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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1958
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1958

oder spitz, fiedernervig. Blüten strahlig, zwitterig, meist deutlich ungleichgriffelig. (Fig. 2936h, i),zu einer aufrechten, endständigen, ziemlich dichten, zuerst gedrungen=kegelförmigen Traubevereinigt. Tragblätter klein, eiförmigdänglich oder fehlend. Kelchzipfel 5, länglich, stumpf.Krone sehr zart, etwas fleischig, weiss mit rosafarbenem Anfluge, kurz trichterförmig, bis zurMitte 5=teilig, mit zurückgerollten Zipfeln, auf der Innenseite von langen, saftreichen Haarendichtbärtig, im Knospenzustande klappig. Staubblätter 5, der Kronröhre eingefügt, mit pfeil»förmigen, spreizenden, dunkelvioletten Antheren (Taf. 214, Fig. 1 a). Griffel fädlich mit zwei»spaltiger Narbe. Kapsel rundlich bis eiförmig (Fig. 2936 c), 7 bis 13 mm lang, einfächerig(Fig. 2936 d, e), mit 2 dicken, wandständigen Samen trägem, unregelmässig mit 2 Klappen i

tief aufspringend oder sich nicht öffnend. Samen zahlreich,flach scheibenförmig, ellipsoidisch bis linsenförmig (Fig. 2936 f),glatt, glänzend hellbraun, 2,5 cm breit. Keimling gerade(Fig. 2936 g). V, VI (in den Alpen bis VIII), selten inder Ebene zum zweitenmal im VIII blühend.

Häufig und verbreitet auf Mooren (vor allem aufFlachmooren), in Gräben, Schlammpfützen, Torfstichen, aufnassen Wiesen, in der Verlandungszone der Ufer; von derEbene bis in die alpine Stufe (in Bayern bis 1820 m, in Steier»mark bis 1700 m, im Wallis am lac Chanrion noch bei2400 m). Selten nur im Kalkgebiet, wie im Fränkischen Jura,im Thüringer und Fränkischen Muschelkalkgebiet usw.

Allgemeine Verbreitung: Ganz Europa (nörd*lieh bis Island und Magerö); gemässigtes Asien (östlich bisJapan); nördliches Nordamerika (hier längs der Anden nachSüden bis Kalifornien vordringend).

Nach Glück bildet die Pflanze eine Land«, Seichtwasser undeine submerse Wasserform (f. submörsa Glück) aus, welche Reduktions»formen entsprechen. Bei der Landform, die eine schwache Reduktionder Seichtwasserform darstellt, sind Rhizom, Laubblätter und Blüten,stände verkürzt. Die Teilblättchen zeigen einen Stidi ins Graugrüneund sind beiderseits schlecht benetzbar. Die Wasserform, die Glückim Schluchsee im Schwarzwald beobachtete, unterscheidet sich von denbeiden genannten Formen besonders durch die mangelnde Fruchtbildung,dann durch die langgestreckten und ziemlich schlaffen Blattstiele, sowiedurch die durchschnittlich kleineren Blattspreiten.

Die schwach proterogynen Blüten werden als Hummelblumenmit verborgenem Honig angesehen. Letzterer wird am Grunde desFruchtknotens von einem gewimperten Drüsenring abgesondert. Bewe«gungen der Blüten (Oeffnen und Schliessen) finden nicht statt. Die sehreigenartigen Fransen der Kronzipfel erhöhen nicht nur die Augenfälligkeit, sondern dienen auch zum Schutze desHonigs gegen Regen und gegen unberufene Gäste. Meistens ist die Pflanze ausgesprochen heterostyl (Fig. 2936 h, i).So beobachtete Müllerin einem kleinen Sumpfe bei Lippstadt, welcher im Ueberschwemmungsbereich der Lippe liegtund von diesem Flusse wahrscheinlich einst mit Menyanthes.Samen beschickt wurde, ausschliesslich Pflanzen mitlanggriffeligen Blüten, welche aber niemals Früchte ausbildeten. Die 3.eddgen Pollenkörner sind schön gelb; derenExine ist mit unregelmässig verlaufenden, schwach wellenförmigen Riefen besetzt. Die Pollenkörner (Fig. 2935 f, h)der langgriffeligen Form sind durchschnittlich 96," lang und50,u breit, die der kurzgriffligen Form 120,u lang und 63^breit. Die Heterostylie wurde bei Menyanthes zuerst von O. K. Berg (Pflanzengenera, Berlin 1845) beobachtet.Gelegentlich können 3«, 4. oder 6» bis 7=gliederige, ausnahmsweise auch gefüllte Blüten beobachtet werden. Bis«weilen gelangt die Pflanze im Tiefland im August nochmals zur Blüte, wie dies von Otto Jaap am Cressinsee beiKlein.Pankow in der Priegnitz am 4. August 1898 festgestellt wurde. Die Samen werden in zweifacher Weise aus deran der Spitze unregelmässig aufreissenden, trockenhäutigen Kapsel entlassen. In erster Linie streut der Wind die

Fig. 2936. Menyanthes trifoliata L.a, b Fruchtstengel, c Reife Frucht, d, e Längs-und Querschnitt durch dieselbe. / Samen.g Längsschnitt durch denselben, h, i Lang-und kurzgriffelige Bliite (aufgeschnitten).