1978
Sehr selten auf kurzgrasigen Weiden, schwach herastem Schwemmland, auf erdigen,nackten Stellen der ausgetretenen Weiden der Alpen, zwischen 1400 und 2600 m. Stellen»weise gesellig auf Kalk und Urgestein.
In Deutschland einzig in den Berchtesgadener Alpen in den Funtenseetauern zirka 2200m (hier 1911von Dr. Karl Magnus entdeckt). —In Oesterreich vereinzelt in Salzburg in der Zentralkette der Tauern,so in der Zwing auf den Knappenleiten, Rauriser» und Fuscher Tauern, Goldberg, im Nassfeldertauern [hier1826 von Rudolphi entdeckt), Radstätter Tauern, Speyereck, Grossvenediger, Hinteralpe im Lungau, inTirol (Schlinig, Ventertal oberhalb Winterstall im Oetztal, Vennatal, Martelltal, Brenneralpe, Hühnerspiel,Weissspitze, Platzerberg, Sengestal, Dorferalpe in Prägraten, Bergeralpe in Virgen, Alpe Kartal, Frossnitz, mehr»fach im Kaisertal, Schobergruppe, Kerschbaumeralpe, Monte Roen, Plattkofelj Tschislestal, Schiern, Durontal, AlpSoricia) und in Kärnten (hier 1775 auf dem Waschgang oberhalb Döllbach im Mölltale von Wulfen entdeckt)
an der Zunderwand bei Kanning, Stangnock, Lanischalpe im Katschtal, Pölla 1400 m, Nassfelder« und Malnitzer»tauern, Schober, Mochar, Grosse Fleiss, in der Leiter, Salmshöhe, Heiligenbluter Tauern, Goldzeche, Pasterze,Gamsgrube, am Polinigg bei Mauthen in den Karnischen Alpen; im angrenzenden Venetien am Monte Peralbabei la Forca. — In der Schweiz sehr vereinzelt im Wallis im Saastal zwischen Almagel und Zenmeiggern1600 bis 1700 m (früher auch bei Zermatt und angeblich am Simplon), am Kistenpass im Kanton Glarus2760 m (von Rütimeyer angegeben), im Kanton Graubünden auf der Alp Robi bei Brigels (1899 vonCorrens festgestellt), Alp Sucruns ob Bargis bei Flims 2236 m (Eug. Meyer, 1925), Cresferalp [2300 m], amEingang des Thäli»Weissberg (von Brügger entdeckt), bei Juppa 2000 m und Alp Bregalga im Avers und amSt. Bernardinopass ob Hinterrhein zwischen 1920 und 2020 m (kürzlich von Eug st er beobachtet). Ausserdemhart an der Grenze auf dem Wormserjoch (bei der IV. Cantoniera und am Schlinig).
Allgemeine Verbreitung: Alpen, Ostkarpaten (Burzenländer)$ Kaukasus, Afgha»nistan, Himalaya, Westtibet, Altai, Sibirien (Ajan, Dahurien, Baikalien, Ochotskisches Meer),Kamtschatka; nördliches Nordamerika.
Dieses kleine, spätblühende Pflänzchen gehört zu den wenigen l.jährigen (hapaxanthen) Arten derAlpen, deren Schwergewicht in der Verbreitung in der Gegenwart in den Hohen Tauern (nordwestlichesKärnten und angrenzende Teile von Tirol und Venetien) liegt (Fig. 2954). Von diesem Hauptareal aus hatdie Pflanze vereinzelte Vorposten nach Westen und Norden ausgeschickt. Zweifellos liegt die Wurzel derGattung wie bei der naheverwandten Sektion Ophelia der Gattung Swertia in den Gebirgen von Zentralasien, vonwo aus die Pflanze sich wohl in der Gletscherzeit weiter nach Norden und nach Westen ausgebreitet hat.Für die heute in den Alpen sehr zersprengten (namentlich westlichen) Standorte dürfte es sich vielleicht zum Teilum Neuansiedelungen handeln, zumal die sehr kleinen, leichten (sie wiegen durchschnittlich '/1000 mgr) und zahl-reichen Samen (ihre Zahl schwankt zwischen 12 und 224 in der Frucht) durch den Wind sehr leicht verweht