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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
Entstehung
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1974
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Cymen, oft lang gestielt. Krone mit sehr kurzer Röhre, mit 4 oder 5 radförmig aus»gebreiteten, länglichen Zipfeln; letztere häufig nahe dem Grunde 1 bis 2, manchmal voneinem Haarkranz oder einem Läppchen bedeckte Nektardrüsen tragend. Staubblätter 4 bis 5in verschiedener Höhe der Kronröhre eingefügt, zuweilen in den Buchten der Kronlappenstehend; Staubbeutel am Grunde ± pfeilförmig. Fruchtknoten 1 »fächerig; Griffel kurz oder fastfehlend, mit + kopfiger oder 2»lappiger Narbe. Samen ei» oder kreisförmig, meist ± geflügelt.

Zu der Gattung zählen über 70 einander ausserordentlich nahe stehende Arten, die über Europa»Afrika und Amerika verbreitet sind. In Europa kommen ausser nr. 2234 einzig S. alp^stris Schur und diegelbblühende bis 1 m hohe S. punctdta Baumg. in Siebenbürgen (ausserdem im Kaukasus) vor. Vier»happer rechnet die Gattung allerdings zusammen mit den Gattungen Frasera und Lomatogönium zumborealen Zweig des arktotertiären Stammes der autodithonen Flora der Alpen, ähnlich wie die GattungenDelphinium, Aconitum und viele Primeln. In Ostasien ist der ganze Formenkreis in den niederen Zonen mitvielen wärmeliebenden Arten ausgestattet und bringt im westlichen China, Tibet und Himalaya viele Oreophyten(Gebirgspflanzen) hervor, die teils bis Westasien reichen. Nach neueren Untersuchungen spielen die Swertienin den hochmontanen und alpinen Stufen der afrikanischen Hochgebirge eine fast ebenso hervorragende Rollewie die Gentiana>Arten in den Gebirgen von Europa, Asien und Amerika. Thore C.E.Fries (Notizblattdes Botanischen Gartens und Museums zu Berlin.Dahlem. Bd. VIII [1925] nr. 77) kennt 20 Arten, von denendie allermeisten auf verschiedenen ost« und zentralafrikanischen Gebirgen endemisch sind und einander ver«treten können. So kommt auf dem Kenia und dem Mount Aberdare, deren alpine Stufen nur 50 bis 60 kmvon einander entfernt sind, nicht eine einzige gemeinsame Art zu.

Als Droge wird gelegentlich das „Chirata"« oder „Chiraytakraut" (H6rba Chirätae Indicae) alsTonicum, Amarum, Stomachicum (auch als Likör), Anthelminticum, Antifebrile usw. an Stelle von Gentianaoder Centaurium gebraucht. Sie stammt von S. Chiräta Bu<h.«Ham. (= Ophelia Chiräta Griseb., = Aga.thödes Chirayla D. Don.) aus den nördlichen Gebirgen von Ostindien. Bei den Hindus steht sie seit uralterZeit als Magen«, Fieber« und Wurmmittel in hohem Ansehen. Im Sanskrit führt sie die Namen Kiräta»tikta,Rhunimba, Anärya»tikta. In England wird das Kraut seit 1S29 medizinisch verwendet, ebenso in Portugal undin Amerika. Es enthält das sehr bittere Glykosid Chiratin (CssHisOis). Als schwächer wirkender Ersatz desChirayta werden S. angustifölia Buch.«Ham., S. aläta Royle, S. affinis Clarke usw. genannt.

2234. Swertia perennis L. (= Gentiana palustris All., = G. paniculäta Lam.). Moor»Tragant. Taf. 214, Fig. 4; Fig. 2951 und 2952.

Im Saanenland (Berner Oberland), wo die Pflanze die Mööser stellenweise oft ganz violett färbt, führtsie den Namen „Heinggene".

Ausdauernd, (8) 15 bis 60 cm hoch, kahl. Stengel aufrecht, kantig, einfach, braunrotoder violett überlaufen. Grundachse walzlich, mit zahlreichen Nebenwurzeln. Untere Laub»blätter einander genähert, eiförmig oder elliptisch, stumpf, in den Blattstiel verschmälert, mitkräftigem Mittelnerven, 1 bis 2 cm breit; die oberen entfernt, in der Regel gegen», seltener Wechsel»ständig, ungestielt, halbstengelumfassend, länglichdanzettlich, mehrnervig. Blüten zu einertraubenförmigen, schmalen Trugdolde vereinigt, 5=zählig. Blütenstiele geflügelt=4=kantig. Kelch5»teilig; Kelchzipfel grünlich, lineal, zugespitzt, etwas violett überlaufen. Krone radförmig,stahlblau bis schmutzig=violett (selten gelblichgrün), dunkler punktiert oder gestrichelt, amGrunde grünlich, ausnahmsweise auch weiss; Kronzipfel 10 bis 16 mm lang, spitz, amGrunde mit 2 gefransten, offenen, dunkelvioletten Honiggrübchen (Taf. 214, Fig. 4 b). Staub»blätter fast doppelt so lang als die Fruchtknoten; Antheren fast pfeilförmig. Griffel fehlend;Narbe 2=lappig. Kapsel eiförmig, 10 bis 12 mm lang, 1 »fächerig, 2»klappig fachspaltigaufspringend. Samen zahlreich, flach, ringsum ungleich geflügelt (Taf. 214, Fig. 4 c), 2 mmbreit. — VII bis IX.

Stellenweise reichlich auf Mooren, in Brüchen, auf sumpfigen, moorigen Wiesen,an Tümpeln, in Quellsümpfen der montanen und subalpinen Stufe (in Tirol [Ahrntal] bis2260 m, in Steiermark [Gipfel des Rinsennock bis 2330 m] ansteigend), der Alpen undhöheren Mittelgebirge, ausserdem im östlichen und mittleren Norddeutschen Flachlande.