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dadurch zustande kommen, wenn passiv (durch Schneedruck?) heruntergebogene Zweige Adventivwurzelnbilden, die nach dem Eindringen in die Erde orthotrope Sprosse emportreiben. Hin und wieder treten nachHöppner auch an den Aesten LuftwurzeUähnliche Gebilde auf. Die Wurzeln stehen mit einer endotrophenMycorrhiza in Verbindung. Das Holz ist beinhart und schwer spaltbar, die Markstrahlen sind nur undeutlichsichtbar. Das Lufttrockengewicht beträgt 0,92 bis 0,95 g. Man verwendet es zur Herstellung kleiner Gerät»schaffen, als Drechselholz, zur Bereitung von Pulver, gelegentlich auch als Brennholz. Die zum Gelbfärben vonWolle benutzbare Rinde enthält das Glykosid Syringin (CuHaiO^, den neutralen Bitterstoff Ligustron undwahrscheinlich auch Syringopikrin, ferner Mannit, Gerbstoff, Harz, Saccharose und die beiden Enzyme Emulsinund Invertin. Die Laubblätter, in denen annähernd dieselben Stoffe wie in der Rinde nachgewiesen wordensind, wurden früher in Form eines Mundwassers gegen Mund» und Halsgeschwüre verwendet, worauf sich dievolkstümlichen Bezeichnungen „Faulholz, Bräunholz, Mundholz" beziehen. Vom Laube lebt auch die Raupedes bekannten Ligusterschwärmers (Sphinx LigüstriL.). Die jungen Zweige dienen ihrer Biegsamkeitwegen in der Korbmacherei. Aus den Früchten wirdTinte hergestellt (z. B. im Wallis, im Jura). Hie undda benützt man sie auch zum Schwarz» und Grün»färben. Ihre gelegentliche Verwendung als Färbe»mittel von Wein ist besonders deshalb abzulehnen,weil sie diesem ihren bitteren Geschmack mitteilen.
Hingegen ist es zweifelhaft, ob die Samen für denMenschen giftig sind. Sie erregen allerdings Brech»reiz und wurden früher in der Volksmedizin alsleichtes Abführmittel benutzt. Vergiftungsfalle werdenvon Taylor (Die Gifte, III) und von Cheese (Jahres«bericht für dte Ges. Med., 1S67) beschrieben, wobeiDurchfall, Schmerzen im Leib, Kollaps mit Kon«vulsionen und sogar der Tod eintreten können.
Andererseits scheinen nach Th. Sabalitschka Kinderdie Beeren häufig gefahrlos zu essen. Rehe (nament»lieh junge) scheinen jedoch durch den Genuss getötetzu werden. Das in ihnen enthaltene fette Oel (16°/o)wird technisch nicht verwertet. Zu gärtnerischenZwecken werden gern bunte Formen gepflanzt; aucheignet sich der Strauch infolge seiner leichten Behand«lung mit der Schere sehr gut zur Schaffung lebenderZäune und Hecken. In Schlesien benützt man ihn gernals Fasanenschutzgehölz. — Von Bildungsabweichun«gen sind festgestellt worden: 3=gliederige Laubblatt«quirle (=f. triphyllum Lüscher), Stauung der Stengel«glieder, verwachsene oder 3« bis 5=gliederige Blüten,
Verwachsung der Kronzipfel, kronblattartig ausgebildete Staubblätter. Die Laubblätter werden durch Rho«palosiphus Ligüstri Rübs. herabgebogen, eingerollt und entfärbt. Durch die Lebenstätigkeit der seltenerenSchizomyia Ligüstri Rübs. werden die Blüten aufgetrieben, verdickt und bleiben geschlossen. Die Zahlder sich auf dem Holz ansiedelnden Ascomyceten ist ziemlich bedeutend. Genannt seien z. B. DiapörtheLigüstri Allesch., Massarina Ligüstri (Otth), Mycosphaerella Ligüstri (Desm.) und Tympänis Ligüstri (Tul.).Ausserdem sind etwa darauf zu finden: Caeöma ligüstri (Rabenh.) und l'uccinia obtusäta (Otth). — Fossilist Ligustrum vulgare nicht häufig nachgewiesen worden, z. B. in den der 2. Zwischeneiszeit zuzurechnendenluffen von Resson im Pariser Becken, in dem Karrestobel bei Sulpach (Oberschwaben), ferner in derneolithischen Kulturschicht von Schweizersbild bei Schaffhausen.
Die Loganiäceae') (eine typische Alkaloidfamilie) umfassen etwa 550 vorherrschend tropische —darunter viele Giftpflanzen — krautartige oder holzige, z. T. rankende, windende oder klimmende Gewächsemit gegen» oder quirlständigen, ungeteilten, ganzrandigen, seltener gezähnten oder gelappten Laubblättern undstrahligen, seltener etwas zygomorphen, zuweilen eingeschlechtigen, meist 4» bis 5>zähligen, zu Doldentraubenoder Trauben vereinigten Blüten. Gelegentlich kommen nebenblattartige Gebilde vor. Der oberständige Frucht«knoten ist gewöhnlich 2» (selten 1» oder mehr») fächerig und trägt an den scheidewandständigen oder zentral»
' 1 Benannt nach James Logan (oder Loghan), einem Irländer, geb. 1674, gest. 1736 als Botanikerund Statthalter von Pennsylvanien.
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Fig. 2930. Ligustrum vulgare L., im Wintermit Früchten. Phot.Frau Isabella Hegi-Naef, Rüschlikon (Schweiz).