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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1965
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1965

2229. Microcala filiformis (L.) Link (= Cicendia 1 ) filiformis Delarbre, = Exacum filiformeWilld., = Gentiäna filiformis L.). FI e i d e = Z i n d e 1 k r a u t. Fig. 2943 und 2944.

Einjähriges, zierliches, kahles, 1 bis 12 (16) cm hohes, zartes Pflänzchen. Stengelaufrecht, fadendünn, einfach oder vom Grunde an ästig, mit langen, aufrechten, entferntbeblätterten, meist 1 » (selten 2= oder 3=)blütigen Aesten. Laubblättergegenständig, ganzrandig; die untersten länglich, einander genähert.

Blüten klein, wenig zahlreich, 4»zählig. Kelch weitglockig; Kelch»zipfel 4, 2 bis 4 mm breit, 3»eckig»lanzettlich, mit starker Mittel»rippe. Krone goldgelb, stieltellerförmig, mit kurzer, weiter, geöffnet5 bis 6 mm breiter Röhre und 4=spaltigern, abstehendem Saum, nachdem Verblühen über der Kapsel zusammengedreht. Staubblätter 4,kürzer als die Kronlappen, in den Buchten der Kronlappen ange»heftet (Fig. 2943c), mit ziemlich kurzen, fadenförmigen Staubfäden;

Antheren herzförmig, die Krone nicht überragend. Griffel faden»förmig, abfallend, mit kopfförmiger, schwach ausgerandeter, 6,5 mmbreiter Narbe. Kapsel rundlich»elliptisch, 1 »fächerig, septizid mit2 Klappen aufspringend. Samen rundlich, zahlreich, sehr klein(0,5 mm breit), mit netzaderiger Schale. VII bis X.

Zerstreut, aber zuweilen gesellig auf feuchtem, sandigemHeide» und Moorboden, auf abgeplaggten Stellen, in Fahrgeleisen,in ausgetrockneten Gräben. Oft unbeständig.

In Deutschland im Westen in Baden (auf einer Rheininsel beiKetsch, 1894), im Unterfränkischen Buntsandgebiet (bei Miltenberg, Alzenau,

Streit bei Klingenberg, früher auch zwischen Sulzbach und Sdiweinheim beiAschaffenburg), in der Rhön (von Ade mit Erfolg an der Sdiondra bei Unter,leichtersbach angesät), am Main um Hanau (Bieber, Niederrodenbach, Rückingen),in Hessen.Nassau (Altenhasslau, Kaufunger Wald bei Cassel, bei Marburg), im Westerwald (Seeburger Weiher,Montabaur), im Gebiete des Niederrheins und der Nebenflüsse (abwärts bis Emmerich, auch bei Aachen,

Siegburg, an der Nahe bei Birkenfeld), in Westfalen (inder ganzen Sandebene nicht selten, im Lippegebiet inden Berggegenden seltener), in Hannover, Braunschweig(Wendebrück, Rüper, Sophiental, Wolfsburg, Dann,dorf), Oldenburg, um Hamburg, Lübeck, in Schleswig.Holstein (nördlich bis Flensburg), im westlichen Mecklen»bürg, in Brandenburg (zwischen Butzow und Marzahn,Putlitz, Havelberg (früher auch bei Brandenburg a. H.) undin Niederschlesien (zwischen Rietschen undWerda), jedochnicht bei Strassburg. In Oesterreich einzig inIstrien. In der Schweiz gänzlich fehlend.

Allgemeine Verbreitung: Mittel»meergebiet, Westeuropa (nördlich bis England,Holland, Schleswig»Holstein und Dänemark),Orient.

Dieses kleine, unscheinbare, leicht zu über,sehende, einjährige Pflänzchen ist in den Heidegebietendes nordwestlichen Deutschland auf sandigem, anmoo«rigen, seltener auch auf lehmigem Boden ziemlich ver.breitet und erscheint dort zuweilen gesellig in Begleitung von Juncus capitatus, Illecebrum verticillatum,Drosera rotundifolia, Radiola linoides (Bd. V/1, pag. 2), Centunculus minimus (Bd. V/3, pag. 1873) usw. Besondersgern kommt Microcala auf nacktem Boden vor, um dann jedoch bei dichterer Bodenbedeckung zu verschwin.

') Siehe Fussnote 2, pag. 1964.

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ohne Kelch (aufgeschnitten).

Fig. 2944. Microcala filiformis (L.) Link, im Heidegebiet.Piiot. Dr. Joh. Mattfeld, Berlin.