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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1953
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1953

108. Fam. Gentianäceae 1 ). Enziangewachse.

Meist krautartige, kahle, 1 »jährige oder ausdauernde Kräuter, seltener Halbsträucher,Sträucher oder niedrige Bäume. Laubblätter meist dekussiert=gegenständig, seltener Wechsel*ständig, sehr oft ungestielt, einfach und ganzrandig, seltener 3=zählig. Nebenblätter fehlend(zuweilen stark hervortretende Verbindungslinien der Blattinsertionen). Blüten meist 2=ge»schlechtig, regelmässig (sehr selten schwach zygomorph), 4» bis 5= (seltener 6» bis 12»)gliederig,meist zu echten Trugdolden (Cymen, Dichasien), zuweilen auch zu langen, vielblütigen, inWickel oder Schraubein auslaufenden Monochasien, zu Trauben oder Aehren vereinigt, abund zu auch einzeln end= oder seitenständig. Kelch röhren» oder glockenförmig, verschiedentief» (zuweilen bis zum Grunde) geteilt oder scheidig»2»teilig. Krone verwachsenblätterig,trichter» oder glockenförmig, oft präsentierteller», seltener radförmig, am Saume gelappt odereingeschnitten=gezähnt bis gefranst oder mit Zwischenzipfeln (Kelchlappen mit den Kronlappenabwechselnd), im Knospenzustande nach rechts gedreht, auf der Innenseite zuweilen (Swertia,Lomatogonium) gefranste Honiggrübchen (Fig. 2955 c) oder Schlundschuppen (Gentiana,Nymphoides) oder Zwischenzipfel tragend. Staubblätter soviel als Kronzipfel und mitdenselben abwechselnd, der Krone eingefügt, in der Regel meist alle fruchtbar; Antherenmeist frei, seltener miteinander seitlich verwachsen, am Grunde (basifix) oder auf dem Rücken ange»heftet, herz» oder pfeilförmig, gewöhnlich mit 2 nach innen (seltener nach aussen) gewendetenLängsrissen sich öffnend, seltener mit 2 apikalen Poren (Exacum) aufspringend. Fruchtknotenoberständig, aus 2 Fruchtblättern gebildet, sitzend oder gestielt, meist 1 »fächerig, mit 2 ein»fachen oder geteilten, wandständigen Plazenten, seltener unvollkommen oder ganz 2=fächerig,am Grunde oft einen verschieden gestalteten Drüsendiskus tragend; Griffel fadenförmig oderundeutlich und abfallend, stets einfach, mit ungeteilter, kopfiger, keulen», trichter» oder zylinder»förmiger, 2»lappiger oder 2=schenkeliger Narbe, Griffel zuweilen ganz fehlend. Frucht einedünnhäutige oder lederartige, fast durchweg an den Nähten mit 2 Klappen aufspringendeKapsel, selten eine Beere. Samen klein, zahlreich, mit kleinem Embryo, Samenschale holzig;Nährgewebe reichlich, nukleär oder zellulär.

Die Familie wird gewöhnlich in die beiden, sehr natürlichen Unterfamilien der G e n t i a n oid e a e undder Menyanthoideae gegliedert; Wettstein (und andere) gibt ihnen den Rang von Familien.

Unterfamilie Menyanthoideae. Meist ausdauernde Sumpf» und Wasserpflanzen. Laubblätter Wechsel»ständig, gestielt, gewöhnlich am Rhizom entspringend, ungeteilt« oder 3=teilig, mehrnervig. Kronblätter amRande eingeschlagen und klappig (induplikat-valvat). Einzelpollen von der Seite zusammengedrückt (von obengesehen Speckig), in jeder Ecke mit einem Keimporus. Frucht eine zuweilen nicht oder nur unvollkommenund unregelmässig aufspringende Kapsel. Embryo klein; Epithel um den Embryosack ausgebildet. Nähr»gewebe vorhanden, zellulär. Inneres Siebgewebe fehlend.

Die Unterfamilie unterscheidet sich von der nächsten vor allem durch anatomische Merkmale (Inter»zellulare Haare oder Trichoplasten). Leitbündel kollateral, ohne inneres markständiges Siebgewebe, durch dieAusbildung der Pollenkörner, sowie durch das Fehlen einer Mykorrhiza. Die auch bei den Nymphaeaceen(siehe Bd. III, pag. 434) vorkommenden, vielästigen, in die Interzellularräume hineinragendeninneren Haare"entbehren bei den Menyanthoideae der Einlagerungen von Kalkoxalat. Wie Fig. 2934 deutlich zeigt, gehensie aus einzelnen Zellen hervor.

®' e Unterfamilie umfasst etwa 30 Arten, die sich auf die 5 Gattungen Menyänthes, Nymphoides,\ illärsia (14 Arten in Australien und Afrika), Faüria (= Nephrophyllidium) mit 1 Art (F. crista gälli[Menzies] Makino) in Nordamerika und Japan und Liparophyllum (L. Günnii Hook, auf Tasmanien,Neu=Seeland und auf der Stewardinsel) verteilen. In der Tracht zeigen die einzelnen Arten (viele Wasser,pflanzen) sehr grosse Unterschiede, worauf die unsichere Stellung und die künstliche Abgrenzung dereinzelnen Gattungen zurückzuführen ist. So werden neuerdings viele Arten der Gattung Nymphoides der

') Nach Dioskurides (Mat. med. III, 3) soll die Pflanze yevziuviq [gentiänel von dem illyrischenKönig Gentis (gest. 167 vor Chr.) zuerst aufgefunden und nach ihm benannt worden sein.