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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1957
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1957

1. Landpflanzen. Laubblätter gegenständig, einfach, ungeteilt 3.

1*. Sumpf, und Wasserpflanzen. Laubblätter wechselständig, 3«zählig oder kreisrund .... 2.

2. Laubblätter 3»teilig. Blüten weiss, lang gebärtet, zu einer aufrechten Traube vereinigt . . Menyanthes DXCII.

2*. Laubblätter fast kreisrund, schwimmend. Blüten gross, goldgelb, zu einer Doldenrispe vereinigt. Nymphoides (= Limnanthemum) DXCIII.

3. Stengelblätter am Grunde deutlich (aber nicht scheidig) verwachsen. Blüten 6» bis 8.zählig. Kronegelb, mit kurzer Röhre. Pflanzen blaugrün bereift Blackstonia(= Chlora) DXCV.

3.* Stengelblätter nicht verwachsen (einzig bei Gentiana Cruciata die untersten Laubblätter scheidigverbunden). Blüten 4« bis 5« (seltener 6= bis 7=) zählig 4.

4. Krone radförmig, tief 5-teilig, violett oder blassblau. Kelch tief 5»teilig 5.

4*. Krone glocken« oder röhrenförmig, mit deutlicher, oft langer Röhre. Kelch nicht 5'teilig, zum

Teil verwachsenblätterig 6.

5. Pflanze ausdauernd. Stengel einfach. Blütenstand traubig-glockig. Narbe deutlich 2>lappig . Swertia DXCVII.

5*. Pflanze 1 »jährig, klein, meist vom Grunde an verzweigt. Blüten einzeln, lang gestielt. Narbeam Fruchtknoten herablaufend. Selten in den Alpen Lomatogonium DXCVIII.

6. Griffel fadenförmig, vom Fruchtknoten deutlich abgesetzt. Krone niemals blau 7.

6*. Griffel kurz oder fehlend. Krone röhrig.glockig oder stieltellerförmig, mit 4» bis 10»spaltigem

Saum, meist aber 5»spaltig oder 54eilig Gentiana D1C.

7. Staubblätter 4; Staubbeutel nicht gedreht. Krone mit 5=spaltigem Saum, gelb. Narbe 2«lappig.Unscheinbares Pflänzchen. Fast nur im nordwestlichen Deutschland. . . Microcala (= Cicendia) DXC1V.

7*. Staubblätter 5; Staubbeutel nach dem Verblühen korkzieherarlig gedreht. Krone langröhrig, mit5-teiligem Saum, rot, ausnahmsweise weiss Centaurium(= Erythraea) DXCV1.

DXCII. Menyanthes 1 ) L. Bitterklee.

Die Gattung ist monotypisch und umfasst nach unserer Auffassung einzig die folgende sehr weitverbreitete Art. Wie alle systematisch isoliert stehenden Typen variiert die Pflanze nur sehr wenig.

2227. Menyanthes trifoliäta L. Sumpf = Bitterklee, Dreiblatt, Zottelblume. Franz.: Trefle demarais, trefle d'eau, menyanthe; engl.: Buck=bean, bog=bean, marsh=trefoil; ital.: Trifolio fibrino,trifoglione d'acqua; im Tessin: Trifeui fibrin, trefeui d'acqua. Taf. 214, Fig. 1; Fig. 2936

bis 2939, 2935 f und h und 2941a, b, o.

Die Bezeichnung B i 11 e r k 1 e e erklärt sich aus dem bitteren Geschmadc dieser Gentianee und denwie beim Klee dreizähligen Blättern: Bit t erb lad (alte Land), Bitterkli (Nordböhmen). Das schriftdeutscheFieberklee geht auf die Verwendung der Pflanze gegen Fieber, vgl. auch Feverkrut (Schleswig). Damittelhochdeutsch biever = Fieber ist, so könnte Biberklee (auch volkstümlich) dasselbe wie Fieberkleesein. Offenbar ist es jedoch vielfach an Biber (Tier) angelehnt, wie auch die alte Bezeichnung triföliumfibrinum (lat. fiber = Biber) beweist. Es wäre jedoch auch möglich, dass der Name Biberklee mit Beziehungauf den Standort der Pflanze am Wasser (dem Aufenthaltsort des Biber) der ursprüngliche ist und Fieberkleeder abgeleitete. Im Niederdeutschen nennt man die Pflanze mit Beziehung auf die Form der Blätter Dree»blatt; auch eine Aehnlichkeit mit denen der Bohnen [Vicia Faba] sieht das Volk daher Wille [wilde]Boonen, Boonenblad (Hannover), Wille Baunen (Osnabrück), wildi Bohna, Moosbohna (Wald«statten). Auf dem feuchten Standort (in Moosen) des Bitterklees weisen hin. Freschekohl, »kiedl(Moselgebiet), Moospflanze (Böhmerwald), Moosklee (Kärnten), Wilda Jazingga, Moos .Zingga(St. Gallen), Riedgläsli [Gläsli = Hyazinthe] (Thurgau), Wassergläsli (Zürcher Oberland).

Ausdauernd, 15 bis 30 cm hoch, kahl. Grundachse rundlich, walzenförmig, 1 bis1,5 cm dick, lang kriechend, gegliedert (Fig. 2941 o), verzweigt, mit schuppenförmigen, späteroft faserigen Niederblättern besetzt, in einen aufsteigenden Stengel übergehend. Laubblätterwechselständig, 3=teilig, grundständig, mit langem, am Grunde scheidenartig verbreitertemStiel; Blättchen fast sitzend, verkehrt=eiförmig, ganzrandig oder ausgeschweift gekerbt, stumpflich

') Pflanzenname bei Theophrast. Angeblich von fii\vvEiv [menyein] = offenbaren, anzeigen unduv&os [anthos] = Blüte; soll sich wohl auf die auffallenden Blüten beziehen.