1952
Antipyreticum und wird mit Erfolg bei Neuralgien des Trigeminus, Zahnschmerz, Rheumatismus und Intermittens,bei akuten Entzündungen der Lunge und Pleura, bei Keuchhusten verwendst. Die Präparate üben auf die sen.siblen Nerven einen lahmenden Einfluss aus und erzeugen beim Menschen Schwindel, Muskelschwädie, Zungen-lähmung, Pupillenerweiterung, Dyspnoe, Magenstörung, sowie Lähmung der Atmungsorgane. In den VereinigtenStaaten von Nordamerika, in England und Portugal ist eine zweite Wurzel Rhizöma Spiggliae Marylän»dicae, Pinkroot, American wormroot, noch reichlich im Gebrauch; sie kam 1754 nach Europa. Als Stamm»pflanze kommt die krautartige, ausdauernde Spigglia 1 ) Maryldndica L. (= Lonicgra Marylandica L.)mit in ährenartigen Wickeln stehenden, roten, röhrenförmigen Blüten aus Nordamerika in Betracht. Die Drogeenthält ein flüchtiges, sehr giftiges Alkaloid (Spigeliin), Bitterstoff, ätherisches Oel, Wachs, Harz usw. undwurde ehedem auch bei uns als Tonicum, Anthelminticum und Alternativum verwendet. Verfälschungen
erfolgen durch die Wurzeln vonM Phlox.Arten, früher auch durch solche
*■ ffe von ciliösa Pursh (Rubia-
V J®« cee). Im frischen Zustande sehr
V ijCa I / 4W& giftig ist die einjährige S p. a n th 61 »
Yi&Sl, mia L. aus dem tropischen Amerika.
Jlliiiil — Als Zierpflanzen werden bei uns
_ _"» ISlPli ausserGelsgmium sempervirens
^ Ait und Spigelia Maryldndica L.
-sSSEjj nea spindsaRuiz et Pavonaus den
® v —- Anden von Südamerika, ein stark ver-
^^===5^ 90 j&gäe-- ästelterjlex-artiger,aufrechter Strauch
-Vf fe/ b mtt dornig-gezähnten Laubblättern,
^™ Ii scharlachroten, einzeln stehenden,
^ \\ jS röhrenförmigen Blüten und kugeli=
8 en ' von ^ em bleibenden Kelch umge»
benen Beeren. — Spigelia spien»
d e n s H. Wendland. Fig. 2932. Aus-
§T/ \ 4 dauernde Pflanze aus Zentralamerika
J \ mit grossen karminroten, zu Aehren»
wickeln vereinigten Blüten und einemFig. 2933. ö Buddleia globosa Lam. Blü he nde r Zw eig. — 6 Buddleia varia- i 1 - tu ., ■ i n i
bilis Hemsley. mehrblattengen Blattquirl. — Als
willig- und spätblühende (bis zum
Oktober) Ziersträucher werden in letzter Zeit in Gärten und Anlagen verschiedene Arten der GattungBuddleia') (richtiger wohl Buddlda) gezogen. Es sind (bei uns winterharte) Sträucher mit ganzrandigen,gezähnten oder gekerbten, zuweilen am Grunde zusammenhängenden Laubblättern, mit 4-zähligen, kleinen,zu trugdoldigen oder rispenarligen Inflorescenzen vereinigten Blüten und kapselartigen Früchten. Hierher iBuddleia globösa Lam. (= B. capitäta Jacq.), aus den Gebirgen von Chile und Peru. Fig. 2933a. Beiuns niedriger Strauch. Laubblätter breit-lanzettlich, lang zugespitzt, kerbig-gezähnt, unterseits wie die Zweigeweissfilzig, oberseits tiefgrün. Blüten klein, honiggelb, zu gestielten, kugelig-kopfigen Blütenständen vereinigt.Eignet sich nur für wärmere Lagen. — Buddleia varidbilis Hemsley, aus China (Fig. 2933b). In derTracht sehr veränderlicher Strauch mit lanzettlichen, langzugespitzten, gesägten, unterseits ± graubehaartenLaubblättern und violetten bis purpurvioletten, 20 bis 30 cm langen Blütenrispen. Zweige drehrund. Dieseund die folgende Art werden neuerdings in vielen Formen (f. Veitchiäna, Wilsöni, magnifica, Davidiana, supörba)in Anlagen und Gärten angepflanzt. Die Vermehrung geschieht durch Stecklinge oder Samen; Sämlings-pflanzen durch Selbstaussaat wurden noch in Plön (Holstein) beobachtet. Im Tessin zwischen Lugano undTesserete verwildert (Alban Voigt). — B. Japönica Hemsley, aus Japan. Spärlich verzweigter, bis 1,2 mhoher, aufrechter Strauch mit ± schmal.lanzettlichen, bis 20 cm langen, kurzgestielten, gesägten, unterseitsfilzigen Laubblättern. Zweige ± deutlich flügelig-kantig. Blütenstand ährig-rispig, überhängend, bis 20 cm lang.Blüten trüblila bis fleischfarben (f. cdrnea Wilson). — Seltener und empfindlicher sind: B. Lindleyana Fort,aus China, B. albiflöra Hemsley aus Westchina, B. nfvea Duthie aus Westchina mit unterseits weissfilzigenLaubblättern und B. Colvil^i Hook, et Th. mit grossen, fast 3 cm langen, rosa oder karminpurpurnen Blütenund beiderseits etwas glänzenden Laubblättern.
Benannt nach dem holländischen Botaniker Adrian Spiegel, der im 17. Jahrhundert lebte.2 j Nach einem Engländer Adam Buddle.