungeflügelt, glatt oder mit Blättchen oder Schüppchen bedeckt.

Die Gattung ist die artenreichste der Familie und umfasst je nach der Fassung des Artbegriffes (dieserwird in den Sektionen Thylacites, Cyclostigma und vor allem in der Sektion Endotricha recht verschiedenbeurteilt) 300 bis 400 Arten. Die Gentianen sind vorwiegend in den Gebirgen der nördlich gemässigten Zoneund in den Anden von Südamerika stark vertreten; die Ebenen dieser Zonen, ebenso die Arktis beher-bergen nur wenige Arten. In Afrika fehlen sie gänzlich (siehe Swertia pag. 1974). Einige Arten finden sichauch im antarktischen Gebiet, in Neu-Seeland, Tasmanien und Südaustralien, sowie auf den Gebirgen des IndischenMonsungebietes. Line mächtige Entfaltung besitzen sie in den Alpen und in den Gebirgen von ZentraUAsien,wo sie in der alpinen und nivalen Stufe reichlich vertreten sind und zu den höchst steigenden Phanerogamengehören. Der Kaukasus ist artenärmer als die Alpen. Wollaston fand die grossblütige Gentianaameena Clarke am Mount Everest noch bei 5490 m. Ebenso gesellig und verbreitet sind sie in den Gras,fluren der andinen mikrothermen Klimagebiete, wo sie jedoch meist nur enge Verbreitungsbezirke bewohnen.

') Siehe Fussnote pag. 1-953.H e g i, Flora. V, 3.

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